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Thema: depressive Symptome durch Hashimoto

  1. #1
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    Standard depressive Symptome durch Hashimoto

    Hallo liebe Forenmitglieder,

    habt ihr auch mit Depressionen zu kämpfen unter dieser Krankheit und warum ist das so?
    Wie habt ihr die Symptome in den Griff bekommen?

    Viele Grüße

    Sanny

  2. #2
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    Standard AW: depressive Symptome durch Hashimoto

    Ja, ich hatte und habe auch mit depressiven Phasen zu kämpfen.

    Und auch ich habe sie „in den Griff bekommen“ wollen.
    (Worin ich inzwischen einen nicht unwesentlichen Teil des Problems vermute: Lange Zeit habe ich mir über den Depressionen große Selbstvorwürfe gemacht, weil ich mir vorwarf, mich womöglich nur nicht genug anzustrengen, das doch bitte gefälligst unterdrückt zu bekommen. Diesbezüglich hat mir eine Psychotherapie sehr geholfen: Mich und meine Situation anzunehmen ohne ständige Selbstgeißelung.)

    Psychopharmaka kamen bei mir aus anderweitigen gesundheitlichen Gründen nach Einschätzung meiner Ärztin nicht in Betracht. Darüber bin ich im Rückblick sogar froh.

    Denn über meiner Thyroxin-Dosierungsanpassung habe ich bereits Phasen ganz beträchtlicher Besserung genießen dürfen. Als würde ein unsichtbarer Schleier weggezogen. Die Welt verheißt wieder Glück; ich habe wieder den Antrieb, Dinge freudig und beherzt in Angriff zu nehmen. Ich sehe einen ganz eindeutigen Zusammenhang zwischen medikamentöser Einstellung der Schilddrüse und der Seelenlage.

    Warum das so ist? Die Schilddrüsenhormone spielen im gesamten Stoffwechsel eine bedeutende Rolle, dies auch (und darüber an der „Moral“ deutlich ablesbar) im Hirnstoffwechsel.

    Hier im Forum findest du sehr viele Betroffene, die lange ohne nennenswerten subjektiven Nutzen Antidepressiva zur Besserung ihrer Situation eingenommen haben. Und erst sehr spät eine Besserung ihrer Symptome dann aber sehr wohl über die Substitution von Schilddrüsenhormonen erfahren haben. Die Trauer über die so lange verpasste Besserungschance kann man deutlich aus den betreffenden Beiträgen herauslesen. Nicht selten konnten in diesen Fällen die Antidepressiva nach den Erfahrungsberichten sogar ausgeschlichen werden.

    Aber natürlich gibt es auch Fälle der berühmten „Läuse und Flöhe“: Es kann auch Beides geboten sein, eine passende Schilddrüseneinstellung UND die medikamentöse Behandlung einer anderweitig begründeten Depression mithilfe eines Antidepressivums.

    Ich würde über alledem immer im ersten Schritt der Suche nach der passenden hormonellen Einstellung deiner Schilddrüsenhormone den Vorzug geben – und bei nicht erreichbarer Linderung der depressiven Thematik dankbar auf womöglich ein Antidepressivum als „Plan B“ setzen. Jedenfalls habe ich am eigenen Leib (und Seele) erfahren dürfen, dass Medikamente, welcher konkreten Art bleibt wie beschrieben auszutesten, hinsichtlich der Depression ganz erhebliche Linderung versprechen können.

    (Und dann gibt es noch den Sonder-Sonder-Fall vermeintlich therapieresistenter Depressionen unter Behandlung mit Antidepressiva, die wiederum dann aber doch eine Wirkung erfahren konnten, wenn sie von hinzukommender, sehr hoch dosierter Thyroxin-Medikation flankiert wurden. Die genauen Zusammenhänge insoweit sind in der Erforschung.)

    Für mich ein weiterer Indikator, das Ganze in der oben beschriebenen Reihenfolge anzugehen.

