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Thema: Haarausfall bei Morbus Basedow

  1. #1
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    Standard Haarausfall bei Morbus Basedow

    Hallo alle,

    trotz M.B. seit September 2019 und auch einer exzessiven Beschäftigung damit seitdem, habe ich erst jetzt dieses Forum gefunden. Es freut mich, dass es doch eine solche Anlaufstelle für uns gibt.
    Mit 19, nach nun knapp zweieinhalb Jahren, wurden im Februar endlich das erste mal meine Medikamente abgesetzt. Die Werte sind bis auf TRAK (bei um 6,61+ + IU/l bei Referenz <1,75) alle im Referenzbereich. Leider habe ich seit Entdeckung (zumindest ist es mir vorher nicht wirklich aufgefallen) extremen Haarausfall oben auf dem Kopf. Es wurde viel darüber berichtet, dass er sich normalisiert, sobald die Werte i.O. sind, das sind sie allerdings auch schon seit ca. September (wie gesagt bis auf TRAK). Ich bin ziemlich am verzweifeln, weil ich ungerne mit 25 eine Glatze haben möchte, weiß aber nicht, was ich dagegen tun soll. Das Haar fällt vor allem vorne auf dem Kopf aus, nicht wie normalerweise bei erblich bedingtem Haarausfall am Kranz. Allerdings hat mein Vater ebenfalls eine Glatze und bei ihm seien die Haare auch so wie bei mir ausgefallen. Eine Hautärztin sagt, der Haarausfall komme primär durch die Überfunktion und mein vererbter Haarausfall sei noch sehr schwach. Ich nehme trotzdem zur Sicherheit Regaine (Minoxidil), aber das hilft nicht wirklich (was gegen erblichen Haarausfall spricht).
    Hat jemand gleiche Erfahrungen gemacht? Sind die Haare bei euch wiedergekommen und wenn ja, wann? Kennt ihr Medikamente/ Hilfsmittel, die dagegen helfen? Im Anhang befindet sich ein Bild, das in etwas auch meinem Haarausfall darstellt, dichtes Haar an den Seiten und am Kranz, Haarausfall hinter der Stirn.
    Hair-loss-treatment-for-women-Lahore.jpg

  2. #2
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    Standard AW: Haarausfall bei Morbus Basedow

    Lucas, bist du ein echter Lucas oder ein Mädel? Ist ja nicht unwichtig für deine Fragestellung, etwa: Eisenmangel bei Frau? Biotinmangel/B-Vitamine?

    wurden im Februar endlich das erste mal meine Medikamente abgesetzt. Die Werte sind bis auf TRAK (bei um 6,61+ + IU/l bei Referenz <1,75) alle im Referenzbereich.
    Sind die TRAK inzwischen negativ oder wenigstens zurückgegangen? Wie waren die Werte (fT3, fT4, TSH) beim Absetzen und wie sind sie seither? Denn in der Norm sein heißt ja nicht, dass sie gut (für dich) sind und ungute Werte begünstigen Haarausfall. Also trage mal bitte deine Werte seit Absetzen ins Profil ein, bitte. Der Haarausfall zieht sich, d.h. spiegelt, so sagt man, nicht den momentanen Zustand wieder, sondern den vor einigen Monaten.

    Allerdings hat mein Vater ebenfalls eine Glatze und bei ihm seien die Haare auch so wie bei mir ausgefallen.
    Tja ... wenn du ein echter Lucas bist, also Mann, dann ist das leider zumindest eine Teil-Erklärung, oder? zumal, wenn du sagst, dass die Haare vor allem vorne an der Stirn ausfallen, denn bei Überfunktion sind eher alle Haare betroffen.

    Du könntest die Erweiterte Suche bemühen, mit Suchwort "Haarausfall" und Zusatzoption "Nur Titel durchsuchen" - die meisten Betroffenen sind bei uns allerdings Mädel.

