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Thema: Mentales Wohlbefinden bei "Überdosierung". - Was nun ?

  1. #1
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    Standard Mentales Wohlbefinden bei "Überdosierung". - Was nun ?

    Hallo,
    ich habe seit ca. 15 Jahren Hashimoto ohne wesentliche Einschränkungen mit 75mikrog L-thyroxin über Jahre. Dieses Frühjahr hat meine Hausärztin auf 88 erhöht, da der TSH erhöht war.
    ich bin im Frühsommer in eine depressive Phase gerutscht (wenig Selbstvertrauen, Grübeleien, ängstlich, reizbar, hab mich nur nach Ruhe gesehnt). ich hab selbständig auf 119 täglich erhöht ca. 2 Wochen lang - und siehe da, es ging mir super. es war alles leicht und meine Niedergeschlagenheit war wie weggeblasen. 3 Wochen vor der nächsten Blutkontrolle bin ich wieder auf 88 mikrogramm zurückgegangen.
    Die Blutwerte von 6.7.21:
    TSH: 0.022 mlU/l (Referenz 0.3-3.6)
    fT3: 4.97 pmol/l (3.5-6.5)
    fT4: 1.69 ng/dl (0.89-1.76)

    Ich habe meiner Hausärztin von meiner selbständigen Erhöhung erzählt, fand sie nicht so toll, hat sich aber bereit erklärt, mir 100mikrogramm aufzuschreiben mit erneuter Blutkontrolle Anfang September. ich habe die 100 konsequent genommen, ohne "Experimentieren", bin aber wieder mental abgerutscht und hatte das Gefühl, 100 ist nicht genug. meine Blutwerte vom 7.9.21:
    TSH: 0.028 mlU/l (0.3-3.6)
    fT3: 5.12 pmol/l (3.5-6.5)
    fT4: 1.83 ng/dl (0.89-1.76)

    ich war voller Hoffnung zur Besprechung der September Blutwerte gegangen und wollte die Dosis nochmal erhöhen, das hat meine HA kategorisch abgelehnt. Im Gegenteil, sie wollte auf 88 zurückgehen, das wollte ich aber nicht. nun nehme ich 100 täglich, komme so durch den Alltag, aber es fühlt sich alles eher schwer an, möchte am liebsten meine Ruhe haben. Überdosierungssymptome habe ich überhaupt nicht. ich habe Mitte Januar einen Termin beim Endokrinologen - bin gespannt.
    Was ich so lese zu dem Thema schwankt zwischen "nicht nur nach den Blutwerten schauen, sondern nach Wohlbefinden" bis "fT3 und fT4 dürfen ja nicht über dem Normalbereich liegen".
    Gerne würde ich Eure Erfahrungen dazu hören. ist der hohe fT4 Wert wirklich so schlecht/gefährlich für meinen Körper? Bin für jeden Hinweis dankbar.

  2. #2
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    Standard AW: Mentales Wohlbefinden bei "Überdosierung". - Was nun ?

    Hallo Lisa,

    du bist überdosiert. Das zeigen deine Werte. Ich würde um 12,5 mg runterdosieren. Deine eigenständige Erhöhung war nicht sinnvoll. Schon deine Werte im Juli bewegen sich in Richtung Überdosierung. Nimmst du ein Antidepressivum und noch weitere Medikamente? Wie schaut dein Vitamin D Wert aus? Wann wurde der letzte Ultraschall gemacht? Wie sah der aus?

    VG

    Artista

    P.S. Befindest du dich noch in den Wechseljahren?

  3. #3
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    Standard AW: Mentales Wohlbefinden bei "Überdosierung". - Was nun ?

    Wie waren denn deine Werte üblicherweise unter den jahrelangen 75µg, bei denen es dir gut ging? An dem kannst du dich auch weiterhin orientieren. Wo der Wohlfühlbereich innerhalb des Referenzbereichs liegt, ist genetisch festgelegt, das ändert sich nicht plötzlich.
    Ich fürchte, du "dopst" dich über etwas anderes hinweg und schadest dir damit.

