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Thema: Deutung meiner Blutwerte (Überfunktion)

  1. #1
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    Standard Deutung meiner Blutwerte (Überfunktion)

    Hallo zusammen,

    ich habe mich hier eben neu registriert und bin froh, solch ein Forum mit vielen hilfsbereiten Menschen gefunden zu haben. Eventuell habe ich das falsche Forum erwischt, ich bin 30j alt, 1.80m groß und männlich (da die Unterkategorie das Stichwort "Kinderwunsch" beinhaltet)

    Meine Therapie begann mit 40mg Thiamazol am Tag und bin mittlerweile bei 10mg am Tag angekommen. Mein Arzt hatte mir vor 1 Monat dann gesagt, ich solle die Thiamazol Dosis wieder verdoppeln und (jetzt kommts) zusätzlich noch 50mg L-Thyroxin nehmen, da mein TSH-Wert bis vor einem Monat noch bei unter 0,01 lag. Weiterhin hat er mir zwei weitere Medikamente (Sertralin und Mirtalich) verschrieben, was mich stutzig gemacht hat. Ich hatte mich gegen seine Entscheidung gewagt, da ich einen weiteren Monat "nur" die 10mg Thiamazol nehmen wollte, bevor ich weitere Medikamente nehme, die am Ende wieder mit starken Nebenwirkungen verbunden sind, und falls der Tsh Wert sich nicht bessere, kann ich immernoch zum L-Thyroxin und den anderen Medis greifen, weshalb auch immer.

    Das Ergebnis nach dem letzten Monat ist nun: TSH Wert 1,2 aber die ft3 und ft4 Werte sind nun leider etwas zu niedrig. Da ich mich hier etwas eingelesen habe, habe ich daran gedacht, das Thiamazol auf 5mg am Tag zu verringern und bräuchte dazu euren Rat.

    Vielen Dank für das Durchlesen und eure Zeit
    Geändert von schraube (02.07.22 um 12:56 Uhr)

  2. #2
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    Standard AW: Deutung meiner Blutwerte (Überfunktion)

    Liebe Schraube, bitte keine Textwüsten ohne Gliederung in Abschnitte, das ist unglaublich mühsam zu lesen.

    Und dann das hier:
    Zitat Zitat von schraube Beitrag anzeigen
    MAK/TPO - 44 57 67
    TSH <0,01 <0,01 <0,01 1,2
    ft3 9,8 4,9 2,8 2,2
    ft4 2,8 1,7 0,9 0,65
    TSH Rez.Antik. - 38 39 >40
    ist nicht wirklich das, was uns hilft, damit wir dir helfen. Was wir brauchen, ist eine Aufstellung in deinem Profil (sofern du öfter vorbeikommen willst) mit Angaben jeweils für eine Blutkontrolle:

    Datum
    Medikament, Dosis, seit wann diese Dosis
    Werte mit genauem Referenzbereich des Labors

    So ungefähr wie das hier angeführt ist für die Hemmereinnahme:
    https://www.ht-mb.de/forum/showthrea...88#post2273388

  3. #3
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    Standard AW: Deutung meiner Blutwerte (Überfunktion)

    Alles klar werde ich gleich machen. Ich lasse die Vorgeschichte dann einfach mal weg, dann ist weniger Text vorhanden.

  4. #4
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    Standard AW: Deutung meiner Blutwerte (Überfunktion)

    Die Vorgeschichte/Umstände usw. hätte auch bleiben können, nur etwas gegliedert. Da findet sich häufig Wichtiges.

  5. #5
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    Standard AW: Deutung meiner Blutwerte (Überfunktion)

    Ich glaube, ich werde mal mein Profil mit den horizontalen Einträgen löschen - kein gutes Beispiel, da Spalten nicht wirklich gut formatierbar, damit sie wirklich als Spalten aussehen. Seufz.
    Besser ist so, wie in der verlinkten Vorlage. Aber ich will dich jetzt nicht mehr damit piesacken ... Fragen:


    Sind die Normbereiche jeweils immer die gleichen (da nur für die letzte Kontrolle angegeben)?

    Und: Ist das jetzt echt dein aktueller TRAK-Wert, Größer-als-Zeichen stimmt? Das kommt mir echt seltsam vor.

    >40(<1,8)
    40 mg war einfach viel zu viel für deine Werte. Und eigentlich hätte man bereits im April etwas senken müssen, etwa auf 15. Und im Mai hätte man natürlich erst recht senken müssen, aber da man das davor nicht gemacht hat, reichte die zu späte Senkung nicht mehr, du hast jetzt eine manifeste Unterfunktion. Dein Doc richtet sich auschließlich nach deinem TSH u und das ist leider grundfalsch. Man muss schon mit berücksichtigen, was das TSH macht, weil man daran die MB-Aktivität (die TRAK-Aktivität) sehen kann. Aber die Dosis, die hat sich nach den freien Werten zu richten. Du hast eine Menge Thiamazol überflüssig geschluckt ... das ist echt blöd.

