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Thema: Unklarheit wegen Antikörper

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  1. #1
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    Standard Unklarheit wegen Antikörper

    Hallo an alle,

    Ich bin neu hier und habe mich angemeldet, weil mir ein paar Punkte nicht ganz klar sind und ich bislang keine Antwort darauf gefunden habe. Ich habe letzte Woche folgenden Befund erhalten: "im obersten Größennormbereich liegende relativ symmetrische Schilddrüse. Chronische Autoimmunthyreoiditis mit allerdings nicht sehr hoher Antikörperaktivitat, aber dem typischem Binnenreflexmuster im Ultraschall". Außerdem wurde es beschrieben als "milde verlaufsform einer chronischen Autoimmunthyreoiditis".

    Ich nehme bereits seit ca. einem Jahr 75 Thyroxin. Damals war der TSH Wert zwar nur leicht erhöht (6,1), es lagen jedoch etliche Symptome vor und mein Arzt verschrieb mir etwas. Nun wollte ich jedoch mal zu einem Facharzt und dieser hat dann eine Autoimmunerkrankung festgestellt. Was ich nicht verstehe:

    1. Das Laborergebnis der TPO-Antikörper lautet 34 U/ml, laut Facharzt nicht hoch. Wenn aber doch genau diese Antikörper die Zersetzung der Schilddrüse verursachen, wie kann dann bei mir Hashimoto schon auf dem Ultraschall erkennbar sein, obwohl keine erhöhten Antikörper vorhanden sind? Ist es dann überhaupt gesichert, dass es definitiv Hashimoto ist, allein durch den Ultraschall und die Symptome? Denn die Antikörper waren ja nicht unbedingt auffällig.. Oder ist die Tatsache, dass ÜBERHAUPT Antikörper nachgewiesen wurden (wenn auch nicht hohe) schon ein weiteres Anzeichen?

    2. Hashimoto verläuft ja bekanntlich langsam und eher schleppend. Ich bin 27 Jahre alt. Mein Facharzt beschreibt es bei mir als "milde Verlaufsform". Kann ich davon ausgehen dass sich die Werte mit fortschreitendem Alter noch verschlechtern? Oder gibt es auch einfach die milde Verlaufsform durch geringe Antikörper?

    Jedenfalls lag mein TSH bei 2,7 und die Dosis wurde nun auf 88 erhöht, da der Wert meinem Hausarzt etwas zu hoch war. Ich hoffe, dass sich mein Gemütszustand etwas verbessert, auch wenn die Dosisänderung nur gering ist! Leider geht's mir zurzeit nicht wirklich gut.

    Sorry für so viel Text!! Vielleicht kann mir ja der ein oder andere von euch etwas Licht ins Dunkel bringen :-) vielen Dank!

  2. #2
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    Standard AW: Unklarheit wegen Antikörper

    Hallo mglu,

    nur ganz knapp: die TPO-Antikörper sind nicht Ursache sondern Folge der Zersetzung. TPO ist anders als TG normalerweise nicht im Blutserum, erst nach Zerstörung von SD-Gewebe gelangt sie dorthin. Darauf reagiert das Immunsystem, weil es TPO für körperfremd hält.

  3. #3
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    Standard AW: Unklarheit wegen Antikörper

    Ich antworte mal zum zweiten: In meiner Erfahrung haben Antikörper keine Aussagekraft über den zukünftigen Verlauf, genauso wenig kann man einfach davon ausgehen, dass sich Werte verschlechtern oder verbessern mit dem Alter.

    In meiner ERfahrung ist Hashimoto umso schwieriger zu behandeln, je länger es schon unbehandelt blieb und je stärker die Symptome dann werden.
    Ich habe z.B. sehr niedrige Antikörper und hatte auch erst eine wenig zerstörte Schilddrüse, als ich diagnostiziert wurde, hab dann aber 10 Jahre die Tabletten nicht genommen, sodass es dann schwerer wurde, Wohlbefinden zu finden, da eine unbehandelte Schilddrüsen Unterfunktion auch Auswirkungen auf alle möglichen Prozesse hat, die dann im Dominosteineffekt alle zusammenbrechen können.
    Das wichtigste ist also, immer regelmäßig die Tabletten zu nehmen.

    Ich würde nicht sagen, dass sich die Werte zwangsläufig verschlechtern mit dem Alter, es ist eher so, dass man Lebensveränderungen haben kann und natürlich hormonelle Umschwünge wie Schwangerschaft, Menopause, die dann eine Anpassung der Hormone erfordern. Eine Anpassung der Hormone kann aber auch unabhängig von solchen Umschwüngen passieren, weil sich die Schilddrüse ja auch weiter verkleinern kann oder die Närhstoffversorgung im Körper ändert, dein Aktivitätsniveau sich ändert (bei Sport brauchen manche mehr Hormone) etc. Deswegen empfiehlt man ja auch, selbst bei guter Einstellung zweimal im Jahr zur Kontrolle zu gehen.

    An deiner Stelle würde ich mich mal einlesen, auch hier im Forumswissen. Man sollte besser auch nicht nur nach TSH einstellen, sondern ft3 und ft4 mit abnehmen. Dann lohnt sich auch immer einige Nährstoffe zu untersuchen, die häufig in der UF im Mangel sind: Ferritin, Holo-Tc/Vitamin B12 und Vitamin D.

    Am besten notierst du dir auch deine Werte mit Dosis, Datum und einigen Symptomen, die dir aufgefallen sind, sodass du langfristig merkst, bei welchen Werten es dir besser und bei welchen schlechter ging. Das geht z.B. auch hier unter deinem Profil.

