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Thema: Muskelkrämpfe und -schmerzen bei MB nach RJT

  1. #1
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    Standard Muskelkrämpfe und -schmerzen bei MB nach RJT

    Hallo!

    Ich bin neu hier und finde dieses Forum sehr hilfreich, vielen Dank!

    Vor zwei Jahren wurde bei mir meine Schilddrüse durch Radiojodtherapie erfolgreich außer Gefecht gesetzt und seitdem geht es mir schlechter als jemals vor der RJT ....
    Nach anderthalb Jahren recht leidvoller Einstellungsodyssee (das kennen hier sicher fast alle!) sind meine Schilddrüsenwerte seit Mai recht stabil.
    TSH unter 1,0 muss sein, sonst fühle ich mich nicht lebendig.
    Ich nehme Euthyrox 125 mikr.gr. morgens, in den letzten Wochen leicht reduziert auf ca 121 mikr.gr. (das erreiche ich durch Viertelung der Tabletten), weil ich etwas zu unruhig war.

    Mein bestehendes Problem sind Muskelschmerzen und - krämpfe, besonders nachts! Meine Muskeln reagieren bei leichter Betätigung mit Muskelkater, oft sind Verhärtungen da ohne Auslöser, zuletzt 6 Wochen lang hexenschussartige Beschwerden im unteren Rücken, ich konnte mich nicht bücken oder sitzen. Physio und Osteopath helfen, aber nur kurzfristig. Gerade mache ich Akupunktur (TCM), das hilft etwas! Massage lindert, ich dehne viel, liege auf Faszienbällen, um die Muskeln weicher zu bekommen. Ich habe hier im Forum auch bei einer anderen Person mit Interesse gelesen, dass Natronbäder und Basica helfen, um den Körper zu entsäuern. Das probiere ich gerade aus. Und natürlich nehme ich Magnesium und B12, obwohl die Werte da wohl im Normbereich sind.

    Mir ist aber nicht klar, ob wirklich Übersäuerung hinter den Muskelbeschwerden steckt? Denn auf einer anderen Website habe ich folgendes gefunden:
    https://www.schilddruese360.de/autoi...orbus-basedow/

    Die beim Morbus Basedow gebildeten Antikörper richten sich gegen
    bestimmte Strukturen auf den Schilddrüsenzellen, den TSH-Rezeptoren.
    Diese Rezeptoren finden sich auch in vielen anderen Geweben im Körper,
    z. B. im Fettgewebe, in der Haut an der Vorderseite der Unterschenkel,
    im Gehirn, in den Muskeln und in den Knochen. All diese Orte können von
    der Autoimmunreaktion betroffen sein und entzündlich reagieren.

    Andere resultierende Beschwerden:
    • Gelenk-, Rücken- und Muskelschmerzen
    • Hautverhärtung an der Vorderseite der Unterschenkel („prätibiales
    Myxödem“)
    • Verhärtung der Muskeln und Sehnen


    Hat da jemand Kenntnis drüber? Wenn es also auf die grundlegende Autoimmunerkrankung zurückzuführen ist, kann man da überhaupt etwas gegen machen? Außer natürlich gesund leben, Stress vermeiden, entzündungshemmend essen, ausreichend Bewegung. Das tue ich schon sehr viel. Seit Ostern bin ich krank geschrieben. Spielen hier die TRAK-Werte eine Rolle?

    Übrigens war ich auch beim Rheumatologen, Neurologen, im MRT und komme gerade von einer psychosomatischen Reha - ohne Befunde. (Eine solche Reha schadet natürlich nie!)

    Ich versuche gerade eine sehr vorsichtige Wiedereingliederung in meiner Arbeit, die ich eigtl gern mag. Das hilft, um den Fokus ein wenig weg zu bekommen von den eigenen Beschwerden, ist aber ungewiss, ob ich die Arbeitsbelastung schaffen kann.
    Aber ich gebe nicht auf und hoffe sehr, dass ich noch besser mit diesen Schmerzen zurecht komme bzw vielleicht noch Hilfestellung bekommen kann.
    Es sind schon sehr fiese Beschwerden, besonders, wenn die Muskelverhärtungen im Hals-KOpfbereich sind. Dann habe ich das Gefühl, eine Eisenstange im Kopf zu haben und dass mir der Schädel platzt. Schmerzmittel helfen da übrigend so gut wie gar nicht!

    Mich würde auch interessieren, ob hier eine Änderung der Hormon-Einnahme evtl helfen könnte: Statt Euthyrox ein anderer Hersteller? Oder die Einnahme abends? (dazu gibt es wohl Studien, dass dann die Kurve des Hormonspiegels "flacher" verläuft) Oder eine gesplittete Einnahme in morgens und abends, um das nächtliche "Tief" zu vermeiden? Hierzu schreibe ich noch einen gesonderten Eintrag.

