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Thema: Verdacht auf Morbus Basedow/Kinderwunsch

  1. #1
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    Standard Verdacht auf Morbus Basedow/Kinderwunsch

    Hallo ihr Lieben,

    ich bin gerade völlig überfordert mit ger Gesamtsituation und dachte, ihr könnt mir vielleicht weiterhelfen.

    Ich habe Anfang April ein großes Blutbild bei meiner Hausärztin machen lassen (die Werte kann ich im Profil gern ergänzen, wenn die weiter Aufschluss geben), dabei kam raus, dass mein TSH basal ein bisschen unterhalb des Referenzbereiches, FT3 und FT4 aber im Normalbereich liegen. Sowohl meine Hausärztin als auch meine Frauenärztin hielten das erstmal für unbedenklich, ich sollte aber 5 Monate später zur Nachkontrolle kommen und da war ich nun. Gestern war ich zur Auswertung bei der Hausärztin und sie schüttelte von Anfang an den Kopf und sagte immer wieder, dass ihr letztlich die Erfahrung damit fehle. Sie versuchte sich aber daran, zog zwei Laborärzte zur Auswertung hinzu. Nun waren zwei der drei Ärzte hin- und hergerrissen zwischen Hashimoto und Basedow (aufgrund des hohen TPO-AK), der dritte Arzt war sich aber sicher, dass es Basedow ist und gab den dringenden Hinweis zur Szintigrafie. Im Ultraschall konnte mal eine inhomogene Struktur mit echoarmen Bezirken und die starke Durchblutung einiger Stellen sehen. Meine Hausärtzin gab mir also die Überwiesung zum Endokrinologen, dort versuche ich nun telefonisch jemanden zu erreichen und einen Termin zu bekommen. Tabletten oder Beta-Blocker wollte sie mir aufgrund ihrer fehlenden Erfahrung nicht verschreiben.

    Das Herzrasen (was mir die größten Sorgen bereitet) hat sich seitdem kaum gelegt. Im Prinzip wären meine Sorgen vielleicht auch nicht so groß, wenn da nicht der Kinderwunsch im Raum stehen würde.
    Hat vielleicht jemand Erfahrung mit ähnlichen Werten gemacht? Wie ging es bei euch weiter? Ich stöbere seit gestern durch das Forum und habe bisher nichts passendes gefunden. Bin gerade so ratlos, auch was die künftige Therapie angeht.

    Ich freue mich über eure Meinungen.
    PS: Wenn ich etwas ganz wichtiges vergessen habe, dann liegt das an der Aufregung und Überforderung, reiche das gerne nach, wenn ich es habe.

  2. #2
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    Standard AW: Verdacht auf Morbus Basedow/Kinderwunsch

    Statt Endo geh bitte zum Nuklearmediziner und mache eine Szintigrafie, die bringt mehr diagnostische Sicherheit.
    Wobei ich schon denke, dass das MB ist, und zwar nicht nur der nur mäßig erhöhten TRAK, sondern wegen des vorauseilenden fT3-Wertes, der typisch ist.

    Den Kinderwunsch bitte erstmal aufs Eis legen, und zwar nicht nur gedanklich, sondern durch strikte Verhütung ... sorry. Hier stehen die Gründe: https://www.ht-mb.de/forum/showthrea...en-Richtlinien - die Links zu Anfang des Threads funktionieren leider nicht mehr, weil ich diese Beiträge vor etlichen Jahren geschrieben habe, der Inhalt stimmt aber*

    Gegen Herzrasen lass dir bitte niedrigdosiert Betablocker geben. Gewöhnlich nimmt man nicht-selektive Betablocker, die sind zwar sonst nicht so toll, aber sie hemmen die Konversion in T3 ein wenig mit und lange muss man den Betablocker nicht nehmen.

    Ich würde bei den Werten Thiamazol 5 oder 10 mg nehmen, um vielleicht eine weitere Eskalation einzudämmen - aber vielleicht kommst du schnell zu einem Nuk-Termin, bemühe dich bitte darum. Der Endo ist nicht so wichtig, die Szinti-Bildgebung wichtiger.

