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Thema: Long-Covid/Post-Covid durch/und Schildrüsenunterfunktion

  1. #1
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    Standard Long-Covid/Post-Covid durch/und Schildrüsenunterfunktion

    Hallo zusammen,

    ich lese mich schon ein Weilchen durchs Forum und möchte nun gerne meine bisherigen Erfahrungen mit euch teilen. Ich entschuldige mich schonmal für den langen Beitrag, werde aber am Ende nochmal kurz alles zusammen fassen, für diejenigen, die der lange Bericht weniger interessiert (sehr nachvollziehbar). Für mich ist es jedoch wichtig, das ganze ausführlich zu erzählen, vielleicht besonders, da ich mir gewünscht hätte, das die Ärzte alles mehr zugehört und mich daher früher behandelt hätten. Oder es hilft einfach jemanden, der sich in einer ähnlichen Situation wiederfindet. Ich selber habe schon einige Themen gelesen und manchmal fehlten mir einfach spätere Informationen und daher jetzt der ausführliche Bericht
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    Bei mir fing alles nach einer Corona-Infektion Anfang März an, seitdem spielt mein Körper quasi verrückt. Schon während der akuten Infektion waren einige Sachen anders als sonst, insbesondere fiel mir bereits nach einigen (drei oder vier) Tagen auf, dass es mir abends im Vergleich zu morgens recht gut ging. Allerdings trat am nächsten Tag nicht wie erwartet eine deutliche Besserung ein, sondern es war morgens wieder schlechter und verbesserte sich zum Abend.
    Nach 3 Wochen versuchte ich wieder zu arbeiten, war aber wirklich noch sehr erschöpft und habe auch kurze Wegstrecken (ca. 1km) nur mit großer Anstregung zurücklegen können. Zu diesem Zeitpunkt verbesserte es sich allerdings noch, auch wenn nur langsam.

    Nach fünf Wochen kam dann der Umkehrpunkt. Nach einer kurzen aber anstregenden Dienstreise (ich wollte unbedingt fahren und hätte mich selber mehr zurückhalten sollen), war ich einfach komplett fertig. Habs erstmal auf zu wenig Schlaf geschoben, war aber auch nach einem sehr ruhigen Wochende nicht fit. Also wieder krank gemeldet (ca. 1 Woche), das ganze wurde wieder ein bisschen besser und ich hatte die Hoffnung alles hinter mir zu haben, wurde sogar ein bisschen aktiver. Dann kam aber ein Tag an dem ich es dann wohl ein bisschen übertrieben hab. Obwohl ich mich tagsüber schon bewegt hatte und davon sehr fertig war, hab ich mich abends noch mit Freunden getroffen und die unbedingt Dart spielen wollten (für Gesunde ist das ja eigentlich nicht wirklich anstrengend). Aber nach dem Tag war das bisschen Arm bewegen erschreckend anstregend und noch viel mehr das ständige aufstehen und setzten, während man wartet. Am nächsten Tag wurde es dann noch schlimmer, das laufen wurde wieder anstrengender und es kam etwas neues dazu: Beim Kleider raus suchen im Schrank schmerzten meine Arme, das wühlen an der Kleiderstange war anstregend. Und ich empfand normales auf einem Stuhl sitzen als anstrengend. Das Sitzen machte mich einfach innerlich schwindelig/kribbelig. Wenn ich die Füße hochlegte, verbesserte es sich doch erheblich.

