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Thema: Verwirrt von Blutwerten - Thyreostatika verfrüht?

  1. #1
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    Standard Verwirrt von Blutwerten - Thyreostatika verfrüht?

    Ich (w, 42) bin auch neu hier. Seit Jahren habe ich 75-L-Thyroxin genommen. Anfang 2023 hatte ich mehrere ungewohnt schwerere Infekte. In der Folge kam es zu „grundloser“ leichter Gewichtsabnahme, Zittrigkeit (Herzrasen nur gelegentlich nach körperlicher Anstrengung bzw. manchmal Herzklopfen im Ruhezustand), verkürzten Zyklen etc.

    Blutabnahme 30.06.2023 (noch unter 75 L-Thyroxin) ergab TSH: < 0,01 mlU/L, die HA hatte damals auch Sono gemacht und mich schon vor den Blutergebnissen zum NUK geschickt, weil sie sich zu unsicher war.

    Blutabnahme NUK 05.07.2023:

    FT3: 7,90 pmol/l (2,5-5,8)
    FT4: 30,26 pmol/l (11,5-23)
    Anti-TPO: 107,79 U/ml (<50)
    TRAK: 3,04 IU/l (<1,0)

    HA hat dann sofort nach Blutergebnissen angerufen und das Absetzen von L-Thyroxin veranlasst. 8 Wochen nach Absetzen L-Thyroxin (mit Phasen extremer Müdigkeit) habe ich jetzt nach Blutabnahme am 08.09.2023 folgende Ergebnisse:

    TSH: <0,01
    FT3: 3,8 ng/l (1,17-3,71)
    FT4: 1,26 ng/dl (0,7 - 1,48)
    TRAK: 9,09

    Die HA hat jetzt neue Blutwerte (Leberwerte etc) veranlasst wegen dann wohl Gabe von Thyreostatika.

    Ich frage mich allerdings gerade, ob das nicht etwas verfrüht ist. Mittlerweile geht es mir wirklich wieder recht gut, es kam wieder zu leichter Gewichtszunahme normalisierte Zyklen, normalisierte Verdauung, nur noch gelegentlich zittrig (ABER: Ich habe seit zwei Wochen starken andauernden Haarausfall). Die hohen TRAK zuletzt (war anderes Labor) kann ich mir nicht erklären.

    Brakebusch/Heufelder habe ich aber so verstanden (S. 111), dass der niedrige TSH-Wert „ok“ ist, wenn FT3 und FT4 im Normbereich sind. Und das ist ja aktuell bei FT 4 der Fall, und bei FT3 zumindest fast. Insofern ggf. doch noch abwarten, wie sich die Werte entwickeln, bevor Thyreostatika zum Einsatz kommen??? Bzw. was könnte man aktuell durch Thyreostatika überhaupt erreichen, wenn FT3 und FT 4 sich bereits von selbst verbessert haben?).

    Was mich auch beschäftigt: NUK möchte Szinti machen, zwecks „Ausschluss eines MB“, aber ist das bei den Werten überhaupt noch erforderlich?
    Geändert von Stormyweather (01.10.23 um 13:34 Uhr)

  2. #2
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    Standard AW: Verwirrt von Blutwerten - Thyreostatika verfrüht?

    Zitat Zitat von Stormyweather Beitrag anzeigen
    Brakebusch/Heufelder habe ich aber so verstanden (S. 111), dass der niedrige TSH-Wert „ok“ ist, wenn FT3 und FT4 im Normbereich sind.
    Erstens stimmt das nicht für jeden Kontext und jeden Fall, zweitens ist dein TSH nicht "niedrig" sondern vollständig supprimiert und drittens, es stimmt für jemanden mit so hohem TRAK-Wert, der ja auf Basedow hinweist, schon gar nicht. Außerdem, wenn du genau hinguckst: Dein fT3 ist auffallend stärker erhöht. Das kommt garantiert nicht vom den inzwischen abgesetzten Thyroxin, denn eine thyroxineinnahmebeindte Überfunktion macht vor allen Dingen eine fT4-Überfunktion (Thyroxin=T4), keinen überragend hohen fT3 (bei normwertigem fT4). So etwas macht leider der Basedow.

