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Thema: Neumitglied Morbus Basedow // Dankbar für Unterstützung

  1. #1
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    Standard Neumitglied Morbus Basedow // Dankbar für Unterstützung

    Hallo Zusammen,

    ich habe die Diagnose Morbus Basedow Anfang August 2023 erhalten. Habe bisher still und leise im Forum gelesen und versucht, viele Infos zu sammeln. Nun würde mich über Eure Meinung zu meiner Carbimazol-Dosis freuen:

    Angefangen hat alles mit starkem Schwitzen, nächtlichem Herzrasen und hohem Blutdruck Ende Mai 2023. Ich bin 49 Jahre alt und dachte zunächst, wohl Wechseljahresbeschwerden. Mitte Juli wurde das Herzrasen immer schlimmer und die Hausärztin hat dann am 19.07.2023 ein Blutbild gemacht: Schilddrüsenüberfunktion. Die Hausärztin wollte sich um einen Facharzttermin kümmern. Am 25.07.2023 musste ich mit Vorhofflimmern ins Krankenhaus. Das Krankenhaus hat wegen der Schilddrüsenüberfunktion Kontakt mit einer Endokrinologin aufgenommen und ich bekam ab 26.07.2023 die Dosis von 40 mg Carbimazol.

    Am 03.08.2023 war ich bei der Endokrinologin: sie hat Ultraschall von der Schilddrüse gemacht: viele kleine Knoten, ansonsten unauffällig. Arztbrief mit näheren Infos dazu habe ich noch nicht. Szintigrafie sei nicht erforderlich, da die Diagnose Morbus Basedow aufgrund der TRAK-Werte für sie eindeutig sei. Die 40 mg Carbimazol solle ich weiter nehmen, am 16.08.2023 (3 Wochen nach Beginn der Carbimazol-Einnahme) zur Blutkontrolle zur Hausärztin gehen und die Laborwerte dann an die Endokrinologin faxen.

    Heute bekam ich jetzt Rückmeldung aus der endokrinologischen Praxis: ich soll die Dosis von 40 mg noch weiter beibehalten, am 06.09.2023 wieder zur Blutabnahme zur Hausärztin gehen und dann die neuen Laborwerte wieder schicken.
    Ich merke, dass das Schwitzen weniger geworden ist, Blutdruck ist besser und Herzrasen oder Vorhofflimmern hatte ich die letzten 2 Wochen auch nicht mehr.

    Ich hatte daher darauf gehofft, dass die Carbimazol-Dosis ab dieser Woche langsam gesenkt wird. Zwar keine Ahnung wie, aber Senken hätte ich mir schon gewünscht. Sind insgesamt 6 Wochen 40 mg Carbimazol eine gute Idee? Wie seht Ihr das? Ich freue mich, Eure Meinung zu hören. Und schonmal vielen Dank vorweg und Entschuldigung für den langen Text.

    Viele Grüße
    Barbara

  2. #2
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    Standard AW: Neumitglied Morbus Basedow // Dankbar für Unterstützung

    Zitat Zitat von Babs73 Beitrag anzeigen
    Sind insgesamt 6 Wochen 40 mg Carbimazol eine gute Idee?
    Nein, das ist keine gute Idee. Es sei denn, du willst eine Unterfunktion.

    Blutabnahme 16.08.2023 unter: (Carbimazol 40 mg, genommen seit 26.07.2023 bis zur Blutabnahme
    fT3= 5,09 (Referenzbereich 2,00 - 4,40 )
    fT4= 1,88 (Referenzbereich 0,93 - 1,70 )
    Das Problem ist natürlich: wie jetzt sanft senken, wenn bis jetzt die hohe Dosis beibehalten wurde. Ich würde jetzt vielleicht einige Tage, damit ein Übergang entsteht, auf 30 gehen, und dann vielleicht auf 25 (oder 20, es ist schwer zu sagen) für mindestens 12 Tage vor der nächsten Kontrolle. Das heißt, bei der nächsten Kontrolle sollte deine Dosis mindestens seit 12 Tagen unverändert sein. Ich kann mit diesem Vorschlag leider für nichts garantieren, die hohe Dosis hätte bereits reduziert werden können und wenn man es zu abrupt macht, weiß man nicht so genau, wie die Reaktion wird - gerade richtig oder zu niedrige Werte oder doch Hochschnellen der Werte.

    Du brauchst diese Endo insofern nicht als sie offensichtlich rein nach TSH einstellt, das ist genau das, was man nicht machen sollte, weil das TSH dank TRAK nicht die wirkliche Stoffwechsellage anzeigt. Und wenn sowieso die Hausärztin die Werte macht und sie solche Dosierungen vorschlägt, dann brauchst du sie ja nicht wirklich unbedingt. Ihr Sono-Befund scheint auch dürftig zu sein, eine Szintigrafie beim Nuklearmediziner wäre besser gewesen. Die Diagnose steht zwar auf Grund der TRAK, aber Nuklearmediziner können auch besser sonografieren.