    --
    *Fazit: Hemmer gegen Überfunktion und auch die TRAK sind plazentagängig und können den Fötus schädigen.
    Geändert von panna (15.09.22 um 15:02 Uhr) Grund: * hinzu

  3. #3
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    Standard AW: Verdacht auf Morbus Basedow/Kinderwunsch

    Hallo panna,

    vielen Dank für deine schnelle Antwort und deine Einschätzung.
    Ich vermute, die Ärztin hat mir die Überweisung zum Endo ausgestellt, weil sie es selbst nicht besser wusste. Ich habe schon für kommende Woche einen Termin beim Nuklearmediziner bekommen.

    Ja, dass die Hemmer und auch die TRAK schädigend für das Ungeborene sein können, habe ich schon gelesen. Fühlt sich schon nach einem Rückschlag an, kann das im Moment alles irgendwie gar nicht einschä Die Frage, die ich mir jetzt immer wieder stelle, wird es denn aber in ein paar Monaten möglich sein? Der Laborarzt meinte, dass er MB im Anfangsstadium vermutet, wie stehen da die Chancen? (Ich weiß, hier sind keine Ärzte, aber vielleicht aus Erfahrung.)

  4. #4
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    Standard AW: Verdacht auf Morbus Basedow/Kinderwunsch

    Wenn es MB ist, sollte eine mindestens einjährige Hemmertherapie folgen. Wenn danach die TRAK stabil negativ sind, kann man es versuchen. Leider gibt es keine Garantie und die Rezidivrate ist hoch, aber wie gesagt, je nach Verlauf und TRAK-Verhalten kann man es wenn, dann nach der Therapie versuchen.

    Bei so geringfügig erhöhten Werten ist eine Hemmertherapie natürlich schwierig, weil die Werte schnell in die Knie gehen - andererseits, bricht man die Hemmer zu früh ab, ist die Rezidivrate noch höher.
    Aber es hat keinen Sinn, darüber jetzt zu philosophieren, wir wissen nicht, ob dein MB noch in den Kinderschuhen steckt und stärker wird oder von Haus aus ein "kleiner" Schub ist. Kalkuliere jetzt mal ein Jahr ein und lass mal sehen, wie deine Szintigrafie aussieht.

  5. #5
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    Standard AW: Verdacht auf Morbus Basedow/Kinderwunsch

    Zitat Zitat von zitroneneis Beitrag anzeigen
    Die Frage, die ich mir jetzt immer wieder stelle, wird es denn aber in ein paar Monaten möglich sein? Der Laborarzt meinte, dass er MB im Anfangsstadium vermutet, wie stehen da die Chancen? (Ich weiß, hier sind keine Ärzte, aber vielleicht aus Erfahrung.)
    Ich habe bei weitem nicht die Erfahrung, die panna hat, aber es sieht für mich schon erstmal nach MB aus, und wenn es das ist, dann werden die Hemmer auch in ein paar Monaten noch eingenommen werden müssen. Manche Ärzte empfehlen bei MB + dringendem Kinderwunsch direkt die OP, aber da würde ich ohne Szintigrafie noch nicht mal anfangen, drüber nachzudenken.

  6. #6
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    Standard AW: Verdacht auf Morbus Basedow/Kinderwunsch

    Hallo,

    ich habe jetzt mal ein paar Tage Abstand vom Internet genommen und die Infos, die ich mir bis dahin zusammengelesen hatte, sacken lassen. Und ihr habt völlig Recht, ohne eindeutige Diagnose bringen alle Gedankenkarussells (komisches Wort) herzlich wenig.
    Ich werde also abwarten, was beim Nuklearmediziner rauskommt und von da dann weiter entscheiden.

    Ich danke euch für eure Antworten und halte euch gern auf dem Laufenden!

  7. #7
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    Standard AW: Verdacht auf Morbus Basedow/Kinderwunsch

    Hallo an alle,

    ich kopiere hier mal den Befund vom Nuklearmediziner hinein:

