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Thema: Umwandlungsstörung in kalter Jahreszeit?

  1. #21
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    Standard AW: Umwandlungsstörung in kalter Jahreszeit?

    Es gibt Untersuchungen an frisch Verstorbenen.
    Genau. Und die hatten sogar an NTI-Gestorbene und plötzlich ohne vorhergehende NTI (an Trauma) Verstorbene verglichen, sehe ich gerade, und Unterschiede festgestellt. Wobei, ob man das Gewebe an Trauma Verstorbener mit gesundem Gewebe vergleichen kann - aber man hat nichts Besseres.

    Aber eines kann man an Verstorbenen feststellen, genau das, wie du sagst: Versorgung von Gewebe X ist nicht gleich Versorgung Gewebe Y, Dejodasen sind lokal verantwortliche Manager, sozusagen.

    So in etwa. In den TsH-sezernierenden Zellen (und eventuell anderer Hirnregionen) sinkt die Umwandlung nicht, wenn mehr T4 zur Verfügung steht, in den anderen Geweben schon. Darum misst das TsH sozusagen mehr T3 als außerhypophysär zur Verfügung steht.
    "Darum misst" oder "darum hat"? Ich habe das nämlich immer so verstanden, dass der Spiegel in den TSH-sezernierenden Zellen nicht sinkt, weil dort ein guter und konstanter Spiegel für den Regelkreis-Job hohe Priorität hat, d.h. für die Messung selbst wichtig ist. Das hieße aber dann, dass die Hypophyse den Spiegel (im KÖrper) doch nicht am Niveau des eigenen Regelkreises feststellt. - Und wenn die Sache mit der direkten Entsprechung zwischen pulsatiler TSH-Auschüttung auf der einen und T3-Spiegel auf der anderen Seite so stimmt, dann kann man auch nicht davon ausgehen, dass das TSH vom T3-Spiegel nichts weiß und quasi blind steuert.

    Aber das jetzt nur nebenbei.

  2. #22
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    Standard AW: Umwandlungsstörung in kalter Jahreszeit?

    @panna: verstehe nicht, was du meinst. In der Hypophyse wird die Halbwertszeit der Typ-2-Dejodase nicht bei mehr Substrat (T4) kürzer, wie sonst im Körper. Dadurch zeigt das TsH eine Hormonwirkung (durch das in der Hypophyse umgewandelte T4 an den Rezeptoren, wodurch das TsH gehemmt wird) an, die im Restkörper geringer ausfällt. (Zumindest bis zu dem Punkt, wo soviel Substrat da ist, dass der Effekt keine Rolle mehr spielt.) Das meinte ich.

  3. #23
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    Standard AW: Umwandlungsstörung in kalter Jahreszeit?

    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen
    Weder die Wissenschaft noch selbst Theoretisiertes können ausreichend Geduld ersetzen.
    Wie viel Geduld soll man haben, wenn man seit Jahren von Arzt zu Arzt zieht und nur Schulterzucken erntet.

    Zuletzt habe ich 9 Monate auf einen Termin in einer speziellen Muskelambulanz gewartet. Die Ärztin dort hat nur ein paar Reflextests gemacht und meinte dann: "Keine Ahnung, vielleicht Fibromyalgie, aber das ist eh nur eine Ausschlußdiagnose."

    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen
    Wie sieht es eigentlich mit Eisen und Magnesium aus?
    Die Eisenwerte (inkl. Transferrin und Ferritin) waren bei mir noch nie auffällig, lasse ich aber trotzdem kontrollieren.
    Einen Magnesiummangel kann man in Deutschland leider nicht feststellen.
    Ich nehme dennoch aktuell 2x3 x 113mg Tri-Magnesiumdicitrat von tri-mag.eu und versuche sogar zusätzlich Magnesiumchlorid-Fußbäder, auch wenn ich dabei skeptisch bin, weil Magnesium eigentlich nicht die Hautbarriere durchdringen kann.

    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen
    Meistens ist man bei Problemen kein außergewöhnlicher Sonderfall, bei dem die üblichen Zusammenhänge nicht gelten, sondern hat etwas übersehen. Oder der Arzt.
    Zuletzt habe ich mit einer Hashimoto-Expertenhotline telefoniert. Der Arzt meinte nur, dass wir die Erkrankung noch gar nicht wirklich verstehen. Das war wenigstens mal ehrlich.
    Der letzte Endokrinologe war sich sicher, dass meine Symptome nicht von Hashimoto kommen, weil ich doch "gut einstellt" bin. Dabei sind die alle in den UF-Symptomlisten.