    Überdosierungssymptome habe ich überhaupt nicht.
    Du hast Symptome und du hast eine Überdosierung. Du interpretierst sie nur nicht als zusammengehörig. Aber ÜF-Symptome können so verschieden sein. Das Leben kann verdammt anstrengend werden damit.

    Wann hast du von 75 auf 88 gesteigert und wann hat die depressive Phase begonnen?
    Geändert von Flamme (31.10.21 um 19:39 Uhr)

  4. #4
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    Standard AW: Mentales Wohlbefinden bei "Überdosierung". - Was nun ?

    Es gibt neuerdings ein paar Hinweise, dass ein hoher oder erhöhter ft4-Wert das Wachstum von Krebszellen beschleunigt. Also, davon bekommt man nicht Krebs, aber wenn er da ist, wächst er schneller. Das wäre für *mich* ein Grund, nicht zu hoch mit dem LT zu gehen. Und eventuell eher mit dem LT runter und wenn es dem Wohlbefinden schadet, minimal T3 versuchen.

  5. #5
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    Standard AW: Mentales Wohlbefinden bei "Überdosierung". - Was nun ?

    Zitat Zitat von Artista Beitrag anzeigen
    Hallo Lisa,

    du bist überdosiert. Das zeigen deine Werte. Ich würde um 12,5 mg runterdosieren. Deine eigenständige Erhöhung war nicht sinnvoll. Schon deine Werte im Juli bewegen sich in Richtung Überdosierung. Nimmst du ein Antidepressivum und noch weitere Medikamente? Wie schaut dein Vitamin D Wert aus? Wann wurde der letzte Ultraschall gemacht? Wie sah der aus?

    VG

    Artista

    P.S. Befindest du dich noch in den Wechseljahren?
    Nein, ich nehme kein Antidepressivum. Seit Juni nehme ich noch Vit B-Komplex und Vit.D (juni-Sep 10.000 IE, seitdem 5000 IE) tägl. Ausserdem hab ich Zink 25mg tägl. ca. 6 Wochen genommen. Mein Vit D Wert im Sep war 233 (Referenz:101-250), VitB12 608 (211-911) und Zink 1014 (600-1200).
    bzgl. Wechseljahre: habe meine Periode schon jahrelang nicht mehr, bin 57, hatte mal eine Phase von Hitzewallungen, aber auch nicht mehr. ja, meine schlechte Stimmung kann vielleicht auch daran liegen

  6. #6
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    Standard AW: Mentales Wohlbefinden bei "Überdosierung". - Was nun ?

    Nach deiner Schilderung kam das, was du als depressive Phase erlebtest, nach der Korrektur der Dosis auf 88 LT, nicht davor, unter jahrelanger 75-LT-Einnahme.

    Weiterer Punkt, du schreibst: "ich hab selbständig auf 119 täglich erhöht ca. 2 Wochen lang", schreibst du - aber in zwei Wochen kommt eine neue Dosis noch nicht einmal voll an. - Und: Wäre dein Bedarf wirklich höher, dann wäre der TSH-Regelkreis auch angepasst, das TSH würde dann die höheren Werte nicht mit Supprimierung quittieren.


    Für Schäden durch eine T4-Überdosierung sind Herz und postmenopausal sicher auch Knochen prominente Beispiele. Bezogen aufs Herz kannst du das mal hier durchlesen (der Text bezieht sich nicht einmal auf manifeste ÜF, wie es bei dir war (TSH supprimiert, freie Werte übernormig) sondern nur auf latente ÜF (TSH supprimiert, freie Werte in der Norm) . Relevant für dich erst ab dem Abschnitt, der mit "Zu T4" beginnt:

    https://www.ht-mb.de/forum/entry.php...)-und-das-Herz

  7. #7
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    Standard AW: Mentales Wohlbefinden bei "Überdosierung". - Was nun ?

