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Thema: Neu hier mit hohen TRAK Werten (?). Bitte um Feedback.

  1. #1
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    Standard Neu hier mit hohen TRAK Werten (?). Bitte um Feedback.

    Hallo ihr Lieben!

    Nachdem ich das Forum hier entdeckt habe, habe ich erstmal einige Zeit neugierig viele Beiträge gelesen und versucht Ähnlichkeiten zu finden. Ich muss gestehen dass mir die Krankheit MB oder generelle Probleme mit der Schilddrüse bis vor ca. 3 Monaten komplett fremd waren da ich nie aktiv damit zu tun hatte. Das hat sich nun geändert. Im folgenden schildere ich mal meine Erfahrungen und würde mich über euer Feedback und eurer Interpretation meiner Werte freuen.

    Zu meiner Person: ich bin weiblich, 31 Jahre alt und habe zum ersten Mal im Jänner spürbare Symptome einer SD-Überfunktion erlebt. Ich hatte ständig einen hohen Puls, bei der geringsten Bewegung fast schon Herzrasen und mir war auch konstant warm bis heiß. Als ich Anfang Jänner mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Zahnarzt gefahren bin hatte ich meine Bluse unter der Jacke fast komplett durchgeschwitzt (ist mir noch nie passiert) und ich war auch total außer Atem und hatte das Gefühl das Herz springt mir fast aus der Brust. Das hatte ich aber auf meinen durch monatelanges Home-Office eher schlechten Fitnesszustand geschoben, ich bin prinzipiell leider eine relativ unsportliche Person Nervös und unruhig war ich auch fast dauerhaft, aber das hatte ich wiederrum auf meine Arbeit geschoben, die seit November sehr stressig war. Außerdem habe ich durchgehend trotz Appetit abgenommen, was ich zwar nicht als unangenehm empfang, aber die Geschwindigkeit des Gewichtsverlust war mir ein bisschen suspekt. Und bei meinem Startgewicht ist nicht ewig Raum nach unten. Erst als mein Partner (!) auf eine Schwellung an meinem Hals aufmerksam wurde habe ich begonnen die Symptome zu recherchieren und war nach einem Besuch beim Hausarzt auch recht bald bei einer Schilddrüsenpraxis mit Verdacht auf SD-Überfunktion. Die Untersuchungen (Blut, Ultraschall und Szintigrafie) haben den Verdacht dann bestätigt und bei mir wurde Morbus Basedow mit einem heißen Knoten diagnostiziert. Nun nehme ich seit Anfang März Medikamente und lasse die Werte regelmäßig kontrollieren. Hier mal soweit der Verlauf:

    Erstuntersuchung 03.03.2021
    TSH <0,01 (0,30-4,00)
    FT4 4,77 (0,70-1,70)
    FT3 18,90 (2,15-4,12)
    Trak 19,40 (<1,50)

    Diagnose: manifeste Hyperthyreose, Morbus Basedow mit Struma diffusa et multinodosa, heiße Knoten rechts. Außerdem Vitamin D Mangel und Magnesium Mangel.

    Therapie: Thiamazol 20mg 2x täglich für 1 Woche, danach 1x täglich. Bisocor 5mg 1/2 Tablette täglich für 10 Tage (hatte ich davor schon 2 Wochen genommen). Vitamin D + Magnesium

    1. Kontrolle 08.04.2021
    TSH 0,02 (0,30-4,00)
    FT4 0,76 (0,70-1,70)
    FT3 2,76 (2,15-4,12)
    Trak 21,10 (<1,50)

    Therapie: Thiamazol 20mg 1x täglich für 3 Wochen, danach 4x pro Woche eine ganze und 3x pro Woche eine halbe Tablette. Vitamin D + Magnesium

    Nächste Kontrolle: 04.06.2021

    Ich habe das Gefühl dass meine Werte, zumindest vor der Medikation, recht hoch waren, vor allem wenn ich sie mit so manch anderen Erfahrungsberichten vergleiche. Ist das so oder sehe ich das falsch? Was ich auch interessant finde ich dass sich meine FT3 und 4 Werte eigentlich deutlich verbessert haben (wobei es so wirkt als ob sie jetzt schon an der Untergrenze sind), mein TRAK Wert sich aber nochmal erhöht hat…kann mir jemand sagen was das zu bedeuten hat?