    Was SEHR gut ist, ist, dass du weder Thyroxin, noch Antidepressiva genommen hast. Wie kam er bloß darauf?? Unglaublich. Hat er bei dieser Dosis-Großzügigkeit wenigstens deine Leukozyten und Leberwerte mitgemessen?

    Natürlich musst du jetzt senken. Das Problem ist, dass, wenn deine TRAK wirklich so beharrlich hoch sind (und das TSH eben auch bei manifester UNterfunktion kaum wirklich bewegt, weil eben die aktiven TRAK sie verdrängen), muss man versuchen, geschickt zu lavieren: Genug hemmen, damit die ÜF nicht neu ausbrechen kann, aber nicht so viel hemmen, dass dein fT4 unternormig wird, denn das ist riskant für die Augen.

    Also versuche es jetzt mit 5 mg, aber bitte wenn es geht, nur für zwei Wochen, um die Reaktion rechtzeitig zu sehen und im Sinne der obigen Ausführungen reagieren zu können.
    Geändert von panna (02.07.22 um 13:37 Uhr)

  6. #6
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    Standard AW: Deutung meiner Blutwerte (Überfunktion)

    Ja der Wert ist mittlerweile großer als 40 (Einheit U/l), das hast du richtig gelesen. Der Normbereich ist immer der gleiche. Meine Leukozyten befanden sich immer im Normbereich (4-10 tsnd), Anfangs bei etwa 5, jetzt bei mittlerweile 8,1. Meine Leberwerte waren Anfangs wie folgt: GOT 35 (10-50 als Mann), GPT 55 (10-50 als Mann). Jetzt ist der GOT bei 33 und GPT bei 43.
    Als ich L-Tyroxin gehört habe, hatte ich Angst, weil das ja eigentlich für die Unterfunktion gedacht ist. Habe nun das erste Mal im Leben über 60kg gewogen (15kg seit mitte März zugenommen, u.a. durch Sport) und das wollte ich natürlich halten.
    Meine nächste Blutentnahme ist jedoch am 10.08, wie soll ich nach 2 Wochen bei 5mg Thiamazol an die Blutwerte kommen? Der Arzt ist bald leider im Urlaub. Das würde ihm bestimmt auch nicht gefallen, wenn der dahinter kommt, dass ich mich gegen seine Entscheidung entschieden hatte, das L Thyroxin nicht zu nehmen.

    Edit: ich werde schauen, dass ich den BA in zwei Wochen irgendwo anders durchführen kann, evtl bei der Nuklearmedizin wo ich war.
    Geändert von schraube (02.07.22 um 14:18 Uhr)

  7. #7
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    Standard AW: Deutung meiner Blutwerte (Überfunktion)

    Zitat Zitat von schraube Beitrag anzeigen
    Ja der Wert ist mittlerweile großer als 40 (Einheit U/l), das hast du richtig gelesen. Der Normbereich ist immer der gleiche. Meine Leukozyten befanden sich immer im Normbereich (4-10 tsnd), Anfangs bei etwa 5, jetzt bei mittlerweile 8,1. Meine Leberwerte waren Anfangs wie folgt: GOT 35 (10-50 als Mann), GPT 55 (10-50 als Mann). Jetzt ist der GOT bei 33 und GPT bei 43.
    Als ich L-Tyroxin gehört habe, hatte ich Angst, weil das ja eigentlich für die Unterfunktion gedacht ist. Habe nun das erste Mal im Leben über 60kg gewogen (15kg seit mitte März zugenommen, u.a. durch Sport) und das wollte ich natürlich halten.
    Meine nächste Blutentnahme ist jedoch am 10.08, wie soll ich nach 2 Wochen bei 5mg Thiamazol an die Blutwerte kommen? Der Arzt ist bald leider im Urlaub. Das würde ihm bestimmt auch nicht gefallen, wenn der dahinter kommt, dass ich mich gegen seine Entscheidung entschieden hatte, das L Thyroxin nicht zu nehmen.

    Edit: ich werde schauen, dass ich den BA in zwei Wochen irgendwo anders durchführen kann, evtl bei der Nuklearmedizin wo ich war.
    Ist es dein Hausarzt?

