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Thema: Einstellungsphase nach OP - schlechtes Befinden trotz Normwerte!?

  1. #21

    Standard AW: Einstellungsphase nach OP - schlechtes Befinden trotz Normwerte!?

    - Sprung um die Hälfte der Dosis ist inwiefern verdächtig? Verdächtig, dass es eine Erhöhung auf ein letztendlich zu hohes Level ist?
    - Mein Termin ist morgens ja.
    - Den Unterschied mit den Laboren und Grenzwerten verstehe ich noch nicht so ganz. Die Werte sind doch ein absolutes Maß oder nicht? Inwiefern die unterschiedlichen Referenzwerte der Labore eine Rolle spielen hab ich noch nicht gecheckt, ehrlich gesagt.
    - Also wäre vllt das allerbeste ich dränge zeitnah auf eine nüchterne BE bei meinem regulären Schilddrüsenarzt (Labor A), wenn ich dich unterm Strich richtig verstehe.

    Herzlichen Dank für deine Meinung

  2. #22
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    Standard AW: Einstellungsphase nach OP - schlechtes Befinden trotz Normwerte!?

    Zu den Messergebnissen: auf deinem Laborzettel steht eine Gramm- oder Molangabe. Es wird aber in deiner Blutprobe weder der freie Hormonanteil gewogen, noch werden die Moleküle ausgezählt. Vom Grundprinzip her nimmt man fT3- bzw fT4-spezifische Antikörper, die den ungebundenen Anteil der Hormone (der größte Teil liegt ja an Transporteiweiße gebunden vor) herausfischen. Diese herausfischenden Antikörper sind mit einem Stoff markiert, der eine Lichtreaktion im Messgerät macht. Diese Lichtreaktion misst das Messgerät und rechnet das gemessene Signal intern um, z.B. auf ng/l. Das macht aber jeder Hersteller anders. Darum kannst du aus einer Blutprobe bei unterschiedlichen Messverfahren völlig andere „Absolutwerte“ erhalten.
    Geändert von Ness (19.05.21 um 18:25 Uhr) Grund: Grammatik

  3. #23
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    Standard AW: Einstellungsphase nach OP - schlechtes Befinden trotz Normwerte!?

    Zitat Zitat von aufs_Rennrad Beitrag anzeigen
    - Sprung um die Hälfte der Dosis ist inwiefern verdächtig? Verdächtig, dass es eine Erhöhung auf ein letztendlich zu hohes Level ist?
    Ja, natürlich.

    Den Unterschied mit den Laboren und Grenzwerten verstehe ich noch nicht so ganz. Die Werte sind doch ein absolutes Maß oder nicht?
    Nein, das sind sie nicht. Die Referenz- oder Normbereiche für die freien Werte sind labor- bzw. verfahrensabhängig, man kann fT3 und fT4 nur auf der Basis der vom Labor angegebenen konkreten Referenzwerte beurteilen. Deswegen ist das Verbleiben bei einem Labor normalerweise ganz günstig, sonst kann man die Werte nicht so gut vergleichen. Zumindest nicht als Laie. **

    Also wäre vllt das allerbeste ich dränge zeitnah auf eine nüchterne BE bei meinem regulären Schilddrüsenarzt (Labor A), wenn ich dich unterm Strich richtig verstehe.
    Ähm, einerseits ja, andererseits ... nicht ganz. Nämlich, wenn dein normaler Schilddrüsenarzt dich so einstellt, wie er das tut (nach 3 Wochen einfach mal die 1,5-fache Dosis und vor allem: Beurteilung auf Grund der Nichtnüchternwerte), dann könntest du auf ihn bald oder auch gleich verzichten. Sein Labor wäre mir lieber, ja, für dieses eine Mal, das stimmt, für einmal Nüchternwerte bzw. Werte vor LT zum Vergleichen - aber sonst, wenn du bereits grob eingestellt bist, tut es ein netter wertebereiter Hausarzt es auch. Also wenn du wirklich zeitnah einen Termin bei ihm bekommst, ja, dann ja. - Was aber Werte beim Hausdoch morgen früh eigentlich auch nicht ausschließt, Vielfalt erfreut :-) .

    PS
    ** guckstu (musst nicht verstehen, nur als Demo für die Normenvielfalt) https://www.ht-mb.de/forum/entry.php...tt-und-Siemens

  4. #24

    Standard AW: Einstellungsphase nach OP - schlechtes Befinden trotz Normwerte!?

    ich melde mich mit einem update und danke vorab für Ratschläge:

    - Kontakt mit Hausarzt war nicht so erfolgreich: er hat nach meiner bitte um Schilddrüsenwerte bei der BE (Nüchternwert!) ausschließlich TSH erhoben (da FT3 und FT4 bei denen nur im Nachhinhein erhoben werden, sollte TSH extrem auffällig sein)

    - Auf Basis meines aktuellen TSH Wertes (3,16, siehe Profil) empfiehlt er eine Dosissteigerung auf 162, und gab mir ein Rezept für die Firma Henning (als Zusatz zu meinen 150er Tabletten von 1A Pharma). Auf Rückfrage, dass ich 1A Pharma einnehme, meinte er dann soll ich mir das einfach in der Apotheke so geben lassen. Apotheke verweigerte mir die Ausgabe einer anderen Marke und meinte das sei egal (ist Herstellermarken "mischen" wirklich egal?). Ich meinte ich möchte grad keine zusätzlichen Variablen und habe das Rezept nicht eingelöst. So oder so: ich bin unschlüssig, ob ich der Dosisempfehlung des Hausarztes folgen soll und tendiere zu "nein". Was meint ihr?

    - Unterdessen konnte ich einen Termin bei meinem Schilddrüsenarzt in 10 Tagen vereinbaren. Bis dahin wird es wohl also keine neuen Erkenntnisse geben .

    - eine Hypothese zur Plausibilisierung meiner Werte wäre: vielleicht gibt es zu viel rT3? Das könnte erklären, warum FT3 verhältnismäßig niedrig und TSH verhältnismäßig hoch ist? In den letzten Wochen habe ich mich ziemlich gestresst gefühlt.

  5. #25
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    Standard AW: Einstellungsphase nach OP - schlechtes Befinden trotz Normwerte!?

    rT3-Bestimmung ist zweck- und sinnlos. Keiner weiß um die richtige Interpretation der Werte, es sei denn bei Moribunden/Schwerkranken, wo der Wert klar hoch ist, aber auch da hilft der Wert nur zur Bestätigung von etwas, was man weiß: Die Dejodase 3, die rT3 fabriziert, wird bei schwerer Krankheit hochgefahren. Bei Normalsterblichen weiß man, dass bei übermäßig viel T4 ein wenig mehr in rT3 umgewandelt wird, quasi als Schutz vorm Zuviel - aber da ist dann auch das Ende der Aussagekraft, man weiß, dass zu viel T4 gerne als rT3 im Klo landet ohne den Blutwert. Jedenfalls, vergiss das rT3, es ist nämlich nicht Verursacher, wie du das dachtest, sondern Folge und die Ursache ist bekannt und behebbar.

    Präparate mischen ist keine gute Idee, Präparatewechsel auch nicht.

    Was ich mit dem Hausdoc machen würde, der wenige Monate nach Total-OP in der Einstellungsphase keine freien Werte macht: wechseln ... und klar, warte dann den SD-Doc ab und steigere nicht.

  6. #26

    Standard AW: Einstellungsphase nach OP - schlechtes Befinden trotz Normwerte!?

    Super, danke für die Infos.

    - das mit rT3 ist interessant und hake ich damit ab :D Hypothese verworfen.
    - Ja also zur Verteidigung des Hausdocs - er hatte die freien werte vom 30.04., das macht es etwas besser denke ich.
    - dann hab ich leider grad keine weitere plausible Hypothese, danke erstmal

  7. #27
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    Standard AW: Einstellungsphase nach OP - schlechtes Befinden trotz Normwerte!?

    Hast du alte TSH-Werte von vor MB-Ausbruch? Vielleicht ist das TSH bei dir eher höher.

  8. #28
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    Standard AW: Einstellungsphase nach OP - schlechtes Befinden trotz Normwerte!?

    Was mich jetzt noch interessieren würde:

    -
    Befinden: abgeschlagenheit, müdigkeit troz viel Schlaf und wenig körperlicher Belastung ("einfach keine Energie") -->
    Leider hast du nur kurze Zeit 100 mcg genommen. Aber vielleicht könntest du dein Befinden insofern präzisieren, ob es erst unter 150 schlecht wurde?