  4. #24
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    Standard AW: Umwandlungsstörung in kalter Jahreszeit?

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Nein. Bekannte Folge der überflüssigen T4-Erhöhung aus übertriebener Sorge um den fT3-Wert, der erstens nicht die gesamte Versorgung anzeigt und zweitens ist die Messung von Haus aus etwas wacklig, da der freie Anteil so unglaublich winzig ist. Wenn du T4 über den eigentlichen Bedarf hinaus erhöhst (und 1,5 ist bei diesem fT4-Referenzbereich schon höher, als er erscheint, kannst ja in einem anderen Labor checken), heißt das nicht, dass du weniger T3 hast.
    Ich bin momentan auch weg davon, LT unnötig zu erhöhen, weil ich gelesen habe, dass ein hochnormaler fT4-Spiegel bereits mit Herzgefährdung einhergeht.
    Früher hab ich im Winter auf 112,5 erhöht und im Sommer auf 100 gesenkt und Probleme gab es meist nur während der Übergangszeit.

    Seit 2021 ist der Wurm drin. Die Erhöhung auf 112,5 im Winter endete mit Muskelkrämpfen im Krankenhaus, da war der fT4 am oberen Ende.
    Zuletzt war ich im November 2022 auf 106,25 und hatte Probleme mit der Körpertemperatur (35,0) und zu wenig Magensäure. Die Füße waren trotz doppelten Socken so kalt, dass es schon schmerzte. Deshalb hat mich mein Arzt zum Gefäßexperten geschickt, aber der meinte, die Gefäße sind in Ordnung.
    Ich habe dann für eine Woche auf 112,5 erhöht und als dann starke Krämpfe in den Füßen auftauchten, habe ich wieder auf 100 gesenkt.
    Ende Dezember ging es mir dann komischerweise für ein paar Tage gut, aber parallel tauchte mal wieder eine Gürtelrose auf und am 7. Januar fing dann alles langsam wieder von vorne an: Frieren, niedrige Körpertemperatur, nächtliches Einschlafen der Finger, Schmerzen an Armen und Beinen, sowie Magensäuremangel.

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Manchmal ist es besser, beim Frieren im Winter einfach eine Schicht mehr anzuziehen :-)
    Funktioniert bei mir tatsächlich nicht. Ich sitze hier mit Daunenjacke, Thermo-Unterwäsche, doppelten Socken und sogar Wärmflasche und friere trotzdem.

  5. #25
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    Standard AW: Umwandlungsstörung in kalter Jahreszeit?

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Ich bin für den Pullover und gegen das Temperaturmessen sowie den Gang zum Hausarzt (zumal bei den Werten, die Oliver anführt).
    Aber OK, ich bin da irgendwie ... sehr anders, will nicht weiter stören
    Pullover helfen aber nicht gegen Muskelschmerzen und sogar Muskelschwäche, die sich kein Neurologe bisher erklären konnte.

    Im Moment habe ich in den Oberarmen z.B. ein Gefühl, als hätte man sich den Musikantenknochen gestoßen. Das soll eigentlich der Nervus Ulnaris sein, der auch den kleinen und Ringfinger versorgt. Die schlafen mir auch gerne mal nachts ein, trotz Schienen. Neurologen können aber nichts feststellen.
    Bei SD-Unterfunktion wird immer nur das Karpaltunnelsyndrom erwähnt, wobei sich Zuckermoleküle durch die Unterfunktion an den Nerven ansammeln sollen.

    Warum sollte das nur zum Karpaltunnelsyndrom führen?

    Wenn es mir dagegen gut geht (was selten geworden ist), dann habe ich auch diese Probleme nicht. Es ist also keine generelle Einengung von Nerven, die würde der Neurologe dann eben auch messen können.

  6. #26
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    Standard AW: Umwandlungsstörung in kalter Jahreszeit?

    Zitat Zitat von oliver1979 Beitrag anzeigen
    Funktioniert bei mir tatsächlich nicht. Ich sitze hier mit Daunenjacke, Thermo-Unterwäsche, doppelten Socken und sogar Wärmflasche und friere trotzdem.
    Kenne ich (und auch bei mir die Gefäße i.O.), wobei ich nicht sagen könnte, warum es an manchen Tagen richtig gut ist, an anderen schon schmerzende Gliedmaßen vor lauter Kälte. Und da hilft de facto nicht dickere Kleidung. Auch die Wärmflasche und das Heizkissen nicht. Das einzige, was dann streckenweise hilfreich ist, ist Bewegung nach einer heißen Dusche.

