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Thema: Zink und Selen bei seronegativem Hashi?

  1. #1
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    Standard Zink und Selen bei seronegativem Hashi?

    Hallo zusammen,

    ich (männlich, 40 Jahre) bin neu hier im Forum und möchte zunächst kurz meine Geschichte vorstellen:

    Im Juli 2021 bin ich wegen Müdigkeit, Gelenkschmerzen und ständigem Frieren zum Internisten gegangen und der hat eine seronegative Hashimoto-Thyreoditis festgestellt. Die SD war im Ultraschall echoarm und inhomogen. Mein TSH lag damals außerhalb des messbaren Bereichs (über 100 µU/ml) und mein fT4 bei 1,4 pmol/l (9,0 - 22,7). Alle Antikörper-Werte (MAK, TRAK und ATG) waren unauffällig.

    Inzwischen nehme ich 125 µg LT ein und meine Werte und Symptome haben sich bereits deutlich gebessert (TSH 12, fT4 14 pmol/l). Die weitere Einstellung wird aber wohl noch etwas dauern...

    Nun zu meinem Anliegen:
    Eigentlich bin ich kein Freund von Nahrungsergänzungsmitteln. Im Buch "Leben mit Hashimoto-Thyreoiditis: Ein Ratgeber" von Fr. Brakebusch habe ich aber gelesen, dass für Hashis generell 200 µg Selen und 20 mg Zink pro Tag empfohlen werden. Allerdings verweist sie nur darauf, dass sich in Studien dadurch die Antikörper-Werte verbessern ließen. Aber die sind bei mir ja eh unauffällig.

    Meine Fragen:
    1. Ist die Einnahme von Zink und Selen auch bei einer seronegativen Hashimoto-Thyreoiditis überhaupt sinnvoll?

    Wenn ja:
    2. Welches Selen-Präparat ist zu empfehlen (Selenit, Selenat, Hefe, ...)?
    3. In welcher Kombination kann ich Thyroxin, Selen und Zink einnehmen? Zu welcher Tageszeit?
    4. Wie lange nehme ich Zink und Selen ein? Für immer?
    5. Für den Fall einer Blutentnahme: Welche Werte sollte ich außer Zink und Selen sinnvollerweise noch bestimmen lassen?

    Ich habe schon viel im Forum gesucht, aber immer wieder widersprüchliche Aussagen gefunden. Deshalb frage ich hier noch mal nach.

    Vielen Dank vorab für Eure Hilfe!

  2. #2
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Schlomis Muddi
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    Standard AW: Zink und Selen bei seronegativem Hashi?

    Moin,

    ich würde erstmal messen lassen, ob überhaupt ein Mangel besteht. Das Gießkannenprinzip, erst recht ohne zeitliche Begrenzung, kann übel enden (Anzüchtung von Diabetes bei Dauereinnahme von Selen).

    Ich persönlich war in der komfortablen Lage, Selen überhaupt nicht zu vertragen. Insofern war nach wenigen Tagen Einnahme selbst in Minimenge Schluss für mich.

    Ja, ich war auch dem Ruf eines Buches gefolgt

    Um Zink habe ich mich nie gekümmert und lebe noch immer.

    Wie geschrieben - erst testen, dann einwerfen, dann wieder testen und hoffentlich irgendwann wieder aufhören.
    Geändert von Schlomis Muddi (11.10.21 um 07:06 Uhr)

  3. #3
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    Standard AW: Zink und Selen bei seronegativem Hashi?

    Zitat Zitat von Mhashinenmensch Beitrag anzeigen

    Nun zu meinem Anliegen:
    Eigentlich bin ich kein Freund von Nahrungsergänzungsmitteln. Im Buch "Leben mit Hashimoto-Thyreoiditis: Ein Ratgeber" von Fr. Brakebusch habe ich aber gelesen, dass für Hashis generell 200 µg Selen und 20 mg Zink pro Tag empfohlen werden. Allerdings verweist sie nur darauf, dass sich in Studien dadurch die Antikörper-Werte verbessern ließen. Aber die sind bei mir ja eh unauffällig.

    Meine Fragen:
    1. Ist die Einnahme von Zink und Selen auch bei einer seronegativen Hashimoto-Thyreoiditis überhaupt sinnvoll?

    Wenn ja:
    2. Welches Selen-Präparat ist zu empfehlen (Selenit, Selenat, Hefe, ...)?
    3. In welcher Kombination kann ich Thyroxin, Selen und Zink einnehmen? Zu welcher Tageszeit?
    4. Wie lange nehme ich Zink und Selen ein? Für immer?
    Zwischen gar nix nehmen und 200 µg Selen gibt es ja noch mehrere Möglichkeiten. Ich nehme z.B. dauerhaft 100 µg Natriumselenit (vor Beginn wurde ein Mangel gemessen).

    Alles Weitere habe ich hier erklärt: https://schilddruesen-unterfunktion.de/selen/
    Man kann dort auch zu einem Kapitel über Zink weiterklicken.

    Es wäre auch denkbar, dass noch nicht alle Hashimoto-typischen Antikörper entdeckt sind und man auch welche hat, wenn man aus heutiger Sicht seronegativ ist - meinte jedenfalls ein Endokrinologe bei einem Vortrag.
    Geändert von Irene Gronegger (11.10.21 um 11:32 Uhr)

  4. #4
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    Standard AW: Zink und Selen bei seronegativem Hashi?