  3. #3
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    Standard AW: Haarausfall bei Morbus Basedow

    Ich bin tatsächlich ein echter Lucas. Jegliche Mängel liegen nicht vor.
    Die TRAK-Werte haben sich folgend verändert:
    06.2020: 10,53+ (Ref. <1,75)
    03.2021: 6,75+
    05.2021: 7,48+
    01.2022: 6,94
    04.2022: 6,61+

    Die aktuellsten Werte sind noch die unmittelbar vor dem absetzen (Januar 2022):
    fT3: 2,52 (Ref. 1,43 - 3,90)
    fT4: 9,6 (Ref. 7,0 - 14,8)
    TSH: 0,58 (Ref. 0,35 - 4,94)

    Es wurde häufiger Blut abgenommen, aber leider nicht immer der TRAK bestimmt. Anfangs war ich damit beim Hausarzt, später bei einer Endokrinologin. Die meinte zu mir, man müsse den TRAK in den Griff bekommen, das hat der Hausarzt anfangs nicht getan. Leider bin ich fürs Studium in einer anderen Stadt und sehe meine Endokrinologin nicht häufig.

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Sind die TRAK inzwischen negativ oder wenigstens zurückgegangen? Wie waren die Werte (fT3, fT4, TSH) beim Absetzen und wie sind sie seither? Denn in der Norm sein heißt ja nicht, dass sie gut (für dich) sind und ungute Werte begünstigen Haarausfall. Also trage mal bitte deine Werte seit Absetzen ins Profil ein, bitte. Der Haarausfall zieht sich, d.h. spiegelt, so sagt man, nicht den momentanen Zustand wieder, sondern den vor einigen Monaten.
    Wie finde ich für mich die richtigen Werte heraus? Ich habe bis auf den Haarausfall keine Symptome und Haarausfall soll sich ja erst nach einigen Monaten bessern.

    Schöne Grüße
    Lucas (männlich, 22)

  4. #4
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    Standard AW: Haarausfall bei Morbus Basedow

    Lucas, die wären hier an sich in Ordnung (naja, das TSH eher niedrig, das geht auf die TRAK zurück):

    Die aktuellsten Werte sind noch die unmittelbar vor dem absetzen (Januar 2022):
    fT3: 2,52 (Ref. 1,43 - 3,90)
    fT4: 9,6 (Ref. 7,0 - 14,8)
    TSH: 0,58 (Ref. 0,35 - 4,94)
    wenn sie in etwa so blieben. Dass man die TRAK nicht immer macht, ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass du offensichtlich noch immer und weiterhin positive TRAK hast. Die Hemmertherapie sollte man eigentlich nicht beenden, wenn die TRAK noch positiv sind. OK, bei einer höhe so um 2 würde man denken: Die stimulierende Kraft der TRAK (die die Überfunktion hervorrufen) ist bei der Höhe vielleicht vernachlässigbar. Aber bei 6, wie du ihn hast, finde ich das nicht.

    Das heißt, wenn du die Hemmer abgesetzt hast, dann gehören wenigstens die freien Werte häufig kontrolliert, um zu merken, ob die Überfunktion zurück ist - oder überhaupt eine gute Hormonlage besteht (was dann natürlich einen Einfluss auf die Haare haben kann, aber nicht nur auf sie).

    Die TRAK kann der Hausarzt nicht in den Griff bekommen. Normalerweise gehen sie von sich aus im Laufe der Hemmertherapie ganz alleine zurück, der Basedow beruhigt sich und man kann nach 1-1,5 Jahren die Hemmer absetzen.

    Deine positiven TRAK sind eine kleine Hexenküchte, in der der Rückfall (Rezidiv) gekocht wird. Machen kann man jetzt nichts anderes, als doch bitte deine Hormonwerte regelmäßig kontrollieren, um rechtzeitig eingreifen zu können, wenn die Werte hochgehen sollten, falls sie das bis jetzt nicht getan haben. Einen Endokrinologen brauchst du nicht unbedingt, in der Stadt, wo du wohnst, würde ich vielleicht einen Nuklearmediziner suchen.

    Wie finde ich für mich die richtigen Werte heraus?
    An sich würde deine Schilddrüse von sich aus für die für dich richtigen Werte sorgen. Das Problem sind die TRAK, die aber in die Arbeit der Schilddrüse hineinpfuschen und sie zur Mehrproduktion stimulieren können. Einfach ein halbes Jahr ohne Kontrolle ist dann keine so gute Idee, leider.

    Etwas mehr an Zusammenhängen findest du hier:
    https://www.ht-mb.de/forum/showthrea...-Neumitglieder

  5. #5
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    Standard AW: Haarausfall bei Morbus Basedow

    Hey Panna,
    erstmal vielen Dank für deine schnelle und sorgfältige Antwort.