    Von da an gings erstmal steil bergab, an Arbeiten war gar nicht mehr zu denken. Ich freute mich zwar, wenn Freunde vorbei kamen, aber ich musste mich immer wieder aufs Sofa setzen (Beine hochlegen) und den Rest des Tages lag ich eh im Bett. Morgens bin ich mit meinem Freund wach geworden und konnte dann nicht mehr schlafen, fühlte mich aber total kaputt (wurde wie oben beschrieben im Tagesverlauf besser). Selbst das Handy bedienen tat in den Armen weh und war auch geistig anstregend. Fernsehgucken ging immerhin, allerdings durfte es auch nichts anspruchsvolles sein. Trotz der Schmerzen veruschte ich immer wieder kleine Strecken zu gehen oder mit einkaufen zu gehen, aber es war einfach mega anstregend, ich war viiiieeel langsamer als sonst (Opas und Omis überholten mich recht zügig) und mir taten Arme und Beine bei Bewegung weh. Also sie fühlten sich schwer an, wie man es vielleicht bei einem Grippaleninfekt kennt. Zudem kam ein Krampfgefühl in meinen Unterschenkeln nach einigen hundert Metern dazu, das dann mit jedem Schritt stärker wurde. Auch Duschen war ein richtiger Kraftakt und ich brauchte einige Zeit seelische Vorbereitung davor und danach auch mindestens eine halbe bis ganze Stunde im Bett, um mich davon zu erholen (z.T. bevor ich mich dann auch anziehen konnte). Abends bin ich eine Zeit lang sehr früh eingeschalfen, weil ich einfach so kaputt war. Normalerweise kuschele ich mich dazu an meinen Freund, aber das ging nicht, ich musste mich in einer Position zusammen kauern, damit die Schmerzen erträglich waren und ich glaube, das Abwenden hatte da auch was mit Berührungsempfindlichkeit zu tun. Nachmittags und vor dem Schlafen waren die Schmerzen in Armen und Beinen z.T. so schlimm, dass ich gerade mit den Armen nur eine Position einnehmen konnte, weil in allen anderen Positionen das Gefühl da war, das selbst z.B. wenn die Arme auf den Stuhllehnen abgelegt wurden sind, trotzdem noch schmerzahafte Anspannng in den Muskeln war. Oder ich abends nicht mehr die Hand heben konnte, weil es einfach zu schmerzhaft war. Ich erinnere mich auch an einem Tag, an dem ich wirklich bezeifelte, dass ich schaffe vom Stuhl aufzustehen und mir Nachschlag aus dem ca. 3m entfernten Backofen zu holen. Im Prinzip funktionierte aber noch alles, es musste nur langsam ausgeführt werden und war unheimlich anstregend und schmerzend. Und ich brauchte viel Ruhe danach.

    Natürlich war ich in dieser Zeit jede Woche beim HA, ich brauchte ja meine Krankschreibung. Jede Woche wurde ich für eine Woche krankgeschrieben und hörte nur, viele fühlen sich nach Corona kaputt, das geht wieder weg. Natürlich war ich nicht ganz so ausführlich wie hier beschrieben, aber die Ärzte (Gemeinschaftspraxis und Urlaubszeit) fragten nicht genauer nach. Und in den Medien wurde ja auch genug über Long-Covid berichtet. Einmal fiel, dass ich nächste Woche eine Blutabnahme machen könnte, wenn es nicht besser wird, aber die hätten bei Corona-Patienten bisher nichts gefunden. Aber mit jeder Woche wurde es etwas besser, ein winziges bisschen, aber im dem Zustand fühlte sich einfach jede kleine Besserung positiv an und die Ärzte sprachen die Blutabnahme nicht mehr an. Zudem glaube ich, dass ich hab gar nicht richtig realisiert habe, wie schlecht es mir wirklich ging. Mir fällt es mittlerweile schon sehr schwer das alles Nachzuempfinden, weil es so unwirklich ist. Ich habe einfach mit aller Mühe versucht ein möglichst normales Leben zu probieren. Ich hab sogar wieder versucht zu arbeiten, nur 4h am Tag (Büroarbeit). Aber selbst das war zu viel, der Boden war mir oftmals deutlich sympatischer als mein Bürostuhl (und das mit Hocker zum Füße hochlegen). Arbeiten sowie der Alltag waren einfach eine Qual.

    Drei Monate nach meiner Covid-Infektion (Anfang Juni) bestand ich dann auf die Blutabnahme und war heilfroh als man eine Schildrüsenunterfunktion feststellte (Werte folgen am Ende). Soweit ich das beurteilen kann, hat meine HA dann auch richtig gehandelt und die TPO-AK nachgeordert und einen Ultraschall der Schildrüse gemacht. Diagnose: Hashimoto.

