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Thema: Hashimoto, Alopezie, etc. immer neue Symptome aber keine Erklärung

  1. #1
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    Standard Hashimoto, Alopezie, etc. immer neue Symptome aber keine Erklärung

    Hallo,
    nachdem ich hier schon viele gute Informationen aus dem Forum geholt habe, brauche ich aber nun konkrete Hilfe.

    Bei mir (w., 45 Jahre) wurde 2002 durch einen Zufall Hashimoto diagnostiziert. Nach einer anfänglichen Fehlbehandlung mit einem Thyroxin-Jod-Kombipräparat hatte ich keine nennenswerten Probleme, auch wenn die Dosis ab und zu angepasst wurde (u.a. in 3 Schwangerschaften).

    Seit Spätsommer/Herbst 2020 befinde ich mich aber auf einer Achterbahn.
    Sichtbarstes Zeichen ist das Auftreten einer Alopezie:
    Verlust aller Kopfhaare bis zur Vollglatze (außer Augenbrauen und Wimpern). Diese Haare kamen dann ab Winter zurück, wenn auch in schneeweiß.
    Im Spätsommer/Herbst 2021 dann erneuter Haarverlust, diesmal aber aller Haare, am kompletten Körper.
    Im Laufe des Jahres 2022 sind die Kopfhaare wieder gekommen, Wimpern, Augenbrauen und am Rest des Körpers aber nicht.
    Nun verliere ich aber seit einigen Wochen wieder alle Haare.

    Selbstverständlich habe ich in den vergangenen zwei Jahren diverse Ärzte (Hausarzt, Endo, Gyn, Hautarzt…) aufgesucht. Es kamen anhand meiner Symptome immer neue Diagnosen hinzu, einen Lösungsansatz gab es aber nie.
    Stattdessen verabschieden sich meine Haare, wenn die Blätter an den Bäumen fallen, allerdings kommt von Jahr zu Jahr immer was dazu. Zuerst nur die Kopfhaare, dann alle und nun spielt mein Zyklus verrückt. Er war immer genau 28 Tage, nun 15, dann 51 und 40 Tage. Klar kann das ein Zufall sein und es fangen nur einfach die Wechseljahre an, aber den zeitlichen Zusammenhang finde ich auffällig. Vor allem weil mein Hormonstatus beim Gyn vergangenes Jahr noch tiptop war (mir wurde aber im Dez. 2021 beide Eileiter und ein Eierstock wegen wiederkehrender Zysten entfernt).

    Hier eine Auflistung der anderen Symptome mit dazu gestellter Diagnose:
    • Vitiligo (aber nur an 3 Stellen und nicht ausbreitend)
    • Mikro- und Makrohämaturie  IgA Nephropathie
    • Chronisch trockene Augen, dadurch stark schwankende Sehleistung  Sicca-Syndrom
    • Leichte Hypoglykämie
    • Das alles zusammengefasst als autoimmunes polyglanduläres Syndrom
    • Müdigkeit, Erschöpfung  Fatigue
    • Wortfindungsstörungen, Unkonzentriertheit, Vergesslichkeit
    • Niedergeschlagenheit  depressive Verstimmung (ich bin daher auch in Psychotherapie)

    Natürlich vermisse ich meine Haare (insbesondere Augenbrauen und Wimpern, und es ist auch nicht schön im Kindergarten als Oma meiner jüngsten Tochter angesprochen zu werden), aber damit könnte ich mich arrangieren, wenn es mir sonst gut ginge. Aber insbesondere die Erschöpfung und die kognitiven Einschränkungen belasten mich sehr. Beruflich verfasse ich eigentlich wissenschaftliche Texte, das ist im Augenblick aber kaum möglich. Ich bin schon froh, wenn ich den Alltag mit meinen Kindern durchstehe und weder sie noch meinen Mann anschreie. Meine Familie ist zwar sehr verständnisvoll, aber ich finde, wir alle haben mehr verdient.
    Mein Hausarzt, der eigentlich sehr verständnisvoll für Hashimoto ist, ist der Meinung meine Schilddrüse sei gut eingestellt, wie auch meine restlichen Blutwerte in Ordnung seien.