    Bluthochdruck, Vorhofflimmern: Falls das während der Überfunktion auftrat, vergeht das auch wieder, wurde Candesartan etwa nur deswegen verordnet? Sowas nimmt man doch nicht für einen bloß vorübergehenden Zustand? Normalerweise gibt man Betablocker, den hast du ja auch.

    Wurden Leberwerte und Leukozyten kontrolliert?

  3. #3
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    Standard AW: Neumitglied Morbus Basedow // Dankbar für Unterstützung

    Vielen lieben Dank für die superschnelle Antwort und Deine Einschätzung.

    Ich werde nach Deinem Tipp senken, das fühlt sich für mich momentan auf jeden Fall besser an, als auf den 40 mg zu bleiben.

    Szintigrafie beim Nuklearmediziner hätte ich gerne gehabt, aber das sah die Endo nicht als "notwendig" an. Und die Hausärztin will keine Überweisung ausstellen, weil die Endo keine gemacht hat. Ist eine Szintigrafie jetzt nach 3 Wochen 40 mg Carbimazol noch sinnvoll, dann würde ich meine Hausärztin nochmal beknien.

    Bluthochdruck und Vorhofflimmern hatte ich neu seit der Überfunktion. Ich habe Betablocker und Candesartan bekommen, weil das wohl zusammen gut den Blutdruck und die Herzfrequenz senkt. Ich hoffe, das ich das bald auch wieder absetzen kann.

    Leberwerte und Leukozyten habe ich bei der letzten Blutentnahme mitmachen lassen. Die Werte sind im Normbereich. Habe ich ins Profil eingefügt.

    Herzlichen Dank nochmal!!!

  4. #4
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    Standard AW: Neumitglied Morbus Basedow // Dankbar für Unterstützung

    Irgendwann eine gute Sonografie als Bestandsaufnahme wäre schon recht gut. Also nicht zu diagnostischen Zwecken, sondern eben: Bestandsaufnahme per jetzt. Hast du einen schriftlichen Befund von der Endo? "Unauffällig" ist eine Basedow-Schilddrüse nicht wirklich.

    Dass jemand bei Basedow Sartane bekommt, ist höchst seltsam (und ich höre das erste Mal, dass jemand das nehmen sollte). Die Überfunktion ist ja vorübergehend und die Betablocker tun was sie sollten. Ich kenne mich mit Candesartan nicht aus, nämlich ob absetzen oder ausschleichen, aber ich würde zusehen, es schnell loszuwerden, das sind ja keine Lutschbonbons. Die Betablocker muss man definitiv langsam ausschleichen. Nach der nächsten Kontrolle wissen wir mehr, nämlich ob die Überfunktionsphase soweit vorbei sein wird oder nicht bei der reduzierten Dosis und dann kannst du das in Angriff nehmen.

    Wie gesagt, ob das jetzt hinhaut mit meiner Einschätzung oder nicht, kann ich wegen der Umstände nicht sagen, es kann gut werden oder auch in beide Richtungen abweichen von dem, was gut wäre. Aber das wird dann hoffentlich eine besser angepasste und darum besser managbare Dosis sein.

    ----


    Vitamin D bitte das nächste Mal mitmachen lassen.
    -----

    PS
    Beobachte dein Befinden in den 30-er-Tagen und mache weiter, wenn alles unauffällig bleibt, also wenn keine bereits gegangen geglaubten ÜF-Symptome dazu kommen.
    Geändert von panna (21.08.23 um 21:26 Uhr)

  5. #5
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    Standard AW: Neumitglied Morbus Basedow // Dankbar für Unterstützung

    Guten Morgen,

    ich habe heute morgen nochmal mit der Endo-Praxis telefoniert, weil mir das mit den 40 mg bis 06.09. keine Ruhe ließ. Jetzt hieß es: noch heute und morgen 40 mg und ab Donnerstag auf 20 mg Carbimazol reduzieren, in der Woche ab 11.09.2023 wieder Laborwerte.

    Wenn ich meine gesammelten Infos im Forum hier bemühe und Deine Antwort von gestern, panna, dann wäre mein Plan

    ab heute für 5 Tage 30 mg (und beobachten) und dann (wenn gut) ab 27.08. auf 20 mg senken.

    Meine Hausärztin ist jetzt 2 Wochen in Urlaub. Wenn sie zurück ist, frage ich nach dem Candesartan (danke für die Anmerkungen zu den Sartanen). Mein Blutdruck ist immer noch bei 150-160/90-100. Wenn der sich jetzt bessert und die Überfunktion vorüber ist, will ich das auf jeden Fall wieder loswerden, genauso wie den Betablocker.

    Ich frage dann Anfang September auch nach dem schriftlichen Endo-Befund, der war letzten Donnerstag noch nicht da.