    Allerdings erwartete meine HA hier nicht allzuviel, da nach ihrer Ansicht die Symotme nicht typisch waren und die Hashimoto Thyreoditis schon länger bestand. Da ich im letzten Jahr zwei Phasen hatte, in denen ich sehr stark abgenommen und auch zu diesem Zeitpunkt ungewöhnlich stark auf Stress reagiert hatte, klang das für mich auch wie eine Phase der Überfunktion und plausibel. Zudem hatte ich bereits verschiedene weitere Veränderungen im letzen Jahr bei mir festgestellt, die ich nicht in Verbindung gebracht hatte, die aber zur UF passen würden. Einzeln hatte die Symptome mich nicht beunruhigt oder ich hatte eben andere Erklärugen (Haarausfall -> längere Haare und somit mehr knoten, Absenkung der Körpertemperatur (Basaltemperatur), Verwechseln von Worten im Satz, aufkommende Depression im Corona-Winter -> 6 Monate 100%-Homeoffice, fehlende soziale Kontakte und Ausflugsmöglichkeiten).

    Auch wenn es hieß, es dauere einige Tage/Wochen bis die Tabletten wirkten (50µg L-Thyroxin) hatte ich direkt das Gefühl, dass die Schmerzen in meinen Armen, wenn ich in Ruhe bin besser geworden sind. Allerdings hab ich mich auch kurz danach wieder krank gemeldet und somit wieder Bewegung und insgesamt mehr Ruhe. Dabei landete ich jedoch wieder beim anderen HA in der Praxis und wurde auf 100µg hochgesetzt. Selber irritierte mich das ganze, vorallem weil ich niemand mir gegenüber das Einschleichen erwähnt hat, aber der gefühlte Erfolg mit 50µg und keine bemerkten Nebenwirkungen haben mich dann auch nicht lange zögern lassen. Allerdings war die gesamte Verbesserung nur minimal, und auch die Erstwirkung der 50µg schob ich zu diesem Zeitpunkt mehr auf die Krankschreibung.

  2. #2
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    Standard AW: Long-Covid/Post-Covid durch/und Schildrüsenunterfunktion

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    So nun die versprochene Zusammenfassung:


    • Anfang März: Corona-Infektion (PCR bestätigt)
    • Ab Mitte April:Verschlechterung und Beginn von Gliederschmerzen außerhalb der Akutinfektion
    • Symptome:
      • Gliederschmerzen:
        • in Bewegung, aber auch in Ruhe nach Bewegung, z.T. selbst bei der Bewegung im Bett nach dem Aufwachen, z.T. nur einige Positionen die Linderung bieten.
        • Schweregefühl in Armen und Beinen (bis Brennend)
        • Zu Beginn in den Warden krampfartige Schmerzen beim Gehen, Verbesserung mit der Zeit
        • Beine fühlen sich z.T. auch wie Wackelpudding an, oder steif, als könnte man sie nicht richtig bewegen.
      • Erschöpfung, Fatigue: Alles ist anstregend. Im Extremfall: Selbst der Gang vom Tisch zum Backofen (3m) scheint unmöglich, irgendwie funktioniert aber alles. Duschen ist eine Qual, sehr lange Ruhezeiten, vorher/nachher benötigt. Gehen ist nur sehr langsam möglich.
      • Atemlosigkeit: Treppesteigen, kleinste Berge hoch gehen, normales Gehtempo führt zu schnellem Atem/Erschöpfung. Maske verstärkt Atemlosigkeit noch, vorher kein Problem.
      • Schwankung im Tagesverlauf: Morgens schlapp, abends deutlich fitter (bei genug Ruhe)
      • Schwankungen im Zyklusverlauf: Periode bis Eisprung -> plötzliche bzw. langsame Symptomverbesserung; Eisprung bis Peridode -> Symptomverschlimmerung
      • Belastungsintoleranz: Grundsätzlich erschöpft nach Bewegung, bestes Beispiel: Feier mit Tanz trotz Schmerzen/Erschöpfung -> deutliche Symptomverschlechterung an mindestens zwei Tagen danach.
      • Unruhe/Schwindel beim Sitzen: Füße hochlegen hilft; das Gefühl, dass der Boden verdammt attraktiv ist
    • Anfang Juni: Erste BE und Diagnose Hashimoto (Blutwerte und Ultraschall)
      01.06.2022: (keine Medis, morgens)
      TSH 33.90 µlU/ml (0.27-4.20)
      ft4 0.7 ng/dl (0.9-1.8) -22%
      Anti-TPO 235 U/ml (<34)
    • 2.6.2022 Start L-Thyroxin 50µg
    • 8.6.2022 Erhöhung auf 100µg
    • 22.06.2022 (100µg L-Thyroxin, morgens, ca. 24 h nach Einnahme)
      TSH 4.87 µlU/ml (0.27-4.20)
    • 23.06.2022 Erhöhung auf 125µg
      -> erste Besserung nach 3 Wochen und Dosis von 125µg (z.T. Verbesserung am ersten Tag der Einnahme/der Dosisänderung)
    • Juli: Kopf CT-> unauffäliger Befund
      25.07.2022 (125µg L-Thyroxin, morgens, ca. 24 h nach Einnahme)
      TSH 0.53 µlU/ml (0.27-4.20)
    • August: Kopf MRT -> ohne Befund
    • AUgust: Untersuchungen beim Neurologen-> Ohne Befund
    • September: Schildrüsenunterschall, Verdacht: stark gewachsene Knoten
    • September/Oktober: NUK -> Ultraschall und Szintigrafie ohne Befund; Vorschlag Thyroxin zu reduzieren (112µg), latente Überfunktion, Volumen 13ml
    • 27.09.2022 (125µg L-Thyroxin, mittags, ca. 5h nach Einnahme)
      TSH 0.28 µU/ml (0.40-2.50)
      ft4 1.35 ng/dl (0.9-1.8) 50%
      ft3 2.95 pg/dl (2.2-5.0) 27%
      Anti-TPO 417 lU/ml (<35)
    • 04.10.2022 (125µg L-Thyroxin, morgens nach einer Woche Pause)
      TSH 3,11 µU/ml (0.40-2.50)
    • 03.11.2022 (125µg L-Thyroxin, morgens, ca. 24h nach Einnahme)
      TSH 1.57 µlU/ml (0.27-4.2)
    • 05.11.2022 Beginn mit 20µg Thybon -> Beginn deutliche Symptomverbesserung
    • 24.11.2022 (125µg L-Thyroxin, 20µg Thybon, morgens, ca. 24 h nach Einnahme)
      TSH 0.04 µlU/ml (0.27-4.2)
      ft4 1.5 ng/dl (0.9-1.8) 66%
      ft3 4.2 pg/dl (2.0-4.4) 92%
    • 29.11.2022: (Endo, morgens)
      Vitamin D: 17 (>30)
      (Werte bisher nur übers Telefon, Einheiten und genauer Referenzwert folgen)
    • 06.12.2022: Beginn Dekristol 20.000IE 1x pro Woche

    Deutliche Symptomverbesserung seit Einnahme vom Thybon, Erschöpfung und Schmerzen sind weniger geworden, insbesondere kann ich wieder beim Gehen mit Gleichaltrigen (halbwegs) mithalten, Treppensteigen funktioniert auch wieder in (halbwegs) normaler Geschwindigkeit.

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    Erstmal will ich bis Ende Januar die Dosis halten (nächster Termin beim Endo) und hoffe, dass es weiter so aufwärts geht. Ich freue mich aber, wenn jemand von ähnlichen Erfahrungen berichten kann, und auch gerne Alternativen oder weitere Ideen einwirft. Meine HAs schienen ja nicht besonders erfahren, der Endo wirkte kompetenter, aber das war erstmal nur ein Ersteindruck und mein Verhältnis gegenüber Ärzten ist gerade nicht so gut

    • Des weiteren beschäftigt mich das mit der Intensität der Symptome im Tages- bzw. Zyklusverlauf. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Was habt ihr dagegen unternommen?
    • Und das mit dem Alkohol finde ich auch sehr intressant. Hilft das bei euch auch gegen Schmerzen? (Beunruhigender Gedanke) Wie geht es euch (am Tag) danach?
    • Wie sieht es mit Belastungsintoleranz aus? Ich hab die Erfahrung nach viel Bewegung gemacht, kann aber Zyklusschwankungen und Alkohol nicht ausschließen.
    • Sind ähnliche Symptome bei euch auch nach einer Coronainfektion aufgetreten?

  3. #3
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    Standard AW: Long-Covid/Post-Covid durch/und Schildrüsenunterfunktion

    Moin,

    zu Corona kann ich gar nichts sagen, aber bin regelrecht schockiert, dass man Dir ohne Messung die riesige Menge von 20 mcg T3 aufgedrückt hat. Die Werte von Ende November gehen Richtung Überdosierung, die natürlich auch innerhalb der Normgrenzen bereits stattfinden und entsprechende Symptome verursachen kann. Insofern - Obacht, falls sich Zittern, hoher Blutdruck, Schwitzattacken, Panikanfälle oder sonstwas Ungewohntes zeigt. Überdosierung kann natürlich auch müde machen, wenn alles auf Hochtouren läuft. Von langfristigen Problemen fange ich gar nicht an.

    Davon abgesehen sind mir die mitunter kurzen Zeitabstände zwischen den Blutuntersuchungen nach Dosiswechseln aufgefallen. Ich denke, damit tust Du Dir keinen Gefallen. Am besten 6 bis - noch besser - 8 Wochen warten, wenn die Dosis geändert wurde. Vier Wochen sind einfach zu wenig. Zumindest wenn es um das Feintuning geht.

  4. #4
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    Standard AW: Long-Covid/Post-Covid durch/und Schildrüsenunterfunktion

    Hey

    Erstmal danke für die Rückmeldung.

    Mich hatte die Menge auch sehr überrascht, nachdem ich mich hier durchs Forum gelesen habe. Messungen gab es aus meiner Sicht vom NUK (27.09.22), da danach die Dosis nicht angepasst wurde und ich zu dem Zeitpunkt die Dosis 3 Monate gehalten haben. Also bisher die Aussagekräftigsten. Ob meine HA die aber als Grundlage genommen hat oder nur den TSH-Wert danach ... ich hab keine Ahnung (um positiv zu bleiben). Ich weiß auch nicht, warum ich Thybon statt einer Dosiserhöhung bekommen habe. Sie meinte nur, Sie wolle was anderes ausprobieren.

    Das mit der Überdosierung sehe ich vollkommen ein. Hier hätte ich auch eher das Thybon satt Thyroxin (125->112) reduziert, aber HA wollte letzteres und Endo hat nicht widersprochen. Allerdings geht es mir seit der Einnahme von Thybon deutlich besser und bisher hab ich keine (mir auffallenden) ÜF-Symptome. Allerdings hab ich auch noch genug Probleme, aber es war wirklich ein Besserungssprung bei der Einnahme. Aber ca. 1,5 Woche nach Einnahmebeginn hatte ich tatsächlich für ca. 10 Tage mit Herzrasen zu tun (wobei ich auch ohne Medis einen schnellen Puls und eher niedrigen Blutdruck habe) und da wurde in der Praxis auch ein hoher Blutdruck (160/90) gemessen. Das hat die HA aber explizit gesagt, dass das nicht vom Thybon kommen kann . Daher nochmal danke für den Hinweis, ich gebe weiterhin acht auf neue Symptome

    Ja, das mit dem Feintuning und den längeren Zeitraum sehe ich vollkommen ein. Denke aber am Anfang war es ganz gut, da ich wirklich so gut wie nix vom Thyroxin gespürt hatte und es mir wirklich schlecht ging. Also komisch fand ich es schon, aber zu dem Zeitpunkt habe ich nach jedem Halm gegriffen und hab zum Glück keine Nebenwirkungen ausgemacht. Die Erhöhung auf 125µg hab ich dafür dann schon am ersten Tag positiv bemerkt. Ebenso das Thybon.
    Jetzt will ich ja auch erstmal bis Ende Januar warten, dann kommt die nächste Blutuntersuchung. Hoffe einfach, das bis dahin keine ÜF-Symptome auftauchen.