  4. #4
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    Standard AW: Unklarheit wegen Antikörper

    Hallo mglu,

    deine Angaben sind noch recht spärlich, um mehr dazu sagen bzw. schreiben zu können. Ich schließe mich Humpel's Antwort an. Die freien Werte FT 3 und FT 4 sollten auch untersucht werden.

    Erst dann lässt sich mehr sagen. Nach meiner Erfahrung sind die Hausärzte meistens der Meinung, dass der TSH ausreichend sei. Das ist aber leider nicht der Fall. Wurde ein Ultraschall gemacht? Dort lässt sich erkennen, ob das Gewebe der Schilddrüse echoarm und inhomogen ist.

    Du schreibst, dass es dir nicht gut geht, aber nicht was für Symptome du hast. Mir ging es bereits bei einem TSH von über 3 total schlecht. 10 Jahre habe ich mich mit wechselnden Symptomen herumgeschleppt und nie wurde die Schilddrüse untersucht. Mein Organismus lief dadurch nur auf Sparflamme, da er den Mangel an Schilddrüsenhormonen nicht mehr kompensieren konnte.

    VG

    Artista
    Geändert von Artista (08.05.21 um 15:22 Uhr)

  5. #5
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    Standard AW: Unklarheit wegen Antikörper

    Zitat Zitat von Artista Beitrag anzeigen
    Hallo mglu,

    deine Angaben sind noch recht spärlich, um mehr dazu sagen bzw. schreiben zu können. Ich schließe mich Humpel's Antwort an. Die freien Werte FT 3 und FT 4 sollten auch untersucht werden.

    Erst dann lässt sich mehr sagen. Nach meiner Erfahrung sind die Hausärzte meistens der Meinung, dass der TSH ausreichend sei. Das ist aber leider nicht der Fall. Wurde ein Ultraschall gemacht?
    Dort lässt sich erkennen, ob das Gewebe der Schilddrüse echoarm und inhomogen ist.

    Du schreibst, dass es dir nicht gut geht, aber nicht was für Symptome du hast. Mir ging es bereits bei einem TSH von über 3 total schlecht. 10 Jahre habe ich mich mit wechselnden Symptomen herumgeschleppt und nie wurde die Schilddrüse untersucht. Mein Organismus lief dadurch nur auf Sparflamme, da er den Mangel an Schilddrüsenhormonen nicht mehr kompensieren konnte.

    VG

    Artista

    Vielen Dank für die sehr hilfreichen Antworten bislang!

    Die anderen Werte bei mir sind:
    FT3: 2,5 pg/ml (2,2 - 4,2 pg/ml)
    FT4: 1,3 ng/ml (0,8 - 1,7 ng/ml)
    TSH-Basal: 2,70 (0,3 - 3,6)
    TPO Antikörper: 34 U/ml (< 16 U/ml

    Ja, ein Ultraschall wurde gemacht und die Schilddrüse weist eine wie bei Hashimoto typische inhomogene und fleckig-echoarme Struktur auf. Ich frage mich, ob das dann reicht, um Hashimoto zu diagnostizieren, wenn die Antikörper nur gering sind...

    Meine Symptome: ich bin immer müde und fühle mich abgeschlagen. Außerdem öfter Verstimmungen und Traurigkeit. Das nimmt gefühlt zu (kann natürlich auch etwas anderes sein). Bei der Arbeit extreme Konzentrationsprobleme.

  6. #6
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Schlomis Muddi
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    Standard AW: Unklarheit wegen Antikörper

    Zitat Zitat von mglu Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für die sehr hilfreichen Antworten bislang!

    Die anderen Werte bei mir sind:
    FT3: 2,5 pg/ml (2,2 - 4,2 pg/ml)
    FT4: 1,3 ng/ml (0,8 - 1,7 ng/ml)
    TSH-Basal: 2,70 (0,3 - 3,6)
    TPO Antikörper: 34 U/ml (< 16 U/ml

    Ja, ein Ultraschall wurde gemacht und die Schilddrüse weist eine wie bei Hashimoto typische inhomogene und fleckig-echoarme Struktur auf. Ich frage mich, ob das dann reicht, um Hashimoto zu diagnostizieren, wenn die Antikörper nur gering sind...

    Meine Symptome: ich bin immer müde und fühle mich abgeschlagen. Außerdem öfter Verstimmungen und Traurigkeit. Das nimmt gefühlt zu (kann natürlich auch etwas anderes sein). Bei der Arbeit extreme Konzentrationsprobleme.
    Wenn das TSH erhöht war (eine mehrfache Messung wäre allerdings aussagekräftiger gewesen), die Antikörper jetzt das Zweifache von dem betragen, was noch als normal durchgeht und die Schilddrüse den typischen Lochfraß aufweist - dann wird es wohl Hashi sein.

    Was denn sonst

    Wenn Du die Diagnose anzweifelst, bleibt noch die Möglichkeit einer zweiten Meinung.

    Allerdings würde ich mich nicht auf der Diagnose ausruhen - sofern (weiterhin) Beschwerden bestehen, würde ich weitersuchen. Hashi kann auch zufällig ausgegraben werden, und das Grundproblem besteht weiterhin.

  7. #7
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    Standard AW: Unklarheit wegen Antikörper

    Wenn man wirklich niedrige Werte hat, vielleicht nicht. Bei diesen schon.

  8. #8
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    Standard AW: Unklarheit wegen Antikörper

    Genauso gut kann das TSH sinken.
    Ich halte es auch für ungut, das Leiden zu verlängern, weil man sich nicht traut zu steigern.

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