  7. #27
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    Standard AW: Umwandlungsstörung in kalter Jahreszeit?

    Zitat Zitat von Ness Beitrag anzeigen
    Eine aktuelle Übersichtsarbeit zum Verhältnis von Serum-T3 und der T3-Wirkung in Organen/ Geweben:
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/art...2/#!po=29.2079
    "Angesichts dieser direkten Beziehung zwischen Serum- und Gewebe-T3-Gehalt und T3-Signalisierung in den meisten Geweben könnten Ärzte, die Patienten mit Hypothyreose behandeln, ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Überwachung der Serum-T3-Spiegel richten"

    Update: Noch ein Auszug aus dem Text:
    "Dies könnte klinische Konsequenzen haben, da mit LT4 behandelte Patienten mit normalen Serum-TSH-Spiegeln möglicherweise keine vollständig wiederhergestellte TH-Ökonomie aufweisen. Bei diesen Patienten sind die Serum-T4-Spiegel leicht erhöht (~10 %), während die Serum-T3-Spiegel leicht erniedrigt sind (~10 %). Bei etwa 15 % der Patienten sind die Serum-T3-Spiegel unter den normalen Referenzbereich abgesenkt ( 63 – 65 ). Basierend auf allem, was oben besprochen wurde, weisen diese Daten darauf hin, dass bei einer beträchtlichen Anzahl von mit LT4 behandelten Patienten der T3-Serum- und -Gewebeinhalt sowie die T3-Signalgebung möglicherweise nicht vollständig normalisiert wurden."

    Unser größtes Labor hier bietet neben TSH, Antikörpern, TBG nur noch die freien Werte an.

    Ganz am Anfang meiner Diagnose hat mein Hausarzt noch einfache T3 und T4 Werte ermittelt:
    TSH: 4,687 mU (0,35 - 5)
    T3: 1,24 (0,58 - 1,59)
    T4: 9,57 (4,9 - 11,7)

    Könnten das die Serum-Spiegel gewesen sein? Falls ja, was sagt dann so ein T3-Serum-Spiegel aus, wenn der direkt mit dem Gewebe-Spiegel (außer in Gehirn und Hypophyse) zusammenhängt?
    Ich war von den Symptomen eindeutig in Unterfunktion.
    Geändert von oliver1979 (16.01.23 um 19:34 Uhr)

  8. #28
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    Zitat Zitat von joia Beitrag anzeigen
    Kenne ich (und auch bei mir die Gefäße i.O.), wobei ich nicht sagen könnte, warum es an manchen Tagen richtig gut ist, an anderen schon schmerzende Gliedmaßen vor lauter Kälte. Und da hilft de facto nicht dickere Kleidung. Auch die Wärmflasche und das Heizkissen nicht. Das einzige, was dann streckenweise hilfreich ist, ist Bewegung nach einer heißen Dusche.
    Bewegung hilft mir auch. Es dauert aber eine halbe Stunde Fußmarsch, bis das Leben in die Füße zurückkehrt. Dann fange ich auch an zu schwitzen.

    Ich war bis vor einem Jahr auch sehr aktiv, bin jedes Wochenende 3 Stunden durch die Berge gewandert.
    Wenn ich das jetzt mache, kommt einen Tag später eine tiefe Erschöpfung, die mich wieder für Wochen zurückwirft und die diversen Unterfunktionssymptome hervorruft. Die Muskulatur kann irgendwie keine Reserven mehr anlegen.

  9. #29
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    Zitat Zitat von oliver1979 Beitrag anzeigen
    Wie viel Geduld soll man haben, wenn man seit Jahren von Arzt zu Arzt zieht und nur Schulterzucken erntet.
    Es dauert nun mal, bis eine Dosisänderung voll wirkt, egal was beim Arzt war.

    Und eine Temperaturmessung mit einem vernünftigen Gerät sollte schon drin sein. Wenn das tatsächlich nur 35 Grad sind, wird der Arzt vermutlich reagieren.

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    Ich erinnere mich, wir hatten auch über zuviel Magnesium diskutiert.
    Geändert von Irene Gronegger (17.01.23 um 13:06 Uhr)

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