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Thema: Covid Infektion - Trigger für Autoimmunerkrankungen?

  1. #1
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    Standard Covid Infektion - Trigger für Autoimmunerkrankungen?

    Hallo zusammen,

    ich bin leider an Corona aktuell erkrankt.

    Basedow ist seit 2011 in Remission. Habe aber Antikörper für Hashimoto und nehme L-Thyrox 75.

    Bereits nach den Coronaimpfungen hatte ich Missempfindungen in den Füßen und Beinen. Verlor sich aber wieder

    Seit Sommer habe ich damit wieder Probleme, v.a. im rechten Oberschenkel. V.a. pelziges Gefühl, manchmal brennen, manchmal keine Temperaturwahrnehmung. Ist aber nicht anhaltend. Das kommt und geht.

    Nun sind meine Beine seit der Coronainfektion wieder ganz komisch. So unruhig, fühlen sich innerlich heiß und kalt zugleich an, ich ertrage sie irgendwie nicht. Wie wenn es mit der Durchblutung nicht stimmt.

    Jedenfalls fing ich nun zu googeln an und bekam wirklich wahnsinnige Panik.
    https://schilddruesenguide.de/thyreo...orbus-basedow/
    https://www.bihealth.org/de/aktuell/...ist-long-covid

    V.a. der zweite Artikel machte mir solche riesige Angst.

    Ich hatte schon immer Angst, dass ich neben der Autoimmunen Schilddrüsenerkrankung weitere Autoimmunerkrankungen bekommen könnte. Und nun das mit meinen Beinen. Habe solche Angst, dass das zeigt, dass mein Immunsystem gar nicht mehr zur Ruhe kommt.

    Meine Hausärztin meinte, ich solle jetzt bei der Coronainfektion "Aminoplus Immun" nehmen, Umckaloaboa, und Angocin. Sie meinte, das hätte keine Immunstimulanzien wie z.B.Echinacea. Ich hoffe, dass diese pflanzlichen Mittelchen jetzt nicht zusätzlichen Schaden anrichteten.

    Besorgte und verunsicherte Grüße
    Judy

  2. #2
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    Standard AW: Covid Infektion - Trigger für Autoimmunerkrankungen?

    Umckaloabo soll antientzündliche/antivirale Eigenschaften haben, zumindest im Labor an Lungenzellen ... aber Omicron geht für gewöhnlich gar nicht an die Lunge. Ich bin skeptisch mit diesen Mitteln, ihre Wirkweise ist nicht immer abschließend geklärt. Und dann: Dein Immunsystem arbeitet und dein Immunsystem ist und war auch nicht etwa schwach oder bedürftig wegen Morbus Basedow. Da würde ich eher alles meiden, was auch nur entfernt in den Verdacht kommen kann, dass es immunmodulatorisch wirkt. Bei Echinacea soll das nachgewiesen sein, bei Umckaloabo ... weiß ich nicht so genau, ob man das so genau weiß.

    Was schilddruesenguide angeht: was da steht, ist etwas nachlässig formuliert (ist keine wissenschaftliche Quelle, sondern eine im Sinne der Patienten-Selbsthilfe):
    Einer von 10 Autoimmunerkrankten bildet nach der Corona-Impfung offenbar nicht genug Antikörper die einen wirksamen Schutz gewährleisten würden.
    Das gilt keineswegs für alle Autoimmunerkrankte pauschal, sondern für schwer Autoimmunerkrankte, die auf Cortison/Immunsuppression angewiesen sind, denn diese Mittel schwächen die Reaktionsfreude des Immunsystems. Hashimoto- und Basedowerkrankte betrifft das schlicht und einfach nicht!

    So unruhig, fühlen sich innerlich heiß und kalt zugleich an, ich ertrage sie irgendwie nicht
    Entschuldige, das ist sehr schwammig und unspezifisch, ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, wie ein Oberschenkel sich unruhig oder unerträglich fühlen kann, schmerzen tun sie wohl nicht und das ist die Hauptsache. Aber du kannst ja die Durchblutung prüfen lassen.