    Klinik: Basedow -Hyperthyreose, aktuell keine Halsbeschwerden keine SD-Medikation, Kinderwunsch
    Sonographie und quantitative Schilddrüsenszintigraphie vom 21.09.2022: Aktivität: 53 MBq 99mTc- Pertechnetat.
    Sonographisch beide Seitenlappen gering vergrößert, Gesamtvolumen der Schilddrüse wird mit 23 ml ausgemessen (Norm bis 18 ml). Gering bis mäßig echovermindertes und inhomogenes Strukturmuster mit flächigem und angedeutet nodösem Umbau in allen Anteilen, im linken Seitenlappen kaudal und auf den Mittellappen übergreifend ein echoähnlicher knotiger Umbaubezirk mit ca. 2,2 cm ausgemessen. Entlang der Halsgefäße einzelne, gering vergrößerte Lymphknoten von flacher Form. Die Unterkieferspeicheldrüsen mit gering echoverminderter Struktur, die Ohrspeicheldrüsen mit echonormaler Struktur. Szintigraphisch ist die Schilddrüse gering vergrößert und mit etwas asymmetrischer Form dargestellt, kein retrosternaler Anteil. Mäßig kräftige Gesamtspeicherung mit einem Uptake-Wert von 2,05 %. Geringe flächige Betonung rechts zentral, geringe Minderbelegung links kranial, jeweils nicht als deutlich umschriebener Herdbefund ausgeprägt.

    Mitgeteilte Laborparameter zeigen eine manifeste Hyperthyreose.

    Beurteilung: Struma diffusa et nodosa 1. Grades, kein retrosternaler Anteil. Manifeste Basedow-Hyperthyreose, die rasche Einleitung einer medikamentösen Thyreostase ist hier erforderlich, dafür erfolgte Rezeptausstellung: Thyrozol 5 mit 2 x 1 Tablette/Tag und Metoprolol 50 mit eine Tablette/Tag. Mögliche Nebenwirkungen wurden mit der Patientin besprochen. Größere Jodbelastungen wie Röntgen-Kontrastmittel unbedingt vermeiden. Eine kurzfristige Kontrolle der Werte und gegebenenfalls Anpassung der Medikation ist in 1-2 Wochen erforderlich. Es erfolgt eine Anfrage an Herrn Prof. XYZ, ob hier die weitere Kontrolle und Behandlung übernommen werden könnte, insbesondere auch wegen der weiteren Therapieentscheidung bei angegebenem Kinderwunsch.


    Was sagt ihr dazu?

    Ich nehme also seit 21.09. jeweils 2x täglich (morgens und abends) 5mg Thiamazol, laut Nuk bis 27.09., danach dann nur noch 1x täglich. Haltet ihr das ebenfalls für sinnvoll, schon nach einer Woche die Dosis zu reduzieren?
    Am Donnerstag (29.09.) habe ich einen Termin beim Endokrinologen, der bestenfalls die weitere Kontrolle und Therapie übernehmen wird.

    Nun ja, ich bin irgendwie immer noch genau so ratlos wie zuvor.

  8. #8
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    Standard AW: Verdacht auf Morbus Basedow/Kinderwunsch

    Zitat Zitat von zitroneneis Beitrag anzeigen
    Nun ja, ich bin irgendwie immer noch genau so ratlos wie zuvor.
    Ja nun, ratlos - in Bezug auf was?

    seit 21.09. jeweils 2x täglich (morgens und abends) 5mg Thiamazol, laut Nuk bis 27.09., danach dann nur noch 1x täglich. Haltet ihr das ebenfalls für sinnvoll, schon nach einer Woche die Dosis zu reduzieren?
    Ich kann das zwar nachvollziehen, er will mit 10 einen Impuls geben, aber da deine Werte nur relativ leicht erhöht sind, reduziert weitermachen.

    Du hättest folgende Optionen, wie ich das sehe:
    Entweder: ab 21.9. 12 Tage lang 10 mg nehmen, dann Kontrolle und Dosis entsprechend ändern
    Oder: ab 21.9. so wie vom Nuk gesagt vorgehen, dann aber ab dem angegebenen Tag 14 Tage lang die 5-er-Dosis durchnehmen und erst danach Kontrolle
    Oder: vom 21.9. bis 29.9. (Endo) die 10 durchnehmen, weil wir ja nicht wissen, ob er eine neue Blutkontrolle macht und wenigstens bis dahin die Dosis gleich halten.

    Man muss sehen, was man bei dir erwischt hat: Einen von Haus aus schwachen Basedow, wie Werte und Szinti ihn momentan zeigen, die TRAK bleiben niedrig, die Überfunktion wird nicht stark - oder aber einen jetzt noch schwachen Basedow, der noch wachsen möchte.