    Die Kombitherapie mit Thyroxin macht man heute nicht mehr. Gedacht ist es so, dass wenn der Basedow-Schub so stark ist, dass man stark hemmen muss, kann man die starke Hemmung durch Thyroxingabe ausgleichen, um keine Unterfunktion zu riskieren. Aber man ist darauf gekommen, dass das keinen Vorteil hat. Nämlich, man kann mit mehr Thiamazol den Autoimmunprozess nicht wirklich beeinflussen, der läuft seinen eigenen Weg und beruhigt sich irgendwann (auch ohne Hemmer, sofern man den Schub überlebt):

    Unter Einwirkung der Medikamente soll die spontane Rückbildung der Krankheit erleichtert werden.
    Diese Gaspedal+Bremse-Spiel hat also keinen Sinn, zumal Thiamazol keine harmlose Pille ist, so dass man davon schon so viel wie nötig (um die Hormonwerte innerhalb des Referenzbereichs zu halten), aber auch: so wenig wie möglich zu nehmen. Diverse Studien beweisen, dass man mit einer solchen Kombitherapie keinerlei Therapie-Vorteile erzielt:

    Gelegentlich kann die medikamentöse Behandlung mit Thyreostatika mit der Gabe von Schilddrüsenhormon (z.B. Levothyroxin) kombiniert werden. Eine Verbesserung des Verlaufs wird dadurch zwar nicht erreicht, aber manchmal gelingt es damit eine stabilere Einstellung der normalen Schilddrüsenfunktion zu erzielen.
    Stabiler wird eine Einstellung z.B. dann, wenn man auch unter geringste Gabe des Hemmers in Unterfunktion kommen würde - da kann man ein wenig Thyroxin dazu geben, sonst müsste man die Therapie abbrechen, weil man ja kaum mehr sinnvoll reduzieren kann. Das kann z.B. bei 2,5 mg Thiamazol nach 3-4 Monate Therapie sein. Aber da bist du weit davon entfernt, mit so hohen TRAK, dein Doc will dich bloß auf bequeme Weise aus der Unterfunktion holen, aber weiterhin eine Dosis an Thiamazol geben, von der wir nicht wissen, ob sie nötig ist** . In 2-3 Wochen wissen wir es, nämlich dann, wenn wir sehen, wie die 5 mg sich auswirken. Vielleicht so, dass du dann auf 7,5 mg gehst. Thyroxin veerschleiert aber die wahren Verhältnisse, man hat evtl. wunderschöne Werte und schluckt mehr Thiamazol als nötig.
    Die kontrollfreie Periode bis zum 10. August ist sowieso viel zu lang bei deiner Dosis und deiner TRAK-Höhe. Das wären beinahe 6 Wochen, das geht nicht (gut). Es ist natürlich wichtig, dass man zwecks Vergleichbarkeit möglichst immer beim gleichen Labor bleibt, aber wenn du den NUK bitte einschieben kannst, dann mache das. Wir wollen nur sehen, ob die 5 mg zu wenig sind (d.h. ob deine Werte fT3+fT4 sehr flink nach oben springen) oder zu viel (die Unterfunktion bleibt) oder gerade richtig für weitere 2-3 Wochen. Du könntest auch jetzt 7,5 nehmen - ich denke bloß, du solltest schnell aus der Unterfunktion raus, darum der Vorschlag mit 5 mg, die man dann evtl. nach oben anpassen kann, oder auch nicht. Dieses fein graduierte Einstellen, zumindest die Bemühung in die Richtung, ist wegen der Gefahr einer endokrinen Orbitopathie schon wichtig - nicht für deinen Doc, aber für dich.

    Quelle der Zitate:
    http://www.basedow.ch/index.cfm?srv=cms&rub=1028&srub=1028&prub=1027&id= 1047

    ** bzw. wir wissen bereits, dass sie nicht nötig ist.
    Geändert von panna (02.07.22 um 15:06 Uhr) Grund: ** Ergänzung

  8. #8
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    Standard AW: Deutung meiner Blutwerte (Überfunktion)

    Vielen Dank für den ausführlichen Text und für deine Mühe. Ich werde deinen Ratschlag befolgen und ab morgen früh 5mg täglich zu mir nehmen. Die Blutentnahme werde ich bei der Nuklearmedizin in zwei Wochen durchführen. Ich hoffe die 14 Tage reichen dafür aus.
    LG

  9. #9
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    Standard AW: Deutung meiner Blutwerte (Überfunktion)

    Ich dachte, alternativ, auch an eine Wechseldosis 7,5/5 mg. Kein großer Unterschied, ich weiß, aber ... naja, >40 ist nicht schön. Zweistellig ist nicht schön. Aber Unterfunktion auch nicht, darum war der erste Vorschlag das Halbieren der Dosis (sonst kriechen wir eher als dass wir springen). Deswegen wäre die zeitnahe Kontrolle wichtig. Mindestens 14 Tage müssen schon sein, damit die Dosis in Werten sichtbare Wirkung zeigt.

    Achte bitte auf Jodkonsum bzw. kein Jodsalz, keine Meerestiere usw.

  10. #10
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    Standard AW: Deutung meiner Blutwerte (Überfunktion)

    Alles klar, dann schaue ich, dass ich am 20.07 mein Blut abnehmen lasse. Dann würde die anschließende Blutabnahme bei meinem HA am 10.08 wieder vom Zeitraum passen. Danke

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