  3. #3
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    Standard AW: depressive Symptome durch Hashimoto

    @Hashi-Fee

    Danke für deine ausführliche Antwort.
    Ich nehme schon 75 Mikrogramm L-Thyroxin ein und denke, dass ich damit gut eingestellt bin. Ich leide auch noch unter Schizophrenie und das macht ja auch depressive Symptome. Ich nehme daher auch ein Antidepressivum (Doxepin) und seitdem geht es mir auch schon etwas besser. Da ich beide Krankheiten habe glaube ich, dass ich auch beide Medikamente brauche. Jedenfalls jetzt brauche ich noch beide Medikamente. Vielleicht ändert sich das auch wieder.

    Viele Grüße

    Sanny

  4. #4
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    Standard AW: depressive Symptome durch Hashimoto

    Wenn du wirklich gut eingestellt bist (also nicht nur alle Werte irgendwo im Referenzbereich, sondern individuell auf deinen persönlichen Bedarf optimiert), würde ich nicht davon ausgehen, dass die restliche Depression mit Hashimoto zu tun hat.

  5. #5
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    Standard AW: depressive Symptome durch Hashimoto

    Wie erkenne ich denn, dass ich gut eingestellt bin bzw. wie kann ich das erreichen?

  6. #6
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    Standard AW: depressive Symptome durch Hashimoto

    Kommt drauf an. Manchmal geben die Werte schon einen Hinweis, manchmal die Vorgeschichte, manchmal muss man einfach herumprobieren. Wenn deine Dosis z.B. in 25er Schritten gesteigert wurde (und du die aktuelle schon lange genug hältst), kann ein Ausprobieren von +/- 6,25µg für einen ausreichenden Zeitraum zeigen, ob sich damit eine Besserung erreichen lässt oder eher nicht.
    Das ist jetzt natürlich alles sehr allgemein gesprochen, ohne nähere Informationen von dir.

  7. #7
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    Standard AW: depressive Symptome durch Hashimoto

    Wie Flamme schon schrieb, das ist alles sehr allgemein. Von dir, deiner Medikation schreibst du sehr wenig. Fakt ist, dass Unterfunktion, Überfunktion, Unter- bzw. Überdosierung einiges an Verhaltensänderungen mit sich bringt, die durchaus auch Depressionen sein können.

    Es gibt allerdings auch Begleiterkrankungen und auch Mängel, die Depressionen verursachen können. D. h. es lohnt sich immer ein genauerer Blick bevor die Psyche als alleiniger Grund ausgemacht werden kann.

  8. #8
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    Standard AW: depressive Symptome durch Hashimoto

    Wenn ich das richtig sehe hattest du bei 150 µg einen TSH und mittige Freie. Aber was gar nicht gut war war die Hammermethode mit den 100.000 Ui D3. Sowas macht Beschwerden.

    Was auch auffällig ist, nach der D3-Hammermethode kam der TSH zum Vorschein, sowas wurde von einigen hier um Forum auch berichtet. Also vermute ich, dass dein TSH durch Mängel nicht wirklich korrekt anzeigt. Ich würde mich jetzt erst einmal parallel um die Nebenbaustellen kümmern.

    BTW: Eine Schwangerschaft stellt sich meist auch erst ein, wenn die SD-Versorgung passt. Das war ja bei dir auch. Eine Schwangerschaft verändert allerdings das Setting. Meist wird durch die Jodgabe (Folio-Tabs), (gesundes) Gewebe zerstört bei HT-Erkrankten.

  9. #9
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    Standard AW: depressive Symptome durch Hashimoto

    Depressionen und das Gefühl von Leere, inkl. Persönkichkeitsverlust habe ich immer dann, wenn insbsondere der ft3 zu niedrig ist.

  10. #10
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    Standard AW: depressive Symptome durch Hashimoto

    Zitat Zitat von candymilk Beitrag anzeigen
    Gefühl von Leere, inkl. Persönkichkeitsverlust habe ich immer dann, wenn insbsondere der ft3 zu niedrig ist.
    Persönlichkeitsverlust bei niedrignormigem fT3? Die dann schwupps wieder gut wird mit bloß ein wenig Thybon und höherem fT3?

    Ich kenne das ja aus dem Forum inzwischen, dass es kaum irgendwelche Symptome bis Krankheiten gibt, für die der Sündenbock fT3 (nicht einmal unter-, sondern niedrignormig) nicht herhalten könnte. Aber Depersonalisation ist vielleicht doch ein Paar Schuhgrößen zu groß für das arme fT3...

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