    Ehrlich gesagt, hatte ich schon immer mal Stimmungsschwankungen. dachte immer, die Neigung wäre vielleicht genetisch (mein Vater war sehr labil, und ist schon lange gestorben (plötzlicher Herztod)). ich habe das nur nie mit meiner Schilddrüse in Zusammenhang gebracht. ich habe gerade mal in meinen Unterlagen geschaut: 2012 hatte ich unter 75 einen TSH von 3.96 mIU/l (0.27-4.2) und fT4 von 1.12 ng/dl (0.93-1.71). wie es mir damals genau ging, kann ich nicht mehr sagen......
    der Wechsel von 75 auf 88 war schon im Feb 2021. der TSH lag bei 5.06 (0.3-3.6) und fT4 bei 1.14 (0.78-1.54). die Depri Phase hat im April begonnen. ich hab mich dann mit einer Freundin unterhalten, die meinte, es könnte an der Schilddrüse liegen, deshalb hab ich selber hochdosiert. ich war selbst überrascht, dass es mir so gut ging...und möchte einfach diesen Zustand wieder haben...

    aber ich seh schon an Euren Antworten, dass die Erhöhung von Euthyrox wohl nicht die Lösung ist....

  8. #8
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    Standard AW: Mentales Wohlbefinden bei "Überdosierung". - Was nun ?

    hab noch den Ultrashall vergessen: er war im Juli diesen Jahres. meine HA meinte, sähe ok aus - etwas verschrumpelt, für Hashimoto typisch

  9. #9
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    Standard AW: Mentales Wohlbefinden bei "Überdosierung". - Was nun ?

    Mach dir mal wegen deiner Überdosierung und den Folgen einen Kopf du warst nur mäßig drüber. So was hält der Körper für kurze Zeit aus. Mein Gedankengang war auch: Wie sah es früher aus und wie war dein Befinden?

    Du selbst schreibst ja, dass du immer noch Probleme hattest. Was darauf hindeutet, dass 75 zu wenig sind und 100 zuviel. In Unterfunktion gibt es übrigens auch so was wie Hitzewallungen und gerne wird das verwechselt mit Wechseljahren. So wird Frau zum Teil schon mit 30 eingeredet sie wären in den Wechseljahren. SD ist ja gesund, da TSH im Referenzbereich.

    Gut möglich aber, dass bei dir irgendwas neues dazu kam. In diesem Jahr war ja einiges los. Viele hatten mit den vielen Einschränkungen, Home Office, Arbeitssituationen zu kämpfen. Mir geht momentan diese rücksichtslose und in meinen Augen planlose Baustellen-Problematik auf den Senkel. Wir reden von Umweltschutz und machen Umleitungen, die 20 bis 30 km am Tag mehr für die Pendler bedeuten.

    Zum Thema Krebs hatte mir mal Karin was zur Verfügung gestellt, finde es leider nicht mehr. Da gab es eine altersabhängige Korrelation. D. h. premeno werden höhere Werte gebraucht als postmeno und genau dann, wenn zu wenig oder zuviel da war stiegt die Krebsrate.

  10. #10
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    Standard AW: Mentales Wohlbefinden bei "Überdosierung". - Was nun ?

    der Wechsel von 75 auf 88 war schon im Feb 2021. der TSH lag bei 5.06 (0.3-3.6) und fT4 bei 1.14 (0.78-1.54). die Depri Phase hat im April begonnen.
    Bei diesen Werten kann es sein, dass schon 88 zu viel war. Ca. mittiger fT4, nur leicht erhöhter TSH - das schaut nach nur minimal zu viel aus. Vielleicht hätte 81 gereicht.
    Wenn Symptome NACH einer Steigerung beginnen, daraus zu schließen, dass du noch mehr Steigerung brauchst, ist sehr unlogisch.

    ich war selbst überrascht, dass es mir so gut ging...und möchte einfach diesen Zustand wieder haben...
    Nach einer (zu) starken Steigerung gibt es oft ein vorübergehendes Aufputschen und subjektives Besserfühlen, immer wieder liest man hier davon, 2 Wochen Dauer sind fast schon typisch dafür. Auf der Jagd nach diesem Phänomen steigern manche in absurde Höhen und kommen nicht ans Ziel, weil das schon hinter ihnen liegt.

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