    Vielleicht noch eine Frage zu den Werten vom NUK am 27.09.22. Hier wurde empfohlen die Dosis zu senken. Aber sind die Werte wirklich so verkehrt nach Thyroxin-Einnahme am morgen? Die sehen für mich doch noch in Ordnung aus, der niedrige TSH kann doch von der Einnahme kommen, oder sehe ich das falsch?

  5. #5
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von roxanne
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    Standard AW: Long-Covid/Post-Covid durch/und Schildrüsenunterfunktion

    Also, ich muß Muddi zustimmen, du bist massiv überdosiert, was ziemliche Probleme machen kann, vielleicht nicht sofort, aber sicher später.
    Diese Werte
    • 24.11.2022 (125µg L- Thyroxin, 20µg Thybon, morgens, ca. 24 h nach Einnahme)
      TSH 0.04 µlU/ml (0.27-4.2)
      ft4 1.5 ng/dl (0.9-1.8) 66%
      ft3 4.2 pg/dl (2.0-4.4) 92%
    zeigen das ganz deutlich. Es sind Tiefstwerte und schau mal wo dein ft3 steht. Wenn da nun 20 µg Thybon draufkommen, prost Mahlzeit.
    Es mag ja sein, dass Thybon dir gut tut, aber 20 µg ist viel zu viel, 5 µg auf den Tag verteilt wäre sicher Rauch ausreichend.
    Ich finde es aber befremdlich dass die HÄ diese Dosis nur aufgrund des TSH verordnet. Der letzte bekannte ft3 war jedenfalls völlig ok.

    Behalte bitte im Hinterkopf dass HÄ und Endos sich nicht unbedingt gut mit SD auskennen und die Folgen ihrer Verordnungen nie aushalten müssen.

  6. #6
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    24.11.2022 (125µg L- Thyroxin, 20µg Thybon, morgens, ca. 24 h nach Einnahme)
    [...]
    ft3 4.2 pg/dl (2.0-4.4) 92%
    bedeutet, dass du den Großteil des Tages weit überm Referenzbereich liegst. Das mindeste, was du definitiv tun solltest, wäre diese Dosis zu splitten, damit du nicht 1 bombastischen Peak hast, sondern wenigstens mehrere nicht ganz so große. Noch sinnvoller fände ich natürlich eine Senkung des Thybons, fT3 und TSH sprechen schon eine deutliche Sprache. Mit Splitten würdest du bei 20µg vermutlich immer noch die meiste oder die ganze Zeit überm Referenzbereich liegen. Auch wenn du subjektiv im Moment nichts spürst, ist das sicher langfristig nichts Gutes. Knochenabbau wird beschleunigt, Herz stärker belastet.
    Möglicherweise hat dir deine HÄ nur deswegen 20µg verordnet, weil sie zu denen gehört, in deren Weltbild nur ganze Tabletten existieren und keine geteilten.
    Ich würde aktuell zumindest auf 10 runtergehen, möglichst zeitnah, damit es sich bis zum Endo-Termin noch mit mind. 6 Wochen ausgeht.

    Belastungsintoleranz in geringerem Maße kenne ich schon auch durch UF, wo ich z.B. nach Wirbelsäulengymnastik (subjektiv nicht sehr anstrengend) 2 Tage überproportional erschöpft war. Oder sich-akkumulierende Erschöpfung über die Arbeitswoche hinweg, bis am Ende der Woche auch die Regeneration über Nacht nicht mehr reicht und ich schon beim Aufwachen k.o. bin. Kam immer wieder mal alle paar Monate vor, bis ich mit T3-Einnahme begonnen habe, seitdem nicht mehr.