    Doof ist auf jeden Fall, dass wenn man schon einsteigt, damit gleich aufzuhören riskant ist für eine Schwangerschaft, nämlich gerne schlägt dann MB gleich wieder zu, mit Vorliebe im 1. Trimester.

    Du musst nicht morgens-abends einnehmen, es reicht einmal am Tag, die Halbwertszeit ist ca. 1 Tag. D.h., die Wirkung hält gut an ohne Dosisverteilung.

  9. #9
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    Standard AW: Verdacht auf Morbus Basedow/Kinderwunsch

    In Bezug darauf, wie es weitergehen soll. Also ja, ich habe die Hemmer jetzt angefangen, was ist, wenn die Werte so weit runter gehen, dass ich in eine Unterfunktion rutsche? Geht das überhaupt? Wie lange schaff ich es emotional, den Kinderwunsch aufzuschieben? Ist ja nicht so, dass ich den einfach in eine Kiste packe und die dann in den Keller bringe... Ist die Op der "schnellere" Weg? Will ich das? ... und so weiter. Ich hatte aus irgendeinem Grund gedacht oder gehofft, dass der Nuk mehr erklärt oder konkrete Fragen beantworten kann, hat er aber nicht, ist vielleicht auch gar nicht seine Aufgabe.

    Dann nehme ich die 10mg bis zum Endo-Termin, denn die nehmen mir auf jeden Fall Blut ab, das wurde mir am Telefon schon mitgeteilt.

    Wie würde sich das zeigen, ob es von Haus aus eher schwach ist? Wenn er wachsen würde, würden die Werte also trotz Hemmer (die ja niedrig dosiert sind) weiter hoch gehen, verstehe ich das richtig? Aus deiner Erfahrung, wie schnell würde sich das zeigen, kann man das abschätzen?

    Ah gut, dann nehm ich die in einem Abwasch, ist mir auch recht, danke für die Info!

  10. #10
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    Standard AW: Verdacht auf Morbus Basedow/Kinderwunsch

    was ist, wenn die Werte so weit runter gehen, dass ich in eine Unterfunktion rutsche? Geht das überhaupt?
    Klar geht das, aber deswegen kontrolliert und passt man die Dosis an.

    Ich hatte aus irgendeinem Grund gedacht oder gehofft, dass der Nuk mehr erklärt oder konkrete Fragen beantworten kann, hat er aber nicht, ist vielleicht auch gar nicht seine Aufgabe.
    Das kann auch der Endo nicht, die Optionen sind so wie ich geschrieben habe - ein schwacher Basedow oder er legt erst los, das wird man aber wirklich in Kürze anhand der Werte und der TRAK-Entwicklung wissen.

    Wenn der MB jetzt gleich in die Knie geht, ist es schwieriger zu sagen, wie weitergemacht werden sollte - ein Jahr Therapie oder kürzer. bei richtig schwachem Verlauf kann man es riskieren, die Hemmer nur ein halbes Jahr zu nehmen - vorausgesetzt, die TRAK verschwinden richtig zügig. Aber ein Risiko ist es immer, weil die Statistik (Rückfallwahrscheinlichkeit) eben besagt, dass Rezidive dann wahrscheinlicher sind.

    Sonst, bei voll entwickeltem Basedow, macht man eben die minimum einjährige Therapie, die TRAK werden hoffentlich negativ, und wenn sie standhaft negativ sind kann man es riskieren, gegen Ende der Therapie schwanger zu werden - aber ein Risiko ist es trotzdem, es kann gut gehen oder auch nicht. Und genau dies kann dir weder Endo, noch NUK, noch sonswer voraussagen.


    Wie lange schaff ich es emotional, den Kinderwunsch aufzuschieben? Ist ja nicht so, dass ich den einfach in eine Kiste packe und die dann in den Keller bringe...
    Aber es geht dabei nicht nur um dich, oder schaffst du es emotional besser, deinem Wunschkind TRAK und Hemmer und die damit verbundenen Risiken zuzumuten?

    Ist die Op der "schnellere" Weg?
    Schneller als eine volle einjährige Therapie, aber der Punkt ist vor allem: sicherer bezüglich des Fötus und des Stillens (MB kommt überdurchschnittlich gerne einige Monate nach einer Geburt wieder).

    Aber beim gegenwärtigen Stand der Dinge würde ich einfach abwarten, wie sich bei dir die Werte entwickeln, nichts übers Knie brechen!

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