    Wir hätten gerne bitte die TRAK-Referenzgrenze beim zweiten TRAK-Wert, ginge das? Wenn auch die irgendwo um 1 herum liegt, erwartungsgemäß, dann sind die TRAK jetzt noch höher, keineswegs in einem dunstigen Grenzbereich. Ihr könnt gerne das Geschehen beobachten, so lange die Werte so sind wie sie jetzt sind, man kann nicht wissen, ob der Basedow-Schub noch in den Kinderschuhen steckt und gerade Anlauf nimmt, oder aber am Abklingen ist (unwahrscheinlich bei höher gewordenen TRAK). Jedenfalls, bei freien Werten in der Norm kann man eine Weile beobachten, auf Beruhigung hoffend. Aber mit sehr häufigen Kontrollen, denn dir geht es besser, aber das hohe fT3 setzt deinem Herzen usw. schon zu. Thyreostatika haben einen Sinn, wenn das fT4 auch über die Norm geht - denn Thyreostatika bremsen die T3-Produktion kein bisschen, nur die T4-Produktion. Und die muss man jetzt noch nicht bremsen. (T3 entsteht aus T4, die unverhältnismäßige T3-Produktion ist basedowtypisch, aber nicht direkt hemmbar (bzw. ein wenig durch nichtselektive Betablocker)).

    NUK möchte Szinti machen, zwecks „Ausschluss eines MB“, aber ist das bei den Werten überhaupt noch erforderlich?
    Ich würde es machen. Ausschließen könnt ihr MB meines Erachtens nicht mehr bei einem Neuner-TRAK, aber die Szinti kann die Aktivität, die Heftigkeit der Hormonproduktion relativ gut zeigen. Auch hier gilt: Du kannst damit warten, bis die Überfunktion evtl. noch stärker wird als jetzt.

    PS
    Virusinfektionen triggern sehr gerne Basedow bei dafür genetischen vordisponierten Personen.

  3. #3
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    Standard AW: Verwirrt von Blutwerten - Thyreostatika verfrüht?

    Vielen herzlichen Dank für Deine Antwort! Ja, Normbereich TRAK war leider auch beim anderen Labor unter 1.

    Wenn die Thyreostatika nur an den FT4 rangehen, dann wäre es ja tatsächlich sinnvoller, abzuwarten, ob der FT 4 überhaupt wieder hochgeht. Was wäre denn ein angemessenes Überprüfungsintervall, alle 3 Wochen?

    Das einzige, was gerade wirklich belastend ist, ist der extreme Haarausfall. Aber das wird ja dann durch Thyreostatika aktuell nicht unbedingt besser...

  4. #4
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    Standard AW: Verwirrt von Blutwerten - Thyreostatika verfrüht?

    Zitat Zitat von Stormyweather Beitrag anzeigen
    Vielen herzlichen Dank für Deine Antwort! Ja, Normbereich TRAK war leider auch beim anderen Labor unter 1.

    .
    Ginge es bitte genauer? Was steht auf dem Laborzettel, welcher Grenzwert? Falls 0,5 o.ä.: Steht evtl. etwas sie TSI/TSH stimulierende Immunglobuline oder Ähnliches?

    Alle 3-4 Wochen, es sei denn, die Befindenslage eskaliert, dann bitte sofort, je früher gehemmt, umso weniger nötig. Ich bin bei TRAK=9 nicht so optimistisch, aber mal sehen.

    Haarausfall ist Spätfolge, kommt von der Überfunktion. Die du im Prinzip noch immer hast, nur schwächer.

  5. #5
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    Standard AW: Verwirrt von Blutwerten - Thyreostatika verfrüht?

    Es heißt in meiner Kopie beim Normwert: "TRAK <= 1,26 (lU/l)" die Arztkopie ist ausgerechnet dort im Ausdruck abgeschnitten, aber beim Zusammenstückeln sind es doch 1,26, also etwas über 1. Macht das für die Bewertung einen Unterschied?

  6. #6
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    Standard AW: Verwirrt von Blutwerten - Thyreostatika verfrüht?

    Du hast gesagt "unter 1", dann wäre es (eher für mich, und eher theoretisch) interessant gewesen. Zum Unterschied reicht der erste Absatz hier: https://www.ht-mb.de/forum/showthrea...r-vergleichbar

    Aber es ist nicht unter 1.

  7. #7
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    Standard AW: Verwirrt von Blutwerten - Thyreostatika verfrüht?

    Zitat Zitat von Stormyweather Beitrag anzeigen

    HA hat dann sofort nach Blutergebnissen angerufen und das Absetzen von L-Thyroxin veranlasst. 8 Wochen nach Absetzen L-Thyroxin (mit Phasen extremer Müdigkeit) habe ich jetzt nach Blutabnahme am 08.09.2023 folgende Ergebnisse:

    TSH: <0,01
    FT3: 3,8 ng/l (1,17-3,71)
    FT4: 1,26 ng/dl (0,7 - 1,48)
    TRAK: 9,09

    Die HA hat jetzt neue Blutwerte (Leberwerte etc) veranlasst wegen dann wohl Gabe von Thyreostatika.
    Diese Medikamente gibt man gegen eine Überfunktion, aber dein FT3 ist nur grenzwertig.