    Die Wirkung des Alkohols lässt sich wahrscheinlich zumindest zum Teil über seine muskelentspannende Wirkung erklären. Du schreibst ja von Krämpfen, wahrscheinlich haben auch die restlichen Muskeln einen zu hohen Tonus --> schlechtere Durchblutung --> Schmerz.

  7. #7
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    Ach herje, ich hab mich seid Monaten erstmal besser gefühlt und jetzt das. Also nicht das ihr mich falsch versteht, ich verstehe eure Antworten und hab genau das auch zu Beginn gedacht bzw. als ich die Werte gesehen hab. Hab mich dann auch nicht mehr über das kurzeitige Herzrasen bei den Werten gewundert.
    Ich will auch nicht auf Thybon schwören, die Wirkung hat mir nur bestätigt, dass die Schildrüse zumindest einen großteil meiner Symptome ausmacht.

    Auch wenn mich die Antworten, tut es gut zu hören, dass meine Wahrnehmung der euren entspricht. Seht ihr denn kurzfristig Probleme (solange ich nichts merke) bei der Dosis? Also bis zu den nächsten Werten Ende Januar?

    Und roxanne du meintest der ft3 Wert am 27.9 ist in Ordnung, was ist mit TSH und ft4? Ich war da auf jeden Fall noch in UF, also misste ich da was ändern. Wenn du von Thybon abrätst (da ft3 in Ordnung), dann Thyroxin rauf? Gebe zu das ist theoretisch, aber es intressiert mich für den weiteren Verlauf.

  8. #8
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von roxanne
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    Die Werte am 27.09. sind m.M. nach ok, auch wenn man die Einnahme 5 Stunden vorher berücksichtig.
    In UF warst du nicht.
    Und warum hast du vor der BE am 04.10. eine Woche nichts genommen? Das passt jedenfalls nicht zu deiner Vermutung in UF gewesen zu sein.
    Für meinen Geschmack ging bei dir zu viel durcheinander.

    Am LT würde ich erstmal nichts ändern, aber Thybon senken.
    Und diese Dosis mindestens 8 Wochen halten.

    Ich war auch mal so drauf und habe sowohl zu viel LT als auch zu viel T3 genommen. Es ging mir auch zunächst richtig gut, aber dann kamen Probleme. Zum Glück nichts mit Herz oder Knochendichte, dazu war die Überdosierung zu kurz.
    Ich mußte stark senken und T3 ganz absetzen. Inzwischen bin ich auf 63 µg runter und es geht mir gut.

  9. #9
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    Niemand kann sagen, wie lange der hohe ft3-Wert gutgeht. Kann sein, dass Du diese Nacht mit einer Bluthochdruckattacke ins Krankenhaus musst; kann sein, dass in 5 Jahren die Knochen bröseln.

    Die Gefahr, die ich ganz persönlich sehe, ist, dass sich jetzt im Winter ein Infekt einnistet und das Herz bereits vom T3 so stark beansprucht ist. Ich würde dem Vorschlag folgen, JETZT das T3 zu senken. Eventuell stellen sich sowas wie Entzugserscheinungen ein, vielleicht auch nicht.

  10. #10
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    Zitat Zitat von roxanne Beitrag anzeigen
    Und warum hast du vor der BE am 04.10. eine Woche nichts genommen? Das passt jedenfalls nicht zu deiner Vermutung in UF gewesen zu sein.
    Das war absolut nicht freiwillig. Ich hatte eine Szintigrafie und da der NUK da eh Werte nimmt, wollte mein HA vorher keine machen.
    Ich hab wirklich gebetelt nur 1 Woche das Thyroxin abzusetzen anstatt 2, und das war dann auch mit meinen Anfangswerten vom NUK aus okay.
    Die ersten Tage waren auch okay, aber dann kamen Symptome/Schmerzen wieder die ich einige Monate nicht mehr hatte.

    Die Werte vom 27.9 und 4.10 sind beide vom NUK.

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