    Erstmal vielen Dank und viele Grüße an alle "Leidensgenossen" hier! Nicht allein zu sein mit dieser "Wunderblume" von Krankheit, die so zahlreiche, verschiedenartige Probleme bereiten kann, ist tröstlich!

    Anna

  2. #2

    Standard AW: Muskelkrämpfe und -schmerzen bei MB nach RJT

    Zitat Zitat von Anna T Beitrag anzeigen
    Übrigens war ich auch beim Rheumatologen, Neurologen, im MRT und komme gerade von einer psychosomatischen Reha - ohne Befunde.
    Aufgrund welcher Beschwerden hast du denn eine psychosomatische Reha bekommen? Es gibt immer einen Befund, eine Somatisierungsstörung etc. Kein Arzt bescheinigt dir, die Beschwerden sind zu 100% körperlich und nicht psychosomatisch!

  3. #3
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    Standard AW: Muskelkrämpfe und -schmerzen bei MB nach RJT

    Ich kenne das alles aus Unterdosierung. Selbst die Physios können anhand der Muskeln bei mir feststellen, ob ich mehr oder weniger LT brauche.

    Da ich auch selbst koche und nicht Fertiges esse muss ich allerdings auch mit Salz/Mineralienaufpassen, dass ist schnell mal zu wenig. Normal sind 2,7 g/Tag und wenn man schwitzt oder sportelt, dass ist man ganz schnell im soll. Vlt. für die harte Phase Elotrans nehmen und dann weiter mit Bulrich Basen Tabs.

  4. #4
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    Standard AW: Muskelkrämpfe und -schmerzen bei MB nach RJT

    Hallo Anna,
    Zitat Zitat von Anna T Beitrag anzeigen

    Mir ist aber nicht klar, ob wirklich Übersäuerung hinter den Muskelbeschwerden steckt? Denn auf einer anderen Website habe ich folgendes gefunden:
    https://www.schilddruese360.de/autoi...orbus-basedow/
    Eine wirkliche echte "Übersäuerung" kann auf die Dauer u.U. irgendwelche Folgen haben, aber wohl eher keine Muskelbeschwerden, da würde ich auf siehe:
    http://wirksam-oder-unwirksam.blogsp...rnaehrung.html

    Darauf ("Übersäuerung") würde ich keine Energien verwenden.

    Das, was du auf der von dir verlinkten Webseite gefunden hast, ist mit Einschränkungen zu genießen. Wahr ist, dass es TSH-Rezeptoren überall im Körper gibt. Nicht wirklich bekannt ist, dass *all* diese Organe infolge MB, bzw. der TRAK-Besiedelung, entzündlich reagieren. Man kennt das prätibiale Myxödem und was der Seitenbetreiber gar nicht erst auf dem Schirm hat: das Gewebe hinter den Augen kann sich entzündlich verändern. Aber doch nicht das Gehirn ... und auch nicht die Knochen.

    Wahr ist aber, dass Muskelschmerzen bei Basedow - meist eben in der Phase einer akuten Überfunktion - sehr-sehr häufig sind. Das gilt allerdings eher für die Phase der Überfunktion und nicht allgemein bei Basedow. Wegen der Vergesellschaftung mit einer Überfunktion habe ich dich auch in deinem anderen Thema darauf aufmerksam gemacht, dass du deine Dosierung kritisch überprüfen sollst, denn nicht alles, was noch in der Norm ist, ist individuell optimal. Aber für ein Gespräch hierüber solltest du deine Werte im Profil bekanntgeben.

    Spielen hier die TRAK-Werte eine Rolle?
    Wir kennen deinen Wert nicht. Bekannt ist, dass bei einer RJT die TRAK erstmal hochgehen und dann viel langsamer als nach einer OP zurückgehen. Auch wäre es nützlich zu wissen, wie groß deine Restschilddrüse ist - leider kann eine Nichtberuhigung des Autoimmunprozesses (wegen nicht vollständiger Zerstörung der Schilddrüse durch die RJT) Beschwerden machen.


    Mich würde auch interessieren, ob hier eine Änderung der Hormon-Einnahme evtl helfen könnte: Statt Euthyrox ein anderer Hersteller? Oder die Einnahme abends? (dazu gibt es wohl Studien, dass dann die Kurve des Hormonspiegels "flacher" verläuft) Oder eine gesplittete Einnahme in morgens und abends, um das nächtliche "Tief" zu vermeiden? Hierzu schreibe ich noch einen gesonderten Eintrag.
    Darauf habe ich dir schon beim anderen Beitrag geantwortet - Präparatewechsel ist eher ein Zeitverlust, wenn es um die Dosis selbst geht.

