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Thema: Morbus Basedow oder doch noch Hashimoto? Ich benötige dringend Rat

  1. #1
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    Standard Morbus Basedow oder doch noch Hashimoto? Ich benötige dringend Rat

    Hallo liebes Forum!

    Ich habe seit 2006 die Diagnose Hashimoto und lese seit dieser Zeit hier im Hashimoto-Forum mit. Lange Zeit habe ich so gut wie keine Beschwerden gehabt. Seit Anfang letzten Jahres habe ich mehr und mehr geschwitzt (einziges Symptom), bis es diesen Sommer unerträglich wurde (auch bei kühlen Temperaturen). Ich lebe zeitweise in Oldenburg (habe dort aber keine Ärzte) und bin dann zu einem Labor. Die Werte waren so hoch wie ich sie noch nie gehabt habe und auch der TRAK deutlich erhöht. Ich bin dann in Oldenburg zum NUK und dieser hat die Diagnose Morbus Basedow gestellt. Seit Mitte August nehme ich 10 mg Carbimazol. Jetzt war ich bei meinem Hausarzt zum Jahrescheck und bin erschrocken, wie stark die Schilddrüsenwerte gefallen sind. Sorgen machen mir auch die Leberwerte (alle Werte im Profil). Einen Termin bei meinem NUK in Oldenburg habe ich erst wieder Mitte Oktober. Was soll ich tun? Könnt ihr mir raten?

    Liebe Grüße

  2. #2
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    Standard AW: Morbus Basedow oder doch noch Hashimoto? Ich benötige dringend Rat

    Hallo Toha,

    bereits 2020 war da schon etwas und auch 2021. Freilich etwas undeutlich zu erkennen*, weil du in den letzten Jahren eine TSH-supprimierende LT-Dosis nimmst, aber trotzdem kann man hier und da erkennen, dass sich der MB meldet.

    Lies mal den Einführungsbeitrag (oben angepinnt im MB-Forum) durch - die Hemmereinnahme sollte laufend angepasst werden, du könntest auf 7,5 mg gehen und in zwei Wochen beim Hausarzt erneut kontrollieren. Der leicht erhöhte GPT kommt von Carbimazol, ist aber nicht schlimm erhöht und wird sich nach Senkung nach und nach einkriegen.

    *s. aber fT3-Werte, die höher als sonst sind- Das hohe fT4 wird durch die hoch gesetzte Referenzgrenze (2.0) quasi maskiert, im anderen Labor (Obergrenze bis 1,7x) besser zu sehen.
    Geändert von panna (21.09.22 um 22:38 Uhr)

  3. #3
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    Standard AW: Morbus Basedow oder doch noch Hashimoto? Ich benötige dringend Rat

    Zitat Zitat von toha123 Beitrag anzeigen
    Was soll ich tun? Könnt ihr mir raten?
    Informier dich gut und besteh darauf, dass Carbimazol nicht nach TSH, sondern nach FT4 (und FT3) dosiert wird. TSH ist nicht aussagekräftig, weil die TRAK auf dem TSH-Rezeptor rumsitzen (sagt schon der Name und Ärzte sollten das eigentlich verstehen, spätestens wenn man sie mit der Nase darauf stößt).

    Als du LT abgesetzt hast, ist die Überfunktion stark zurück gegangen. Vermutlich waren 10 mg Carbimazol schon am Anfang zuviel. Ich würde da auf eine deutliche Reduzierung drängen. Der Arzt soll dankbar sein, wenn du keine Augenprobleme bekommst.

    Bei einer Mischform ist außerdem fraglich, ob es Sinn hat, die Hemmertherapie ein Jahr durchzuziehen. Das läuft womöglich bald auf eine Kombi aus LT und Carbi hinaus und das macht man eigentlich nicht mehr ...

    Was ich mit Mischform meine, habe ich hier aufgeschrieben: https://schilddruesen-unterfunktion....w-mischformen/

  4. #4
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    Standard AW: Morbus Basedow oder doch noch Hashimoto? Ich benötige dringend Rat

    Jetzt bin ich etwas verwirrt, was soll ich denn jetzt machen? Heute habe ich 7,5 mg genommen. Sollte ich weniger nehmen oder ganz absetzen? Sofort? Meinen Oldenburger NUK sehe ich ja erst Mitte Oktober (und dieser schaut im wesentlichen auch nur auf den TSH, wenn ich ihn recht verstanden habe) und die niedrigen FT3- und FT4-Werte machen mir schon Sorgen. Wenn die noch weiter sinken ... Dass mit der Unterfunktion die Gefahr der Augenerkrankung steigt, habe ich verstanden. Mein Hausarzt hat gar keine Ahnung und schaut im wesentlichen nur auf den TSH. Ich habe allerdings nächste Woche noch einen Termin bei ihm zur Besprechung der Werte.