    Zitat Zitat von Schlomis Muddi Beitrag anzeigen

    Wie geschrieben - erst testen, dann einwerfen, dann wieder testen und hoffentlich irgendwann wieder aufhören.
    Ich nehme Selen zusammen mit LT. Wenn ich es morgens weglasse, zur BE gehe, Selen im Serum mitmessen lasse und der Wert 28 Stunden nach der letzten Einnahme in der oberen Hälfte wäre: Was folgt daraus? So lassen oder reduzieren? Das weiß kein Mensch. Daher spare ich mir die Messung, weil ich eine Verbindung nehme, von der leichte Überschüsse gut ausgeschieden werden.

  5. #5
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    Standard AW: Zink und Selen bei seronegativem Hashi?

    Die Selendiskussion hatten wir ja schon. Es sprict nichts dagegen den Wert ins obere Drittel zu bringen, darüber allerdings ist in der Diskussion Diabetes auszulösen. Daher sollte man wie Irene schon angedeutet hat den Wert bei Einnahme auch regelmäßig ermitteln lassen.

    Kleiner Tipp: Metalle nicht zusammen nehmen.

    Meist haben HTler noch weitere Mängel, daher wäre eine Eisendiagnostik sinnvoll. Bei Durchfall und Sodbrennen bitte nochmal zum Gastro.

  6. #6
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: Zink und Selen bei seronegativem Hashi?

    Zitat Zitat von Janne1 Beitrag anzeigen
    Die Selendiskussion hatten wir ja schon. Es sprict nichts dagegen den Wert ins obere Drittel zu bringen,

    Ja, aber was genau spricht dafür? Also ins obere Drittel bringen, aber wozu genau, wenn ein Nachweis des Nutzens bei Hashimoto aussteht?

    Und vor allem, was spricht für eine Dauereinnahme, wie es viele praktizieren?

    Bei MB und Endokriner Orbitopathie scheint Selen (als Antioxidans) tatsächlich bzw. statistisch signifikant zu nützen (einerseits bei der Hemmertherapie, andererseits bei den Augen). Für Hashimoto ist aber ein solcher tatsächlich messbarer Effekt bis heute nicht eindeutig nachweisbar. Die TPO-Senkung ist eine wackelige und nicht dauerhafte Angelegenheit. -

    In einer sehr großen dänischen Studie fand man folgende Effekte auf die Schilddrüsenhormone: dosisabhängig wird TSH und fT4 etwas tiefer, an fT3 ändert sich nichts. Es waren Leute ohne bekannte Schilddrüsenerkrankung, aber ob nun eine kranke oder eine gesunde Schilddrüse, der Effekt wird wohl nicht groß anders sein.
    https://tahomaclinic.com/Private/Art...20function.pdf

    Also - natürlich, jeder wie er mag, aber ich finde es schon ganz nett, wenn man weiß, warum man irgendwelche Supplemente (dauer)schluckt.

  7. #7
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    Standard AW: Zink und Selen bei seronegativem Hashi?

    Zitiere bitte den ganzen Satz sonst ist der Sinn weg.

  8. #8
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: Zink und Selen bei seronegativem Hashi?

    Zitat Zitat von Janne1 Beitrag anzeigen
    Zitiere bitte den ganzen Satz sonst ist der Sinn weg.

    Den ganzen Satz kann man vermittels Klick auf das Zitat flugs erreichen. Ich zitiere ganz gerne nur das, worauf ich antworte und meine Antwort bezieht sich ausschließlich auf das Zitierte, und in keiner Weise auf die Fortsetzung, auf die ich eben nicht antworte.

    PS ... mit dem nichtzitierten Teil bin ich voll einverstanden, ist eine Tatsache, warum soll ich die zitieren, wenn ich nichts dazu zu sagen habe.
    Geändert von panna (11.10.21 um 13:28 Uhr)

  9. #9
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    Standard AW: Zink und Selen bei seronegativem Hashi?

    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10963212/


    • Mood disorders
    • proper thyroid function
    • reduced cancer risk
    • reduced cardiovascular disease risk
    • other conditions involving oxidative stress and inflammation
    • counteracting in virulence development of AIDS

  10. #10
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: Zink und Selen bei seronegativem Hashi?

    Janne, definitive Nachweise für die Notwendigkeit von Supplementation (außer Mangel natürlich) für Hashimoto fehlen bis dato, das weiß man ja, daran ändert eine Auflistung von möglichen Einsatzgebieten auch nichts.

    Die Schilddrüse ist das Organ mit dem höchsten Selengehalt pro Gramm Gewebe im menschlichen Körper. Schon lange wird diskutiert, ob Selen für die Entstehung und die Behandlung von autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen bedeutsam sei. Über seine Bedeutung und einen therapeutischen Einsatz von Selen bei Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow gehen die Auffassungen zwischen den Schilddrüsenexperten zum Teil weit auseinander. ... Große Interventionsstudien sind noch ausständig, um den Nutzen einer Selengabe bei den autoimmunologischen Schilddrüsenerkrankungen zu belegen .
    https://blog.endokrinologie.net/sele...eoiditis-1458/

    Ich finde es wichtig, dass man nicht so tut, als wüsste man bereits alles über Selen - die Folge sind ja lauter Menschen, die sinnlos NEM dauersubstituieren.

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