    Ich nehme Euthyrox 125 mikr.gr. morgens, in den letzten Wochen leicht reduziert auf ca 121 mikr.gr. (das erreiche ich durch Viertelung der Tabletten), weil ich etwas zu unruhig war.
    Naja, eine Reduktion von ca. 4 mcg bei dieser Dosishöhe ... kommt mir eher wie eine Scheinmaßnahme vor, aber nochmal: dürfen wir deine Werte erfahren?

  5. #5
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    Standard AW: Muskelkrämpfe und -schmerzen bei MB nach RJT

    Hallo,

    danke für eure Antworten! Habe meine Werte nun im Profil hochgeladen, bin allerdings morgen wieder zum Labor und werden dann sehen, ob die minimale Reduzierung von Euthyrox sich auswirkt.
    Die Dosis Euthryrox 125 hatte ich seit dem 25.4.2022 genommen, der TSH war dann zunächst auf ca 1,0 runter gegangen von vorher über 1,5, dann aber bei gleicher Dosis über den Sommer weiter gesunken bis minimal 0,44. Daraufhin die geringfügige Dosisreduzierung, die hier als Scheinmaßnahme beschrieben wird. Dazu muss man wissen, dass ich letzten Winter über 5 Monate hinweg zunächst 112,5 mcg genommen hatte, dann allmählich hochgegangen bin (täglicher Wechsel 112,5 / 125). Unter 112,5 ging es mir sehr schlecht von den Beschwerden her. Zu den bestehenden Muskelschmerzen kamen starke Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, das Gefühl von "Aufgequollen sein" etc. Daher möchte ich auf diese Dosis nicht zurück und versuche mich nun in Mikroschritten, weil es mir unter der Dosis 125 mcg besser geht, abgesehen von den Muskelproblemen.

    Es gab andere Theorien, woher die Muskelschmerzen herrühren könnten, bspwl Fibromyalgie, seltene neurologische Erkrankunge oder auch ein Impfreaktion auf den Impfstoff Corminaty.
    Viele Grüße! Anna

  6. #6
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    Standard AW: Muskelkrämpfe und -schmerzen bei MB nach RJT

    Hallo Anna,

    die "Scheinmaßnahme" stammt von mir . Bin zwar auch überzeugt davon, dass bei der Feineinstellung kleine Schritte viel besser sind als große, der deine schien mir angesichts deiner Dosis vielleicht doch ein wenig viel zu klein, aber OK.

    Um (sinnvoll) helfen zu können, brauchen wir einen Werteverlauf (d.h. nicht nur die letzten Werte - auch nicht unbedingt alle, aber alle für die relevanten Dosierungen seit RJT) und bei jeder Kontrolle folgende Angaben:



    • Datum (und evtl. Tageszeit) der Kontrolle
    • Schilddrüsenwerte mit Angabe der Einheiten und Referenzbereiche
    • Wie viele Stunden lagen zwischen letzter Hormoneinnahme und Blutabnahme?
    • Höhe der Hormondosis und wie viele Wochen vor der Kontrolle diese Hormondosis konstant genommen wurde

    Wie groß war deine Schilddrüse vor der RJT?

    PS

    Wurden vom Rheumatologen die evtl. einschlägigen Autoimmun-Antikörper für Muskelerkrankungen autoimmunen Ursprungs (nicht die TRAK, es gibt andere) auch überprüft?
    Wenn das alles überprüft wurde und alles ohne Befund ist, ist der Gedanke an deine Dosis nicht ganz abwegig - so komme ich ja auch darauf, zumal deine Beschwerden ja seit RJT da sind, wenn ich dich richtig verstehe.

    Fibromyalgie - hm, oft eine Verlegenheitsdiagnose, wenn man nicht weiter weiß.
    Geändert von panna (31.10.22 um 12:25 Uhr) Grund: PS später hinzugefügt

  7. #7
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    Standard AW: Muskelkrämpfe und -schmerzen bei MB nach RJT

    @Anna: Könntest du noch die Referenzbereiche dazu schreiben.

    BTW: Ich würde nicht senken sondern ein genauen Blick auf die Nebenschauplätze werfen. Sehr häufig ist da noch was im Argen und das könnte das Befinden verbessern.

    Lass mal eine Eisendiagnostik machen, dazu noch Selen, Vitamin D3 und Holotranscobolamin.

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