    Meine Ärztin rät mir übrigens bei Erreichen einer Euthyreose zu einer Operation. Nachdem ich in den nächsten 1-2 Jahren gerne beginnen möchte an Nachwuchs zu basteln werde ich dieser Empfehlung wahrscheinlich nachgehen, denn ich möchte nicht 1-1,5 Jahre mit Medikamententherapie „verschwenden“ wenn dann die Chance auf einen Rückfall hoch ist. Oder seh ich das zu streng?

    So, der Beitrag war dann doch länger als geplant – danke falls ihr bis hierher durchgelesen habt! Ich weiß nicht was ich mir jetzt konkret davon erwarte, ich glaube ich bin einfach gespannt auf einen Meinungsaustausch

    Danke schon mal im Voraus, und sonnige Grüße!
    Viktoria

  2. #2
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: Neu hier mit hohen TRAK Werten (?). Bitte um Feedback.

    Hallo Viktoria,

    Nun nehme ich seit Anfang März Medikamente und lasse die Werte regelmäßig kontrollieren.
    Regelmäßig ja, oft genug leider nein. Bei hoher Dosis und hohen Werten sind 2 Wochen der Abstand, mit dem man klarkommen kann, indem man die Dosis laufend den Werten anpasst, mit Benonung auf "laufend" und sicher nicht ruckartig.

    Du warst Anfang April bereits an der Grenze zur Unterfunktion (s. fT4, gehemmt wird die T4-Produktion), du hättest eben 2 Wochen darauf eine Kontrolle machen lassen sollen. Falls das nicht geschehen ist, würde ich dir raten, *morgen* sofort zur Blutabnahme zu gehen. Eine Unterfunktion ist nicht nur unangenehm, sie ist auch ein Risikofaktor für eine Augenbeteiligung. Die Kontrolle kann gerne beim Hausarzt sein, Voraussetzung: Er macht fT3 , fT4 und TSH, nicht nur das TSH. Leberwerte und Blutbild sollten bei Hemmern auch mitgemacht werden, die TRAK müssen jetzt nicht sein.

    Die Schilddrüsenpraxis hat dich quasi blind eingestellt, Dosis 08/15 für einen möglichen Verlauf - aber nicht für deinen wirklichen Verlauf.

    Bei Nachwuchs ist die OP schon eine Überlegung wert, nicht weil die Therapie lange dauert, sondern eben wegen des Rückfallrisikos, das während der Schwangerschaft genauso besteht, Hemmer und TRAK aber plazentagängig sind - und nach der Schwangerschaft ist das Risiko noch etwas höher.

  3. #3
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von RalfWei
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    Standard AW: Neu hier mit hohen TRAK Werten (?). Bitte um Feedback.

    Der Abstand der Kontrollen wäre mir auch viel zu lang gerade bei der hohen Thiamazol-Dosierung. Wie panna sagt sollten das am Anfang 14 Tage sein um einer Unterfunktion vorzubeugen und "sanft" zu landen anstatt übers Ziel hinauszuschießen.
    Die Werte (ft3,ft4) der ersten Kontrolle vom 8.4. deute ich für mich schon so das es arg Richtung Keller geht.

    Die Hausärzte in Deutschland dürfen ohne Spezial-Zusatzausbildung nur 2 Schilddrüsenwerte bestimmen. Macht der HA mehr bekommt er es nicht mehr von der Kasse ersetzt sondern es geht auf seine Kosten. Folglich: die TRAKs werden noch eine Weile oben bleiben, der TSH ist abhängig von ft3 und ft4 und somit würde mir persönlich eine Bestimmung von ft3 und ft4 bei den Zwischenterminen beim HA reichen. Natürlich wie panna schon sagte zusätzlich Leberwerte und Blutbild.

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