Ergebnis 1 bis 3 von 3

Thema: Erhöhtes fT4 bei normalem oder erhöhtem TsH

  1. #1
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    24.10.16
    Ort
    NDS
    Beiträge
    1.003

    Standard Erhöhtes fT4 bei normalem oder erhöhtem TsH

    Külz M, Fellner S, Rocktäschel J, Ceglarek U, Willenberg A, Kratzsch J.
    Dubiously increased FT4 and FT3 levels in clinically euthyroid patients: clinical finding or analytical pitfall?
    Clin Chem Lab Med. 2022 Feb 25;60(6):877-885. doi: 10.1515/cclm-2021-1211.

    (Derzeit) als Volltext zugänglich: https://www.degruyter.com/document/d...2021-1211/html

    Im Labor der Uniklinik Leipzig wurden über sechs Jahre Proben mit erhöhtem fT4- und gleichzeitig normalem oder leicht erhöhtem TsH-Wert (< 10) gesammelt. Proben von Patienten mit Überfunktionssymptomen wurden ausgeschlossen. Gemessen wurde mit Roche Cobas, erhöht waren die fT4-Werte in Bezug auf den laboreigenen Referenzbereich von 12,8-20,4 pmol/l (üblicher Referenzbereich nach Packungsbeilage ist 12-22 pmol/L). Für 120 Proben wurde der fT4-Wert zusätzlich mit anderen Assays (Liaison und Abbott) bestimmt und gesamt-T4 (TT4) gemessen. 24 der 120 Patienten waren LT-Nehmer.

    TT4 war nur bei 10 der 120 Patienten, die mit Roche ein fT4 über 20,4 pmol/l hatten, erhöht (das sind ca. 8%). Bei den 22 Patienten, die mit allen drei Assays ein erhöhtes fT4 hatten, war bei 4 (oder 5) TT4 erhöht (~20%).

    Im Vergleich mit den anderen Assays waren 51/120, also ca. 42% (Liaison) und ca. 22% (Abbott) ebenfalls erhöht bei einer Obergrenze von 20,4 pmol/l und bei einer Obergrenze von 22 pmol/l 48% (Liaison) bzw. 30% (Abbott). [Leider merken die Autoren zwar an, dass Liaison und Abbott als Referenzbereich statt des üblichen zentralen 95%-Intervalls die zentralen 99% verwenden, aber aus den Daten wird nicht klar, wie weit die doch recht erheblichen Unterschiede darauf zurückzuführen sind.]

    Die Autoren empfehlen bei erhöhtem fT4, normalem TsH und ohne klinische Überfunktionssymptome TT4 zu bestimmen.

    (Der Artikel diskutiert diverse Gründe für ein falsch erhöhtes fT4 und das Zusatzmaterial liefert eine umfangreiche Liste von Medikamenten, die es verursachen können.)

    Es handelt sich hier allerdings um Klinikpatienten, die diverse Erkrankungen hatten, die für ein falsch hohes fT4 ursächlich sein können und die Autoren schätzen das Vorkommen der Konstellation erhöhtes fT4, normales TsH und klinisch euthyreot auf unter 0,1%.
    Geändert von Ness (16.05.22 um 18:17 Uhr)

  2. #2
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    11.07.06
    Beiträge
    43.915

    Standard AW: Erhöhtes fT4 bei normalem oder erhöhtem TsH

    Zitat Zitat von Ness Beitrag anzeigen

    Es handelt sich hier allerdings um Klinikpatienten, die diverse Erkrankungen hatten, die für ein falsch hohes fT4 ursächlich sein können .
    Es handelte sich ja um Patienten des Krankenhauses. Sicher eine relativ unaufwändige Methode, um an Datenmaterial zu kommen, aber ob es sinnvoll ist, aus diesen Daten lauter unterschiedlich kranken Leute mit unterschiedlicher Medikation eine Publikation zu bauen? Was sie fanden, lässt sich ja nicht auf die generelle Population anwenden.

  3. #3
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    24.10.16
    Ort
    NDS
    Beiträge
    1.003

    Standard AW: Erhöhtes fT4 bei normalem oder erhöhtem TsH

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Es handelte sich ja um Patienten des Krankenhauses. Sicher eine relativ unaufwändige Methode, um an Datenmaterial zu kommen, aber ob es sinnvoll ist, aus diesen Daten lauter unterschiedlich kranken Leute mit unterschiedlicher Medikation eine Publikation zu bauen? Was sie fanden, lässt sich ja nicht auf die generelle Population anwenden.
    Die Frage, ob man bei einem isoliert erhöhten fT4-Wert eine weitere Diagnostik anstößt, stellt sich doch gerade im Krankenhaus, wo routinemäßig TsH und fT4 bestimmt wird. Und im KH können die Patienten aus diversen Gründen ein erhöhtes fT4 mit hochnormalem TsH haben, ohne das man sie gleich reihenweise ins MRT schicken muss zum Hypophysencheck. Die Verhältniszahlen wird man so nicht auf die Gesamtbevölkerung übertragen können, da hast du sicher recht. Aber auch wenn man kein KH-Patient ist, könnte es ja ähnliche Gründe für ein erhöhtes fT4 geben. Daher finde ich die Idee, das TT4 zu checken gar nicht verkehrt.

    Nachtrag: wobei allein aus dem weiter gefassten Regerenzbereich von Abbott im Vergleich zu Roche ergibt, dass etwa 80% derer, die bei Roche drüber sind, bei Abbott noch im Referenzbereich sind.
    Geändert von Ness (16.05.22 um 19:40 Uhr)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •