Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 30

Thema: Neue Werte - Überfunktion zwingend behandeln?

  1. #1
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    28.12.20
    Beiträge
    23

    Standard Neue Werte - Überfunktion zwingend behandeln?

    Hallo zusammen,

    ich habe vor einer Weile hier schon mal geschrieben. Bei mir wurde vor etwa einem Jahr Hashimoto im Anfangsstadium vermutet, da ich positive Antikörper hatte:

    MAK 728 IU/ml (<34)
    TRAK <0,8 IU/ml (<1,75)

    Ich war beim Internisten. Die Schilddrüsenwerte waren bislang immer in der Norm, weshalb sonst nichts weiter gemacht wurde. Beim Ultraschall hat man sehr viele Zysten in der Schilddrüse erkannt - nicht außergewöhnlich, meinte der Internist.

    Nun habe ich seit Oktober keine Zeit mehr für mich, da mein Kind schwer erkrankt ist und wir häufig im Krankenhaus sind. Daher schreibe ich nun auch hier, um eine Einschätzung zu bekommen, bevor ich es demnächst bald hoffentlich mal zu einem Endokrinologen schaffe.

    Meine Werte habe ich gestern seit längerer Zeit mal wieder checken lassen:

    TSH 0,01 mlU/L (0,27 - 4,2)
    ft3 10,8 pmol/L (3,1 - 6,8)
    ft4 29,3 pmol/L (12,0 - 22,0)

    Symptome: Müdigkeit, Schwindel, trockene Augen, Doppelbilder (habe ich schon seit Jahren), Hitzewallungen, Herzstolpern (Sinusknoten aus dem Rhytmus, wurde vom Kardiologen als harmlos befunden).

    Sollte die Überfunktion zwingend behandelt werden oder kann man damit eine Weile warten? Ich kann es mir gerade nicht leisten, für meinen Sohn als Begleitperson im Krankenhaus auszufallen. Nur wo ist das Risiko größer, dass das passiert - durch die Überfunktion oder durch eventuelle Nebenwirkungen von Medikamenten gegen die Überfunktion?

    Zum Endokrinologen gehe ich auf jeden Fall so bald wie möglich - nur muss ich meine Termine durch meinen Sohn oft verschieben.

    Liebe Grüße
    Phenia
    Geändert von phenia (01.02.22 um 19:36 Uhr)

  2. #2
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    11.07.06
    Beiträge
    43.674

    Standard AW: Neue Werte - Überfunktion zwingend behandeln?

    Du nimmst kein Thyroxin, oder verstehe ich da was falsch? Sehe nichts in deinem Profil.

    Wenn keine Thyroxineinnahme:

    Sollte die Überfunktion zwingend behandelt werden oder kann man damit eine Weile warten?
    Nein, man sollte bei diesen Werten nicht warten. Was der Hausarzt unbedingt sofort bestimmten lassen sollte, dann würde man klarer sehen, das sind die TRAK, der TSH-Rezeptor-Antikörper-Wert. Wenn dein Blut
    z.B. gestern oder vorgestern ins Labor ging, kann man das noch morgen früh nachverlangen!! und das muss ein Hausarzt bei diesen Werten sofort machen.


    Ich kann es mir gerade nicht leisten, für meinen Sohn als Begleitperson im Krankenhaus auszufallen. Nur wo ist das Risiko größer, dass das passiert - durch die Überfunktion oder durch eventuelle Nebenwirkungen von Medikamenten gegen die Überfunktion?
    Es tut mir leid mit deinem Sohn. ABer eine Überfunktion sollte man, insbesondere eine basedowbedingte (s. TRAK-Wert), keineswegs so laufen lassen, denn das ist gefährlich, einfach umkippen wäre nicht so gut. Richtig dosierte Hemmer machen keine Nebenwirkungen, man muss aber leider regelmäßige Kontrollen und Dosisanpassungen machen, das schon.

    Endokrinologe: Geh lieber zum Nuklearmediziner, aber warte nicht ab.

