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Thema: Neueinstellung bei ADHS und PCOS

  1. #1
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    Standard Neueinstellung bei ADHS und PCOS

    Hallo zusammen,

    ich habe gefühlt schon seit Jahren UF-Symptome und mein TSH Wert wurde häufig bestimmt. Er lag allerdings immer im Normbereich, deswegen haben deshalb war es für die Ärzte okay. Erst bei der letzten Blutuntersuchung hat der TSH Wert leicht den Normbereich des entsprechenden Labors überschritten und der (für das Labor arbeitende) Endokrinologe hat die Empfehlung mitgeschickt, mit L-Thyroxin 50 zu starten. Hier erstmal alle meine Werte diesen Jahres:

    03.22
    TSH - 3,06 (0,30-3,50)

    28.09.
    TSH - 3,13 (0,30 - 3,77 µIE/ml)
    fT3 - 3,55 (2,47-4,36 pg/ml)
    fT4 - 11,8 (9,4-15,6 pg/ml)
    Anti-TPO negativ (< 16)
    TSH-Rezeptor-AK (TRAK, ECLIA) - < 0,80 (< 1,53)

    14.10.
    TSH - 3,84 (0,44 - 3,77 mIU/l)
    fT4 - 17,8 (12,2-20,1 pmol/l)
    fT3 - 5,91 (3,80-6,70 pmol/l)

    Ich nehme zusätzlich noch:

    - Medikinet adult - 2x tgl. 20-30mg (gegen ADHS)
    - Metformin - 1x tgl. 500-750mg (Abends)

    Laut Ärztin wäre es kein Problem zusätzlich L-Thyroxin einzunehmen. Gesagt getan, mangels besseren Wissens habe ich auch direkt mit der vollen Dosis vor 2 Wochen begonnen.

    Und was soll ich sagen? Ich habe das Gefühl, das ist mächtig in die Hose gegangen. :-( Nach dem Aufstehen fühle ich mich wacklig auf den Beinen und habe komischen Druck auf den Ohren. Im Laufe des Vormittags bekomme ich zusätzlich starke Halsschmerzen (die jeweils abends wieder nachlassen). Dazu gesellen sich Übelkeit, manchmal ein heißes Gesicht und das Gefühl, als würde der Blutdruck zu hoch sein, starke Müdigkeit sowie Kopfschmerzen.

    Ich weiß, dass es eine Erstverschlimmerung sein kann, aber so bin ich definitiv nicht leistungsfähig und kann meinen Alltag nicht bewältigen. Ich habe die Dosis deshalb vor ein paar Tagen halbiert ... jedoch nicht das Gefühl, dass es etwas an den Symptomen ändert. Ich denke, für ein Einschleichen ist es nach 2 Wochen auch schon zu spät, oder?

    Hat irgendwer Erfahrungen mit meiner Medikamentenkombination? Könnte es vielleicht daran liegen, dass es hier zu Wechselwirkungen kommt (bei Metformin ja bekannt, daher halte ich einen Abstand von mehreren Stunden ein) und es mir deshalb so schlecht geht?
    Oder ist das einfach die Anfangsphase, durch die man durch muss, um Licht am Ende des Tunnels zu sehen?

  2. #2
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    Standard AW: Neueinstellung bei ADHS und PCOS

    Bei deinen freien Werten (fT3, fT4) würde ich ganz einfach kein Thyroxin nehmen. Wegen des TSH sowieso nicht. Normalerweise endet der Referenzbereich auch eher bei 4, aber auch das ist egal - ausschlaggebend sind deine freien Werte. Ob Medikinet das TSH beeinflusst, weiß ich so aus der Westentasche nicht. Aber ich halte das auch nicht für wichtig, weil es kein erhöhtes TSH ist und vor allem: weil deine freien Hormonwerte doch gut sind. Ich weiß nicht, warum die Ärzte derart mit Thyroxin um sich schmeißen.

    ich habe gefühlt schon seit Jahren UF-Symptome
    Medikinet selbst kann auch solche Symptome machen.

  3. #3
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Schlomis Muddi
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    Standard AW: Neueinstellung bei ADHS und PCOS

    Wegen 7 Hundertsteln TSH-Überschreitung hat man Dir Hormone aufgedrückt

    Deine 50 mcg sind ft4. Und nun schau mal bitte, wo der Wert bereits ohne Hormone liegt. Wenn man das TSH außer Acht lässt, waren das Werte eines fertig eingestellten Hormonnehmers. Das TSH ist typabhängig - manche Menschen haben von Natur aus etwas höhere Werte.

    Ich würde die Hormone nicht nehmen. Zumindest jetzt nicht. Gab es überhaupt eine Untersuchung der Schilddrüse, und hat man eine Erkrankung festgestellt?

    Es könnte sein, dass es noch von alleine besser wird, weil die Schilddrüse die Eigenleistung herunterfährt, wenn man Hormone nimmt. Vielleicht kommst Du dann aus den Überdosierungsbeschwerden raus.
    Geändert von Schlomis Muddi (19.11.22 um 20:36 Uhr)

  4. #4
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    Standard AW: Neueinstellung bei ADHS und PCOS

    Das L-Thyroxin habe ich aufgrund eines Kinderwunsches verschrieben bekommen. Man ist sich unschlüssig, warum es bisher nicht geklappt hat und sieht den leicht erhöhten TSH Wer als einen möglichen Parameter. Es heißt ja immer, dass dieser bei Kinderwunsch nicht höher als bei 2,5 liegen sollte.

    Ich habe die Frage aber absichtlich nicht im Kinderwunsch Bereich gepostet, weil es mir mehr um die Einstellung / Wechselwirkungen selbst geht.

    Eine Schilddrüsen-Untersuchung hat es gegeben. Dort hieß es, dass sie an sich ganz gut aussieht, aber wohl etwas zu kleine wäre. Der Bericht wurde an meinen Hausarzt geschickt. Die komplette Auswertung erfolgt dann erst beim nächsten Termin.

  5. #5
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    Standard AW: Neueinstellung bei ADHS und PCOS

    Hmmm… okay.

    Dann musst Du die Hormonbehandlung wohl durchziehen, wenn Du niedrigeres TSH ausprobieren willst. „Augen zu und durch“. Du kannst ja weiter das Einschleichen versuchen und nach zwei Wochen hochgehen. Wie gesagt - die Schilddrüse fährt sich auch noch runter; vielleicht wirds dann erträglicher.

    Was Du hast, sind Überdosierungsbeschwerden. Die hätte wohl jeder, der auf hohes ft4 noch mehr ft4 draufpackt. Typischer Hormoneinstiegszeitpunkt ist niedriges ft4 im Sinne von Unterkante.

  6. #6
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    Standard AW: Neueinstellung bei ADHS und PCOS

    Danke dür deine Antwort. Aber zwei Fragen hätte ich noch. Da ich absoluter Laie bin, liegt bei mir ein grundsätzliches Verständnisproblem vor:

    1. Warum genau fährt die Schilddrüse sich noch runter? Und ist das für das eigentliche Ziel, den TSH-Wert auf Papier zu "schönen" (ob das sinnvoll ist, sei einmal dahingestellt), dann nicht kontraproduktiv?
    Besteht am Ende sogar das Problem, dass ich damit genau Gegenteiliges erreiche?

    2. Wie kommt es denn überhaupt dazu, dass der TSH-Wert grenzwertig ist, wenn das fT4 doch vollkommen okay ist?

  7. #7
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    Standard AW: Neueinstellung bei ADHS und PCOS

    Zitat Zitat von schleifchen Beitrag anzeigen
    Danke dür deine Antwort. Aber zwei Fragen hätte ich noch. Da ich absoluter Laie bin, liegt bei mir ein grundsätzliches Verständnisproblem vor:

    1. Warum genau fährt die Schilddrüse sich noch runter? Und ist das für das eigentliche Ziel, den TSH-Wert auf Papier zu "schönen" (ob das sinnvoll ist, sei einmal dahingestellt), dann nicht kontraproduktiv?
    Besteht am Ende sogar das Problem, dass ich damit genau Gegenteiliges erreiche?

    2. Wie kommt es denn überhaupt dazu, dass der TSH-Wert grenzwertig ist, wenn das fT4 doch vollkommen okay ist?
    Zu 1: Weil die Thyroxineinnahme das TSH senkt, wenn das TSH aber niedriger wird, gibt es weniger Stimulation für die Hormonproduktion in der eigenen Schilddrüse. Leider. Deswegen ist es Irrsinn, dass jemand mit guten freien Werten substituieren sollte.

    Zu 2: Dein TSH ist OK, unter anderem weil deine freien Werte so klar in Ordnung sind. Nicht alle Menschen sind 08/15 mit ihrem TSH - dafür ist das Referenzbereich da. Siehe Zitat unten.

    Dieses "TSH soll unter XYZ sein" ist für mich ein Überbleibsel aus den Zeiten, als man die freien Werte noch nicht routinemäßig bestimmt hatte.

    Aber es gibt da fachlich versiertere Antworten, hier konkret von Prof. Dagmar Führer-Sakel*, Direktorin der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel am Universitätsklinikum Essen

    „Dass zwischen der TSH-Konzentration innerhalb eines Referenzbereichs und der Empfängnisfähigkeit ein ursächlicher Zusammenhang besteht, ist keineswegs erwiesen“, stellt sie gegenüber Medscape klar.


    ...
    Läge man die Verhältnisse der Normalbevölkerung zugrunde, gäbe es keinerlei Hinweis, dass ein TSH-Wert von 2,5 mU/l und höher, die Fähigkeit schwanger zu werden, beeinträchtigt. „Trotzdem sehen wir uns als Endokrinologen immer wieder der Forderung gegenüber, generell bei Frauen mit Kinderwunsch den TSH-Wert unter diese Marke zu senken“, berichtet sie.



    Zum anderen sei die individuelle Variabilität des TSH-Wertes recht hoch, so Führer-Sakel, die auch Sprecherin der DGE-Sektion Schilddrüse ist. „Der Normbereich für TSH liegt etwa zwischen 0,3 und 4,0 mU/l. Es gibt aber durchaus Individuen, die völlig gesund sind und einen TSH-Wert von 6 oder gar 7 aufweisen.“
    Quelle: https://deutsch.medscape.com/artikel...t/4906864#vp_2 Wer den ganzen Artikel lesen will, sollte sich bei medcape registrieren, ich habe es getan, um an den diesen Artikel ranzukommen.





    *an die Mods: Ich erwähne sie hier nicht als behandelnde Ärztin, sondern als Verfasserin von Fachpublikationen.

  8. #8
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    Standard AW: Neueinstellung bei ADHS und PCOS

    Ich weiß gerade nicht, ob du mich jetzt beruhigt oder beunruhigt hast. Ich glaube, irgendwie beides. Auf jeden Fall bin ich dir dankbar.
    Zum einen ist das für mich natürlich ein guter Grund, die Medikamente abzusetzen und darauf zu hoffen, dass ich schnell wieder irgendwie funktioniere bzw. zumindest sozial verträglich bin.
    Auf der anderen Seite ist das L-Thyroxin aber auch ein Strohhalm, an den man sich klammert, da fast überall liest: "Es hat nie geklappt, aber mit den Tabletten dann direkt im ersten Zyklus", KiWu-Kliniken fast schon darauf bestehen usw.

    Was würdest du machen, wenn du ich wärst? Bis zur nächsten Blutkontrolle zumindest die 25er einnehmen und dann neu entscheiden?
    Oder wirklich absetzen? Und falls letzteres: Sofort und "cold turkey" oder ausschleichen?

  9. #9
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    Standard AW: Neueinstellung bei ADHS und PCOS

    Dein Fall ist insofern verzwickt als du ja auch noch Ritalin nimmst und ich schlecht beurteilen kann, was bei dir wovon kommt.

    Ich hätte den Beitrag oben nicht geschrieben, wenn du nicht ganz von dir aus sehr richtige und sehr wichtige Fragen gestellt hättest:

    Und ist das für das eigentliche Ziel, den TSH-Wert auf Papier zu "schönen" (ob das sinnvoll ist, sei einmal dahingestellt), dann nicht kontraproduktiv?
    Besteht am Ende sogar das Problem, dass ich damit genau Gegenteiliges erreiche?
    Was du mit der Einnahme tun sollst, musst du selbst entscheiden, nachdem wir die TSH-Mühle nun mit vereinten Kräften entlarvt hatten.

    Aber eines kannst du machen:
    Feststellen lassen, ob du Hashimoto hast. Das heißt konkret: Zum Nuklearmediziner wandern, dort eine gute Sonografie über das Schilddrüsengewebe machen und zusätzlich zur Wiederholung der Werte auch die TPO-AK Antikörper prüfen lassen. Ist das Ergebnis negativ, d.h. ist deine Schilddrüse laut Nuklearmediziner gesund und groß genug, um ausreichend zu produzieren und zeigt sie keine ernsthaften Zeichen einer Hashimoto, würde *ich* einer Thyroxineinnahme sehr kritisch gegenüberstehen.


    Die 25-er - normalerweise bewirkt die 25-er entweder gar nichts, in dem Sinn, dass das TSH evtl. etwas niedriger wird - aber es kann auch passieren, dass eben dadurch das fT4 auch niedriger wird. Dieses fT4 ist aber genau das, was für Kinderwusch und Schwangerschaft wichtig ist - nicht das TSH. Also, was tust du dann, LT natürlich erhöhen. Und auf diese Weise ersetzt du deine momentan tadellose Eigenproduktion durch künstliche Hormone, damit das Nicht-Schilddrüsenhormon, das Signalhormon TSH, hübscher wird. Ich sehe also keinen Sinn darin, es mit 25 zu versuchen.

    Cold turkey: gibt es eigentlich an sich nicht wirklich, weil LT eine lange Halbwertszeit hat. Aber zur eigenen Beruhigung könntest du ein Paar Tage 25 nehmen, dann ein Paar Tage sogar 12,5 und dann absetzen, wenn du absetzt. Eine erneute KOntrolle wird aber erst nach mindestens 2, lieber 3 Monaten Sinn haben, wegen der langen Halbwertszeit. D.h., die Hormone müssen abgebaut werden und dann muss das TSH erst wieder zu seiner normalen Lage hinaufklettern und die Schilddrüse erneut stimulieren, wenn nichts von außen kommt. Also das dauert schon etwas, bis das ganze wieder im Gleichgewicht ist.

    PS, zum "Beruhigen":
    ich will dich nicht beruhigen, sondern helfen, damit du besser durchblickst. Du bist die erste Person, die hier aus dem Nichts auftaucht und gleich die richtige Frage stellt.

    Fortsetzung ....

    Ich sehe gerade, dass deine TPO-AK sowieso negativ sind. Bliebe also zur Sicherheit eine Sonografie beim Facharzt ...
    Geändert von panna (19.11.22 um 22:34 Uhr)

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