    Letzte BE Ende Sept. 2022, mit Dosis Euthyrox 125 und Thybon 10
    TSH: 0,48 (0,4 – 4,0)
    FT4: 1,4 (0,9 – 1,7)
    FT3: 2,8 (1,9 – 5,1)
    MAK: 108 (< 34)

    Anbetracht meiner zahlreichen Autoimmunerkrankungen sei es nicht verwunderlich, dass mein Körper erschöpft sei und ich müsse akzeptieren, dass es nicht mehr so sei wie früher. Gleichzeitig sagte er mir aber auch, dass meine Kinder und vor allem unser vierjähriges Nesthäkchen eine fitte und aktive Mutter bräuchten. Ja, was denn nun?!?

    In meiner Verzweiflung und nach zahlreichen Infos hier aus dem Forum habe ich vor zwei oder drei Wochen meine Medikamentendosis eigenmächtig etwas erhöht. Statt nur 10 Thybon morgens, nehme ich nun morgens 5 und mittags 10 Thybon. Dazu habe ich mit diversen Nahrungsergänzungen angefangen, die mir aber auch mein Hausarzt empfohlen hat. Ich nehme also
    • Morgens: Euthyrox 125, Thybon 5, Selen 200
    • Mittags: Thybon 10, Vitamin C 250, Vitamin B kompl., dazu 3x die Woche Vitamin D 20.000
    • Abends: Eisen 50, Vitamin C 250
    • Vor dem Schlafen: Magnesium 400 und jeden zweiten Tag Zink 50.
    Aber leider fühle ich mich bislang nicht besser und auch der Haarverlust wurde nicht gestoppt.

    Daher meine Fragen an das Forum:
    • Entsprechen die verschiedenen Symptome immer neuen Erkrankungen oder passt nicht vieles doch auch zu Hashimoto?
    • Was kann ich zur Beruhigung meines Immunsystems machen? Mein Hausarzt sieht als einzige Lösung Immunsuppressiva, die er aber bei mir ablehnt, weil man den Teufel mit dem Belzebubb austreiben würde (das sehe ich auch so)
    • Sind die ganzen Nahrungsergänzungen sinnvoll oder könnte ich auch Smarties futtern (wäre zumindest billiger)?
    • Ist meine Schilddrüse wirklich gut eingestellt?
    • Was gibt es noch für Möglichkeiten, damit ich nicht mehr wie ein Zombie durchs Leben laufe?

    Vielleicht hat hier ja jemand Ideen, ich würde mich SEHR freuen (entschuldigt, dass der Text so lang wurde). Sollten noch irgendwelche Blutwerte zu einer Beurteilung fehlen, dann bitte einfach fragen. Sie wurden in den letzten zwei Jahren bestimmt einmal abgenommen. Ich hatte wirklich schon die ganz große Hafenrundfahrt.

    Viele Grüße
    Julika

  2. #2
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    Standard AW: Hashimoto, Alopezie, etc. immer neue Symptome aber keine Erklärung

    Julika, ich möchte nur zu Thybon etwas sagen.

    nehme ich nun morgens 5 und mittags 10 Thybon.
    Abgesehen von der Dosis, ist es eine sehr ungute Idee, eine zweite Dosis so schnell nach der ersten - kaum dass die hohe Hormonspitze der ersten halbwegs abgeklungen ist - einzunehmen.
    Thybon sollte gleichmäßig verteilt in kleinsten Dosierungen eingenommen werden.