  3. #3
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    28.12.20
    Beiträge
    23

    Standard AW: Neue Werte - Überfunktion zwingend behandeln?

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Du nimmst kein Thyroxin, oder verstehe ich da was falsch? Sehe nichts in deinem Profil.

    Wenn keine Thyroxineinnahme:


    Nein, man sollte bei diesen Werten nicht warten. Was der Hausarzt unbedingt sofort bestimmten lassen sollte, dann würde man klarer sehen, das sind die TRAK, der TSH-Rezeptor-Antikörper-Wert. Wenn dein Blut
    z.B. gestern oder vorgestern ins Labor ging, kann man das noch morgen früh nachverlangen!! und das muss ein Hausarzt bei diesen Werten sofort machen.
    Ich nehme kein Thyroxin. Das heißt also, TRAK könnte nun nach einem Jahr auch positiv geworden sein und es könnte dann doch Basedow sein? Aber hat man bei Hashimoto nicht auch zuerst eine Überfunktion? Letztendlich ändert das ja nichts, ich muss zum Facharzt. Werde versuchen, dass meine Hausärztin den Wert nachfordert. Danke für den Hinweis und die schnelle Antwort.

  4. #4
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    11.07.06
    Beiträge
    43.674

    Standard AW: Neue Werte - Überfunktion zwingend behandeln?

    Die Werte sind vielleicht ein wenig zu hoch für eine Hashitoxikose, ausgeschlossen ist natürlich nichts, darum wäre erstmal dringend ein TRAK zu holen.

    TPO-AK sind nicht zwingend beweisend (nur) für Hashimoto, außerdem sind die Grenzen zwischen Hashimoto und MB durchlässig.

  5. #5
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    29.12.11
    Beiträge
    387

    Standard AW: Neue Werte - Überfunktion zwingend behandeln?

    Ich würde auch keinesfalls abwarten, sondern TRAK nachträglich anfordern. Es ist eine schwierige Situation für dich, aber falls eine Hemmereinnahme nötig ist, ist es für dich und deinen Sohn besser, das sofort anzugehen und nicht auf schlimmere Symptome zu warten, die dich vielleicht erst recht daran hindern, für deinen Sohn da zu sein.

  6. #6
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    06.03.13
    Ort
    anderswo - siehe Profil
    Beiträge
    6.289

    Standard AW: Neue Werte - Überfunktion zwingend behandeln?

    Zitat Zitat von phenia Beitrag anzeigen
    Zum Endokrinologen gehe ich auf jeden Fall so bald wie möglich - nur muss ich meine Termine durch meinen Sohn oft verschieben.
    Du kannst ja schon mal einen Termin machen, verschieben geht notfalls immer noch.

    Wenn du die aktuellen TRAK hast, weißt du mehr. Wenn die positiv sind, lies dir unbedingt Pannas Einführungsbeitrag im Basedow-Forum durch.
    https://www.ht-mb.de/forum/showthrea...-Neumitglieder

    Wenn du mehr Lesestoff willst, eignen sich das Basedow-Buch von Brakebusch & Heufelder und / oder mein Überfunktionsbuch (meins nicht nur bei Basedow).

    Und achte unbedingt auf jodarme Ernährung, sonst kippst du Benzin ins Feuer.

  7. #7
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    28.12.20
    Beiträge
    23

    Standard AW: Neue Werte - Überfunktion zwingend behandeln?

    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen
    Wenn die positiv sind, lies dir unbedingt Pannas Einführungsbeitrag im Basedow-Forum durch.
    https://www.ht-mb.de/forum/showthrea...-Neumitglieder

    Wenn du mehr Lesestoff willst, eignen sich das Basedow-Buch von Brakebusch & Heufelder und / oder mein Überfunktionsbuch (meins nicht nur bei Basedow).
    Danke für die Lesehinweise.