    Long Covid:

    Vielleicht beruhigt dich noch dieses Detail, habe gestern gelesen: in einer Kohorte mit 200.000 Leuten (die Covid hatten) war die Chance, Long Covid zu bekommen, um 30-40% reduziert, wenn sie geimpft waren (Quelle) - und du bist wohl geimpft, wie du schreibst. Und ohnehin bekommt ja nicht jeder Long Covid, d.h. wenn das nach Impfung noch etwas unwahrscheinlicher ist, dann... würde ich mich echt nicht wahnsinnig machen. Was du theoretisch bekommen kannst, ist ein MB-Rezidiv. Aber ein Rezidiv ist bei jeder Infektion, sei es Covid oder sonst irgendwas im Körper, möglich - damit müssen wir leben.
    Und jede Virusinfektion ist ein möglicher Trigger für AI-Krankheiten, nicht nur Corona, auch damit müssen wir leben.

    Ohne richtig tief sitzenden Husten würde ich kein Umckaloabo nehmen, weil: unnötig. Aminoplus immun ist eine teuere und in den Farben des Regenbogens zusammengewürfelte Mischung aus diversen Nahrungsergänzungsmitteln, schlicht unnötig, die übliche Geldmaschine von NEM-Herstellern. Angocin: wenn dein Covid auf die Bronchien geht, kann man sowas nehmen, wie bei jedem gewöhnlichen Atemwegsinfekt.

    Trinke viel, belaste dich nicht, ruhe dich viel aus, das gibt dem Körper die nötige Energie, damit er für dich arbeitet!

  3. #3
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    Standard AW: Covid Infektion - Trigger für Autoimmunerkrankungen?

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Entschuldige, das ist sehr schwammig und unspezifisch, ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, wie ein Oberschenkel sich unruhig oder unerträglich fühlen kann, schmerzen tun sie wohl nicht und das ist die Hauptsache. Aber du kannst ja die Durchblutung prüfen lassen.
    Ganz ehrlich????
    Ich finde diese Antwort genauso oberflächlich, wie man sie von Ärzten oft bekommt, wenn man versucht Symptome zu beschreiben.
    Nur weil du solche Symptome nicht kennst.....
    Ich kenne ähnliche Symptome. Es hat 3 Jahre und 4 Ärzte gebraucht, bis bei mir Polyneuropathie diagnostiziert wurde....

  4. #4
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    Standard AW: Covid Infektion - Trigger für Autoimmunerkrankungen?

    Zitat Zitat von andelke Beitrag anzeigen
    Ganz ehrlich????
    Ich finde diese Antwort genauso oberflächlich, wie man sie von Ärzten oft bekommt,
    Dann schildere doch deine Erfahrung, ohne meine Meinung abzuqualifizieren. -

    Ich springe doch niemandem mit einem fertigen Laiendiagnosen-Angebot ins Gesicht, insbesondere nicht, wenn sie sowieso panisch ist (und die Beschwerden nicht einmal entfernt mit der Schilddrüse zu tun haben).

    Wenn sie die Durchblutung im Verdacht hat (es it ja kein Kribbeln), soll sie sie prüfen lassen, habe ich geschrieben (wenn ihre Corona-Erkrankung vorbei ist und die Symptome anhalten).
    Geändert von panna (08.10.22 um 12:50 Uhr)

  5. #5
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    Standard AW: Covid Infektion - Trigger für Autoimmunerkrankungen?

    Ich selbst hatte 2 Mal Corona und kämpfe auch wieder mit den Autoimmunerkrankungen. Aber das muss nicht mit Corona zu tun haben.

    Bei deinen Beschreibungen zu deinen Beingefühlen musste ich an das Restless-Leg-Syndrome denken übrigens.

  6. #6
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    Standard AW: Covid Infektion - Trigger für Autoimmunerkrankungen?

    Grundsätzlich ist es leider so, dass Virusinfektionen autoimmune Reaktionen triggern können und dass Menschen, die ohnehin schon eine Autoimmunerkrankung haben, empfänglicher sind für weitere.

    Aber, wie Panna schon schrieb, das Risiko sinkt für geimpfte Menschen. Und das Risiko, überhaupt irgendeine Autoimmunerkrankung durch eine Covid-Infektion zu bekommen, besteht vor allem für Frauen zwischen 19 und 29 Jahren.

    Letztendlich fällt das Triggern von autoimmunem Geschehen durch Viruserkrankungen jetzt bei Covid auf, weil genauer hingeschaut wird. Andere Viren haben das wahrscheinlich auch schon immer gemacht. Lief nur etwas unter dem Radar.

    @Judy: du kannst doch jetzt ohnehin nichts tun, außer etwas Schonung, um die Infektion gut zu überstehen. Wenn du dann nach sechs Monaten immer noch Beschwerden haben solltest, gibt es die Long-Covid-Ambulanzen. Bis dahin, don‘t panic. Hättest du denn vor Corona bei jedem viralen Infekt auch gleich Angst bekommen? (Selbst der übliche Herbstschnupfen ist virusbedingt. Aber da wird man doch nicht panisch, weil die Nase läuft …)
    Geändert von Ness (08.10.22 um 20:55 Uhr)

  7. #7
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    Standard AW: Covid Infektion - Trigger für Autoimmunerkrankungen?

    Zitat Zitat von Ness Beitrag anzeigen
    Letztendlich fällt das Triggern von autoimmunem Geschehen durch Viruserkrankungen jetzt bei Covid auf, weil genauer hingeschaut wird. Andere Viren haben das wahrscheinlich auch schon immer gemacht. Lief nur etwas unter dem Radar.
    Genau! Eigentlich längst bekannt, nur hat keiner darauf groß geachtet. Über "long flu" wurde schon vor 100 Jahren berichtet und virale Infekte wurden schon länger im Zusammenhang mit diversen unschönen Folgen, von denen Autoimmunität nur eine ist, gesehen.

    Weil gerade gelesen (Quelle https://www.newyorker.com/science/an...ou-get-covid):
    Viruses have always caused a variety of immediate and lasting health problems. It’s just that “most people haven’t been paying attention,” Krammer said. Long before this pandemic, for example, viral infections were linked to diabetes, cancer, heart problems, and autoimmune conditions. Five years ago, in her book on the 1918 influenza pandemic, the journalist Laura Spinney wrote about people who suffered prolonged weakness, fatigue, brain fog, insomnia, and mood changes. “We were leaden-footed for weeks,” one woman recalled. “It also was very difficult to remember any simple thing, even for five minutes.” A train driver was “never . . . quite the same” after his illness, blacking out while driving and causing an accident. In parts of Africa, post-viral syndromes were so widespread among farmers that they’re thought to have triggered a famine. Recent research suggests that even non-pandemic influenza may be associated with protracted symptoms: according to researchers at Oxford, nearly a third of people who contract the flu virus today report symptoms that resemble long COVID, and could be suffering what might be called “long flu.”

  8. #8
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    Standard AW: Covid Infektion - Trigger für Autoimmunerkrankungen?

    schöner Fund, panna. Ich war vor einer Weile an Beschreibungen aus der (literarischen) Literatur hängen geblieben. Letztendlich zuhauf Frauen, die vermutlich an einem Virus erkrankt waren, und danach nicht mehr in der Lage, ihre Kinder zu versorgen. Leider haben Freud und co das Phänomen anfang letzten Jahrhunderts dann komplett psychologisiert. Da versorgt die Mutter ihr Kind dann nicht richtig, weil sie es unterbewusst ablehnt …. Vielleicht kann sie wirklich nur unter Schmerzen aufstehen?
    Grundsätzlich ist eine Virusinfektion immer doof. Aber ich würde mir wegen Covid keine übertriebenen Sorgen machen. Einfach etwas sorgsam mit sich selbst sein und drauf vertrauen, dass es schon ohne größeren Schaden vorübergehen wird.

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