  5. #5
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    Standard AW: Morbus Basedow oder doch noch Hashimoto? Ich benötige dringend Rat

    Zitat Zitat von toha123 Beitrag anzeigen
    Jetzt bin ich etwas verwirrt, was soll ich denn jetzt machen? Heute habe ich 7,5 mg genommen. Sollte ich weniger nehmen oder ganz absetzen? Sofort? Meinen Oldenburger NUK sehe ich ja erst Mitte Oktober (und dieser schaut im wesentlichen auch nur auf den TSH, wenn ich ihn recht verstanden habe) und die niedrigen FT3- und FT4-Werte machen mir schon Sorgen. Wenn die noch weiter sinken ... Dass mit der Unterfunktion die Gefahr der Augenerkrankung steigt, habe ich verstanden. Mein Hausarzt hat gar keine Ahnung und schaut im wesentlichen nur auf den TSH. Ich habe allerdings nächste Woche noch einen Termin bei ihm zur Besprechung der Werte.
    Natürlich nicht absetzen. Mischform bedeutet nicht, dass dein MB zwangsläufig schwach sein oder bleiben muss. Das wird man im Nachhinein besser beurteilen können. Und durch frühes Absetzen ein Rezidiv zu provozieren ist genauso doof bei Mischform, wie bei reinblütigem MB.*

    Und ich bleibe bei meiner Meinung: für 2 Wochen 7,5. Nämlich:

    Bezüglich TSH bin ich deutlich anderer Meinung als Irene. Ja klar dosiert man entlang der freien Werte, aber das heißt nicht, dass das TSH keinerlei Aussagekraft hat. Klar ist es aussagekräftig, nämlich insoweit, als man hinter einem weiterhin supprimiertem TSH bei inzwischen niedriger werdenden freien Werten einen noch/weiterhin aktiven MB vermuten darf. Und bei den Empfehlungen, die ich zumindest hier gebe, versuche ich, beides auszubalancieren: Die freien Werte und auch den TSH-Stand (und klar, auch den TRAK-Stand). Die Senkungsschritte dürfen anders aussehen bei einem bereits etabliertem TSH. Und die vorsichtigeren Senkungsschritte sollte man eben oft genug kontrollieren, damit kein Malheur passiert.

    Das TSH ganz außen vor zu lassen ist für mich genau so ein Fehler bei der Hemmerdosierung, wie die freien Werte nicht zu berücksichtigen. Beides sind Extreme, und die Dosiererei ist, wie man an den hier oft empfohlenen Wechseldosierungen und vorsichtigen Schritten unschwer erkennen kann, ein Versuch, die Balance zu halten.

    -----

    *
    Ergänzung später:
    Es gibt mehr "Mischform"-Beispiele, mir fällt Blümscha ein: ehrwürdige Hashi-Karriere, einmal eine ÜF, nur kurz gehemmt, weil sie ja eine Hashi war, dann drei Geburten, bei zweien folgte jeweils MB nach der Geburt. Ende des Lieds war dann eine OP.

    Und dann - so manch ein Mischförmler dürfte auch schlicht MB-ler sein mit früheren Schüben, die undiagnostiziert-unentdeckt wurden, die Schilddrüse wurde geschädigt und der Mensch brauchte Thyroxin - auch so kann man als MB-ler zu einer Hashi-Diagnose kommen. Nicht immer, aber manchmal schon.
    Geändert von panna (22.09.22 um 23:21 Uhr) Grund: *-Ergänzung

  6. #6
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    Standard AW: Morbus Basedow oder doch noch Hashimoto? Ich benötige dringend Rat

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Bezüglich TSH bin ich deutlich anderer Meinung als Irene. Ja klar dosiert man entlang der freien Werte, aber das heißt nicht, dass das TSH keinerlei Aussagekraft hat.
    Letzteres habe ich nie behauptet. Es geht darum, dass ein supprimiertes TSH allein kein Grund ist, Hemmer zu nehmen oder zu erhöhen.

    Außerdem taucht TSH ja irgendwann wieder auf, dann muss man nachdenken, ob die TRAK stark gesunken sind oder einfach die Hemmer überdosiert. Aber für Details gibt es ja den Einführungsbeitrag.

    Ich verbitte mir übrigens, von anderen als "Mischförmler" bezeichnet zu werden. (Ich finde es schon seltsam, wenn sich Leute als Person "Hashi" nennen, aber solange sie das nur für sich machen, ist das okay.)

  7. #7
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    Standard AW: Morbus Basedow oder doch noch Hashimoto? Ich benötige dringend Rat

    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen
    Ich verbitte mir übrigens, von anderen als "Mischförmler" bezeichnet zu werden. (Ich finde es schon seltsam, wenn sich Leute als Person "Hashi" nennen, aber solange sie das nur für sich machen, ist das okay.)
    Oje, das tut mir leid, wenn du das Wort als negativ empfindest. Ich (und nicht nur ich) schreibe oft "MB-ler", auch nicht schön, aber ich will nicht immer "Menschen mit Morbus Basedow" ausschreiben. Analog dazu war das Wort "Mischförmler" für mich. Aber ich werde dich persönlich nie mehr in Zusammenhang mit diesem für dich schlecht klingendem Wort bringen.

    Letzteres habe ich nie behauptet. Es geht darum, dass ein supprimiertes TSH allein kein Grund ist, Hemmer zu nehmen oder zu erhöhen.
    Entschuldige, aber du hast wohl geschrieben:
    besteh darauf, dass Carbimazol nicht nach TSH, sondern nach FT4 (und FT3) dosiert wird. TSH ist nicht aussagekräftig
    und genau darauf erlaubte ich mir zu reagieren. Im Laufe der Dosisanpassung spielt das TSH sehr wohl eine Rolle, die gleichen freien Werte werte ich leicht anders mit und ohne TSH. Meist funktioniert das ganz gut.

    Und natürlich ist ein supprimiertes TSH meist kein Grund, Hemmer zu nehmen, aber der Fall lag hier nicht vor. Das basedowtypisch vorauseilende fT3 war bereits leicht übernormig und in der Situation abzuwarten ist ein zweischneidiges Schwert, denn bei rechtzeitigem Anfang spart man eventuell letztendlich mehr Hemmer als wenn man abwartet. Ob 10 mg zu viel war oder nicht, ist eine andere Frage.

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