  6. #6
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    Standard AW: Neumitglied Morbus Basedow // Dankbar für Unterstützung

    Zitat Zitat von Babs73 Beitrag anzeigen

    Ich frage dann Anfang September auch nach dem schriftlichen Endo-Befund, der war letzten Donnerstag noch nicht da.
    Genau. Das hat man von den Endos .

    Deine letzte Kontrolle war am 16.8. Eigentlich sollte die darauf folgende 2 Wochen später stattfinden. Wenn du jetzt ab 27.8 auf die Kontroll-Dosis gehst, müsste die Kontrolle frühestens 12 Tage danach sein - und spätestens ... eigentlich auch genau dann , weil dann ca. 3 Wochen vorbei sind. Also in der Woche vor der 11.9. (statt ab.).

    Ich bin pingelig, weil diese großzügigen Abstände bei deiner Dosis recht gut auch ins Auge gehen können (buchstäblich).

    Ich bin echt keine Sartan-Expertin, aber diese Mittel sind nicht für Kurzzeitanwendung gedacht, sondern für Bluthochdruck als Daueranwendung. Der Blutdruck geht ja durch die Betablocker schon runter und ohne Überfunktion sowieso. Wenn du sie fragst, wird sie dir sicher eine Antwort geben, die ihrer Verordnung entspricht. Solange dein fT3 noch so hoch ist, wirst du eher nicht symptomfrei sein.

    (Wie du siehst, haben mein Respekt und Gehorsam Grenzen :-)

  7. #7
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    Standard AW: Neumitglied Morbus Basedow // Dankbar für Unterstützung

    Lieben Dank für die Rückmeldung.

    Pingeligkeit ist für mich ein großer Helfer. Ich merke gerade, dass das alles nicht so einfach ist und ich da wohl leider noch zu blauäugig bin ...

    Ich war vorhin total happy, als es von der Endo-Praxis hieß, gehen sie ab 11.09. zur Blutabnahme zur Hausärztin. Ich bin vom 04.-11.09.2023 in Österreich in Urlaub. Dachte schon ich kann mit gesenkter Dosis wunderbar den Urlaub genießen, war wohl mehr Wunschdenken.

    Jetzt bin ich ein bisschen ratlos, was für die nächsten 2-3 Wochen mein "risikoärmster" Weg ist (ohne Urlaub ganz zu streichen). Senke ich schon ab morgen (also 12 Tage vor dem 04.09.2023) auf 20 mg (dann leider sehr abrupt) und fahre am 04.09.2023 vor dem Urlaub noch schnell zur Hausärztin oder direkt auf Privatrechnung ins Labor, damit ich dann aktuelle Werte habe.

    Ich bitte um Entschuldigung für meine vielleicht für Euch abstrusen Ideen ... Ich versuch`s gerade richtig zu machen, aber das leider ein im totalen Blindflug. Aber allein dank Lesen in diesem Forum konnte ich schon die 40 mg bis 06.09.2023 in Frage stellen.

    Meine Hausärztin ist bei Einstellung der Dosis leider raus.

  8. #8
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    Standard AW: Neumitglied Morbus Basedow // Dankbar für Unterstützung

    Warte mal - bis zum 4.9. hast du noch 12 Tage. Nimm morgen-übermorgen 30 und dann 25 bis zum 4.9., was hältst du davon?

    Natürlich stochere ich auch im Dunkeln - schöner wäre es gewesen, 2 Wochen exakt nach Anfang von 40 mg eine Kontrolle, aber das wurden eben 3 Wochen. Und dann, hätten wir die Ergebnisse am 17.8. gehabt, hättest du ab dem 18.8. reduzieren können. Das wäre dann ganz nett ausgegangen bis vor dem Urlaub.

    Aber gut, wenn du am 4.8. zur Kontrolle kannst und die Ergebnisse am 5.8. erfahren kannst, könnte das auch so klappen.

  9. #9
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    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Warte mal - bis zum 4.9. hast du noch 12 Tage. Nimm morgen-übermorgen 30 und dann 25 bis zum 4.9., was hältst du davon?
    So werde ich es machen. Vielen Dank für den Vorschlag.

    Ich weiß, war nicht optimal. Nach dem Besuch bei der Endo und dem Finden dieses Forums im Internet brauchte ich erst ein paar Tage, um mir darüber klar zu werden, ob ich um Rat fragen will. Als dann gestern die 40 mg Empfehlung kam, war`s klar.

  10. #10
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    Standard AW: Neumitglied Morbus Basedow // Dankbar für Unterstützung

    Mach dir nicht allzu viele Sorgen. Es wird von 25 mg aus leichter (in ganz egal welche Richtung) anzupassen, als von 40 ausgehend, wenn du dadurch bereits viel zu tief gerutscht wärest, was erwartbar ist. Denn was darauf ärztlicherseits folgt, ist dann oft ein hilfloses "absetzen" jenseits aller Behandlungsrichtlinien, und das wollen wir nicht. Aber all das hatten wir schon oft und es ist meist schon irgendwie lösbar.

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