    Nicht abgesehen von der Dosis: 15 mcg T3 ist ausgesprochen nicht wenig, um es mal so zu sagen. Damit du es in Relation setzzen kannst: Die Schilddrüse produziert pro Tag ca. 5-6 mcg T3, feinst verteilt über den Tag ausgeschüttet.
    Das restliche T3 (nicht mehr als insgesamt 20-25 mcg) wird in den diversen Organen des Körpers lokal umgewandelt. Falls eine Hashimoto-Schilddrüse nicht genug T3 produzieren kann, so handelt es sich um ca. 5-6 mcg T3. Die Umwandlung im restlichen Körper ist prinzipiell nicht betroffen, es sei denn, man nimmt eine hohe T4-Dosis und/oder das TSH ist supprimiert (beides kann die Umwandlung beeinträchtigen).

    Dies wissend, könntest du vielleicht überlegen, ob du wirklich so viel T3 einnehmen willst und dann, was auch immer du einnimmst, die Menge besser verteilst. Und Obacht - zu viel T3 kann sehr müde/erschöpft/zombiehaft machen. Ich würde dir, wenn du geneigt wärest, dazu raten, die T3-Einstellung ganz neu aufzurollen - 2,5 mcg morgens, 2,5 mcg zur Nacht, also grob 12 Stunden Abstand oder so. Und gucken, unbefangen, was das bei dir macht. Dein fT4 könnte dabei höher werden.

    Sind die ganzen Nahrungsergänzungen sinnvoll oder könnte ich auch Smarties futtern (wäre zumindest billiger)?

    Ich bin definitiv für Smarties in all den Fällen, in denen kein echter Mangel vorliegt. Zu viel Zeugs kann nicht nur evtl. nicht nützen, sondern ggf. auch schaden. Achte bitte insbesondere auf Vitamin D.

    Was kann ich zur Beruhigung meines Immunsystems machen?
    Dein Immunsystem ist nicht unruhig oder überaktiv, wenn Autoimmunkrankheiten hast.

  3. #3
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    Standard AW: Hashimoto, Alopezie, etc. immer neue Symptome aber keine Erklärung

    Hallo Julika,

    ich hatte vor vielen Jahren mal gelesen, daß Augenbrauenhaare aussen ausfallen wenn man eine Unterfunktion hat.
    Das hatte ich selbst auch, sogar in der Zeit als ich noch L-Thyroxin einnahm, es wirkte bei mir einfach nicht.
    Seit ich seit 2012 nur noch Thybon nehme sind die Augenbrauen bei mir voll nachgewachsen und habe auch keine Gesichtsödeme mehr.
    Ich hatte schon ein sehr verzerrtes Gesicht.

    LG Andrea

  4. #4
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    Standard AW: Hashimoto, Alopezie, etc. immer neue Symptome aber keine Erklärung

    Hallo Julika,
    zum Thybon: da würde ich auf panna hören. Ich nahm es auch längere Zeit, bin aber seit Jahren bei nur LT.
    Haarverlust und weiße Haare können möglicherweise von Zinkmangel gekommen sein (nicht müssen!).

    Allerdings nimmst du meiner Meinung nach viel zuviel NEM täglich ein. Alle "Metalle" wie z.B. Eisen, Magnesium und Zink behindern sich gegenseitig in der Aufnahme, wenn sie gleichzeitig im Blut sind. Dann bilden sie unlösliche Komplexe und nichts landet da, wo es hin soll.

    Vit. D in dieser Menge würde bei mir Muskelkrämpfe ohne Ende produzieren. So viel Magnesium könnte ich gar nicht nehmen, um die Krämpfe zu beseitigen.
    Hast du so extremen Vit. D-Mangel? Selbst dann sollte eigentlich 1 x 20 000 pro Woche oder alle 2 Wochen reichen... Hat dir der Arzt diese hohe Dosierung vorgeschlagen?

    Hast du Werte wie z.B. Ferritin (oder andere Eisenwerte), Vit. B12 und D, CRP, Zink?

    Bei Mängeln sollte man gezielt diese angehen - aber nicht nach dem Motto: viel hilft viel. Manchmal ist weniger mehr.
    B-Komplex schadet meist nicht, wenn er nicht zu hoch dosiert ist.

    Liebe Grüße
    Sabinchen

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