    Das höhere TSH (s. Ness) an sich wäre kein Problem und mit einem Happen Thybon auch relativ elegant lösbar. Aber erst wenn dein fT4 "beurteilbarer" und als Dosis tragbar wird.

  9. #29

    Standard AW: Einstellungsphase nach OP - schlechtes Befinden trotz Normwerte!?

    - ich habe leider keine TSH-Werte vor MB-Ausbruch. Während der Hemmertherapie unter MB hatte ich aber unter Wohlbefinden auch teilweise TSH zwischen 2 und 3. Hat das für euch Aussagekraft?

    - Ich kann mein befinden schwierig bzgl. Symptome differenzieren, da sich das alles sehr ähnlich anfühlt. Da kann ich mich nur wiederholen, bzw. die Analogie bemühen, dass es sich anfühlt als würde ich Fahrrad fahren, aber hinten ist ein Platten (man kann fahren aber total anstrengend). Ich kann aber chronologisch differenzieren. Ich habe mich in der Zweiten Hälfte der 6 wöchigen Anpassungsphase von 100 auf 150 fit gefühlt (z.b. 100 km Rennradtour war möglich). Ich würde daraus schließen: top, dann liegt meine optimale Dosis vllt ja zwischen 125 und 150. Seit die Dosis 150 "manifestiert" ist, eher durchgängig schlecht. Was haltet ihr von dieser gefühlten Schlussfolgerung?

    - Achso eins noch bei dieser Diskussion um recht präzise Werte: ich habe dem Hausdoc heute gesagt, dass ich halt auf der Suche nach eine optimalen Wohlfühldosis bin und da 150 oder 162 schon entscheidend sein kann. Er meinte so sinngemäß: entscheidend eher nicht, sofern Werte im Normbereich sind - Habt ihr dazu einen Kommentar?

    - fT4 beurteilbarer heißt bei euch vor allem Nüchternwerte oder? Weil tragbar, im Sinne des numerischen Wertes, ist wäre doch Ansich mit zuletzt 1,76, nicht?

    - Ich muss vllt noch sagen: ich fand ehrlich gesagt gut nachvollziehbar nach 3 Wochen von 100 auf 150 zu steigern, da der Wert ja nach zwei Wochen schon recht am "abstürzen" war?

    - Ist Thybon quasi künstliches FT3?

    Top, freue mich auf die Antworten!
    Geändert von aufs_Rennrad (21.05.21 um 16:32 Uhr)

  10. #30
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    Standard AW: Einstellungsphase nach OP - schlechtes Befinden trotz Normwerte!?

    Thybon ist T3, ja.

    Beim Suchen nach der optimalen Dosis möchte ich eins zu bedenken geben: der Körper kann an viel adaptieren, braucht dafür aber eine Weile. Deiner hat sich erst an einen T3-Überschuss durch den MB etwas angepasst, jetzt muss er mit einem relativen T3-Mangel klar kommen. Relativ in dem Sinn, dass es weniger ist, als zu Überfunktionszeiten und dass es weniger ist, als bei einem Menschen mit funktionierender Schilddrüse. Kann also sein, dass du derzeit in einigen Geweben eine Art T3-Mangel hast, der sich von selbst erledigt.

    Weil du das Rennradfahren ansprichst: ein erhöhter T3-Serum-Spiegel fördert den Switch von den langen „Ausdauermuskelfasern“ zu den kurzen „Kraftmuskelfasern“. In letzteren kommt relativ wenig Typ-2-Dejodase vor, sodass der Verdacht nahe liegt, dass sie auf eine T3-Versorgung von außen angewiesen sind. Das kann durch das Serum-fT3 erfolgen oder theoretisch auch ‚parakrin‘ durch die langen Muskelfasern in der Nähe, die sehr gut T4 in T3 umwandeln können. Wenn der T3-Serumspiegel aber erst hoch und dann niedriger ist, sind die Muskeln eventuell eine Weile unterversorgt. Das kann sich aber wieder anpassen. In anderen Organen ist es ähnlich. Insofern kann Geduld eine hilfreiche Tugend bei der Hormoneinstellung sein.

    Da vom Handy, schreibe ich häppchenweise.

    Nur eins noch: Hausärzte sind bei der Beurteilung der Schilddrüsenwerte gerade nach Schilddrüsenentfernung eher unbedarft. Dafür kennen sie sich halt mit allem möglichen anderem auch aus.

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