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Die Hemmertherapie sollte man eigentlich nicht beenden, wenn die TRAK noch positiv sind. OK, bei einer höhe so um 2 würde man denken: Die stimulierende Kraft der TRAK (die die Überfunktion hervorrufen) ist bei der Höhe vielleicht vernachlässigbar. Aber bei 6, wie du ihn hast, finde ich das nicht.

    Das heißt, wenn du die Hemmer abgesetzt hast, dann gehören wenigstens die freien Werte häufig kontrolliert, um zu merken, ob die Überfunktion zurück ist - oder überhaupt eine gute Hormonlage besteht (was dann natürlich einen Einfluss auf die Haare haben kann, aber nicht nur auf sie).

    Die TRAK kann der Hausarzt nicht in den Griff bekommen. Normalerweise gehen sie von sich aus im Laufe der Hemmertherapie ganz alleine zurück, der Basedow beruhigt sich und man kann nach 1-1,5 Jahren die Hemmer absetzen.

    Das ist bei mir auch etwas wild. Mein Hausarzt meinte, ich kann die Tabletten absetzen, weil die Werte in Ordnung sind. Auch das Szintigraphie-Ergebnis war gut. Meine Endokrinologin weiß davon allerdings nichts, hat aber tatsächlich damals auch immer betont, der TRAK-Wert muss sinken. An sich kann ich das auch gar nicht so gut nachvollziehen. Ich möchte ja bei weiterer Einnahme der Thyreostatika auch nicht in eine Unterfunktion rutschen.
    Vielleicht war ich etwas Vorschnell mit der Absetzung, da ich mich der Absetzung nach nun schon über zweieinhalb Jahre Tabletten-Therapie entgegensehnte. Eigentlich sollte ja nach einem Jahr bereits zu anderen Methoden gegriffen werden. Dann werde ich das wohl noch mal absprechen müssen.

    Aber meinst du, erst mit dem Senken der TRAK-Wertes wird sich der Haarausfall bessern?

    Ich habe ansonsten noch gehört, man könne den Haarausfall mit Cortison behandeln. Könnt

  6. #6
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    Standard AW: Haarausfall bei Morbus Basedow

    Zitat Zitat von lucas_2239 Beitrag anzeigen
    Vielleicht war ich etwas Vorschnell mit der Absetzung, da ich mich der Absetzung nach nun schon über zweieinhalb Jahre Tabletten-Therapie entgegensehnte. Eigentlich sollte ja nach einem Jahr bereits zu anderen Methoden gegriffen werden. Dann werde ich das wohl noch mal absprechen müssen.
    Naja, heute sagt man: nach 2 Jahren sollte Schluss sein mit dem Hemmerschlucken. Schließlich sind die Hemmer eigentlich fürs Senken der Hormonwerte da, nicht explizit fürs Senken der TRAK, die das von sich aus tun sollten. Wenn sie es nicht tun während zweier Jahre - nun ja, nicht so gut.

    Aber meinst du, erst mit dem Senken der TRAK-Wertes wird sich der Haarausfall bessern?
    Lucas, die TRAK machen keinen Haarausfall, das sicher nicht. Aber in ausreichender Höhe machen sie (meist) eine Überfunktion und (seltener) eine Unterfunktion. Es gibt nämlich mehrere Arten von TRAK - aber da wollen wir jetzt nicht rein. Wesentlich ist, dass sie die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen können und wenn die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigt ist, kann das den Stoffwechsel der Haare mit beeinflussen. Kann, muss nicht - wenn die väterlichen Gene entsprechend sind, dann ... nun ja.

    Lucas, das Wichtigste ist, dass du deine Werte regelmäßig kontrollieren lässt. TSH, fT3, fT4 und gelegentlich TRAK, bzw. bei auffäligen Werten, vor allem wenn das TSH verschwindet, sofort.

    Ich habe ansonsten noch gehört, man könne den Haarausfall mit Cortison behandeln.
    Das habe ich noch nie gehört. Cortison ist ein immunsupprimierendes Mittel mit auf Dauer ziemlich üblen Folgen. Da würde ich (auch wenn es wahr wäre) die Vollrasur mit oder ohne Vollbart wählen und stolz dazu stehen.

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