    Die Hemmer sind NICHT dazu da, das TSH mit Gewalt in den Normbereich zu drücken.

    Man kann auch mit Hashimoto noch Basedow oben drauf bekommen. Der Vorteil ist, dass man dann erst mal LT reduzieren oder absetzen kann und dann mit etwas Glück keine Hemmer braucht und wenn doch, deutlich weniger als Leute mit ansonsten gesunder Schilddrüse.

    Wenn die TRAK steigen und die Überfunktion stärker wird, behandelt man das mit Hemmern. Wenn die TRAK irgendwann sinken, heißt das, dass du wieder sehr vorsichtig mit LT anfangen kannst. Die TRAK können aber laufend schwanken. Ich habe mal mein LT zwei Jahre lang hin und her dosiert, da ist Geduld gefragt.
    Geändert von Irene Gronegger (03.10.23 um 12:34 Uhr)

  8. #8
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    Standard AW: Verwirrt von Blutwerten - Thyreostatika verfrüht?

    @ Irene Gronegger: Vielen Dank für deine Einschätzung! Meine Hausärztin hat die Abfolge Hashimoto-Basedow wohl bei ihren Patienten auch schon einige Male gesehen. Ich hatte auch gehofft, dass sich allein durch das Weglassen von L-Thyroxin alles von alleine reguliert, aber seit dieser Woche habe ich die Hoffnung etwas aufgegeben.

    @ Alle:

    Momentan bin ich mal wieder ziemlich ratlos. Meine ft3 und ft4 Werte sind etwas angestiegen, wobei der ft4-Wert gerade noch im Normbereich liegt (TSH: <0,01, FT3: 4,68 ng/l (1,17-3,71), FT4: 1,41 ng/dl (0,7 - 1,48).

    Der Uptake nach meiner Szintigraphie am 19.10. liegt bei 1,75%, was mir jetzt nicht so ganz hoch erscheint.

    Erstaunlicherweise bin ich seit vier Tagen total zittrig mit erhöhtem Puls – was mir im Juli, als meine Wert noch deutlich schlechter waren, nicht so vorkam. NUK hat mir Betablocker verschrieben (Propra-rathioparm 10 mg, 2x am Tag), die ich seit gestern nehme und mich jetzt etwas besser fühle.

    Daneben hat er nun Thiamazol 5 mg täglich verschrieben. NUK empfahl mir, diese gleich einzunehmen. Ich könne aber auch noch die Blutwert-Ergebnisse am Montag abwarten.

    Ist es „normal“, dass man sich bei diesen Werten doch so schlecht fühlen kann? Bzw. ist Thiamazol 5 mg das richtige, solange Ft4 noch im Normbereich?

    Könnte man mit der Thiamazol-Einnahme noch ein paar Wochen abwarten (solange Werte einigermaßen stabil), während die Beta-blocker weiter genommen werden?

    Ich habe wirklich Respekt vor den Nebenwirkungen von Thiamazol. Dazu kommt, dass mir in ca. 1 ½ Wochen ein Jobwechsel bevorsteht, auf den ich mich total freue. Gleichzeitig habe ich Angst, dass man gerade am Anfang ausfällt oder zumindest eingeschränkt ist, weil das Thiamazol nicht vertragen wird.
    Geändert von Stormyweather (21.10.23 um 12:23 Uhr)

  9. #9
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    Standard AW: Verwirrt von Blutwerten - Thyreostatika verfrüht?

    Die Werte sind nicht stabil, sie steigen an. Nebenwirkungen sind dosisabhängig, von daher ist es nicht wirklich vernünftig, darauf zu warten , dass die Werte evtl ansteigen und die Dosis höher sein muss. Denke bitte nicht, dass du mitansteigender Überfunktion besser einsatzfähig sein kannst.

  10. #10
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    Standard AW: Verwirrt von Blutwerten - Thyreostatika verfrüht?

    Ich würde die Tablette nehmen. Wenn die Werte am Montag besser sind als erwartet, könntest du z.B. immer noch mit einer halben weitermachen.

    Die Sorgen um Einsatzfähigkeit würde ich zum Anlass nehmen, in der nächsten Zeit engmaschig Werte machen zu lassen (immer ca. 14 Tage nach Dosisänderung). Wenn man die Dosis laufend anpasst, kann nicht viel schief gehen.

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