    Die Antikörperwerte habe ich heute bekommen:

    TAK 342 klU/L (<115)
    TRAK 2,57 IU/L (<1,75)

    Wie schätzt ihr das ein? Hat es noch irgendeine Bedeutung oder kann es in diesem Zusammenhang relevant sein, dass mein Bilirubin immer etwas erhöht ist?

  8. #8
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    11.07.06
    Beiträge
    43.674

    Standard AW: Neue Werte - Überfunktion zwingend behandeln?

    Zitat Zitat von phenia Beitrag anzeigen
    TRAK 2,57 IU/L (<1,75)

    Wie schätzt ihr das ein? Hat es noch irgendeine Bedeutung oder kann es in diesem Zusammenhang relevant sein, dass mein Bilirubin immer etwas erhöht ist?
    Das ist positiv und positive TRAK sind in der Regel beweisend für MB. Der Wert ist nicht himmelhoch, aber positiv. Um einzuordnen, warum ich das sage: wäre der Wert über 5, stünde für mich MB fraglos fest. Allerdings: Der Wert ist nicht in Stein gemeißelt, MB kann mit niedrigeren TRAK anfangen und sie können später höher werden, oder es ist umgekehrt.

    Die Alternative wäre eine Hashitoxikose mit niedrig-positiven TRAK, kann vorkommen. Aber irgendwie bin ich da eher skeptisch, dafür sind deine freien Werte doch eher zu hoch.

    Und weißt du, genau deswegen solltest du zum Nuklearmediziner gehen, Doppplersonografie und Szintigrafie sind die Instrumente, mit denen man MB zweifelsfrei nachweisen kann. Ich hoffe, dass das für dich organisatorisch machbar ist, machen solltest du es auf jeden Fall und auch dringend, weil man mit einer solchen Überfunktion lieber nicht unbehandelt frei herumlaufen sollte.

    Sollte es MB sein, wir können dir gut mit der Hemmer-Einstellung helfen, falls dein Hausarzt mit am Bord ist und deine Werte häufig prüft.

    Mit dem Bilirubin hat das nichts zu tun.

  9. #9
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    28.12.20
    Beiträge
    23

    Standard AW: Neue Werte - Überfunktion zwingend behandeln?

    Der früheste Termin, den ich bekommen habe, ist Ende April bei einem Endokrinologen. Bei einem Radiologen sähe es nicht anders aus. In diesem Zeitraum werde ich den Termin allerdings ziemlich wahrscheinlich nicht wahrnehmen können, also wird es vermutlich noch später… Sollte ich vorher zu einem Internisten und mir zumindest schonmal ein Medikament verschreiben und per Ultraschall nachschauen lassen? Da würde es auf jeden Fall schneller gehen.

  10. #10
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    11.07.06
    Beiträge
    43.674

    Standard AW: Neue Werte - Überfunktion zwingend behandeln?

    Einen Endo kannst du dir schenken, ein Nuklearmediziner ist aber dringend nötig, nicht im April und wenn du sagst, dass du eine neu aufgetretene und sehr starke Überfunktion hast, dann halte ich es für ausgeschlossen, dass du keinen Nuk-Termin bekommst - habe ich noch nie erlebt. Dein Hausarzt sollte sich bitte für dich bemühen, wenn es nicht anders geht.

    Und Internist: Ich sage schon mal nein, sie kennen sich in der Regel zu wenig aus und eine Diagnosesicherung durch Bildgebung können sie in der Regel auch nicht gut, Szintigrafie gar nicht.

    Nochmal, wenn dene TRAK bei 5 oder darüber lägen, hätte ich gemeint, lass dir die Hemmer verschreiben und mit der Dosierung helfen wir dir, auch wenn der Internist haarsträubende Vorschläge macht (was eben häufig der Fall ist). Die Dosierung und die Dosis-Anpassungen sind nämlich das A und O bei MB. Der Verlauf ist aber anders bei MB als bei einer Hashitoxikose - und auch wenn die Chancen für eine MB eher höher stehen (so wie ich es sehe), ist eine abgesicherte Diagnose per Bildgebung durch den Facharzt nicht gut verzichtbar.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •