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Thema: Schilddrüsen-Operation, Berichte (Sammelthread)

  1. #21
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    21.05.16
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    Standard AW: OP Bericht

    Huhu,
    meine Schilddrüsen-Total-OP liegt jetzt vier Wochen und vier Tage zurück und ich habe endlich Lust bekommen, meinen OP Bericht zu verfassen. Eigentlich wollte ich die OP schon letztes Jahr gemacht haben, aber wegen Corona hatte sich das Ganze einige Monate nach hinten verschoben. Das Gute daran war, dass der TRAK nun sehr niedrig und sich die Schilddrüsen-Werte im konstant niedrig- normalen Bereich eingependelt hatten. Auch lag mein Vit. D im Normbereich und somit waren die Voraussetzungen für die OP eigentlich optimal.

    Leider hatte ich nach einer Astra- Zeneca Impfung im März ziemlich unangenehme Hautprobleme/Hautbrennen bekommen, die aber auch nach einer Langzeittherapie mit Carbimazol auftreten können.
    Da man diese, als mögliche NW des Carbimazol nicht ausschließen konnte und auch niemand wusste ob die AZ-Impfung im Zusammenspiel mit dem Carbimazol diese Beschwerden triggert o.ä., wurde meine OP dann von Juni 2021 auf den 11.05.2021 vorgezogen. Einfach, um möglichst schnell vom Carbi wegzukommen als Ausschlussdiagnostik sozusagen.

    Die auserwählte Klinik liegt 230 km von uns entfernt, darum bedurfte es etwas Planung im Vorfeld, auch weil wegen Corona eine Hotelübernachtung nur mit Bescheinigung der Klinik möglich war.


    Sonntag:
    - Anreise mit Mann und Hund im Hotel.
    Es war wirklich richtig angenehm dort, aber weil wir in dem 200 Zimmer Hotel so ziemlich die einzigen Gäste waren, machte sich doch ein Gefühl wie in „The Shining“ breit.
    Wird mir positiv und unvergesslich in Erinnerung bleiben.
    Und wir kommen wieder!(nicht zur OP, nur in dieses tolle Hotel)

    Montag
    - Einzug ins Krankenhaus, großer Schock, dass der HNO die ganze Woche nicht da ist.
    Nachdem ich dann von meinem HA und Panna erfahren hatte, dass es hier nur um eine Absicherung des Chirurgen geht, weiter im Programm.
    -Mann und Hund verabschiedet, Mann wollte erst nicht fahren, aber ich konnte mich durchsetzen.
    -Ausführliches Gespräch mit meinem Chirurgen im Endokrinen Zentrum, MB Patienten werden hier unter Cortison Schutz operiert, falls es zu einem Trigger der EO kommen sollte, noch nie gehört, aber o.k.
    weiter zum
    -PCR-Test und kleine Hygiene-Schulung, in einem anderen Gebäude.
    -Aufnahme auf Station(wieder ein anderes Gebäude) und netterweise ein Mittagessen, (das Zimmer musste noch fertig gemacht werden, also servierte man mir im Patienten Aufenthaltsraum das Essen, hier konnte man Getränke- mäßig alles jederzeit bekommen und auch Obst und auch kleine Leckereien.)
    -Blutentnahme und EKG
    - Gespräch mit meinem Narkose- Arzt auf meinem Zimmer (dummerweise hatte ich kein Mittel gegen Übelkeit angemeldet, was ich noch bitter bereuen musste.)
    -Oberärztin kam zur Begrüßung und um noch offene Fragen zu klären.
    - Ab 22:00 Uhr nichts mehr Essen und Trinken (nüchtern bleiben)

    Dienstag
    -Morgens: Beginn der Cortison-Einnahme 60 Prednisolon und Magenschutz,
    (das machte müde und beduselt) so war ich wenigstens angstfrei.
    - Chirurg kam um 10.00 Uhr ins Zimmer, um den Schnitt am Hals anzuzeichnen und um sich die Telefonnummer meines Mannes zu notieren, den er direkt nach der OP anrief. Super!
    - 10.30 Uhr bekam ich die "Shit- Egoal-Tablette" , und sollte den OP Kittel anziehen.
    - 11.30 Uhr wurde ich mit meinem Bett zum OP Saal gefahren.
    In einem Raum vor dem OP Saal legte ich mich von meinem Bett, auf ein anderes fahrbares Bett und bekam ein Haarnetz
    Man deckte mich mit einer warmen, kuscheligen Decke zu und ich war so high und ließ alle Personen dort an meiner super Laune teilhaben (oh man, peinlich). Weiter ging’s zum OP Saal und oben an
    der Decke waren Wolken und ein Heißluftballon zu sehen, richtig schön gemacht mit Lichteffekten und das war wirklich echt da!(hatte es später nochmal nachgefragt, weil ich nicht wusste, ob es geträumt war.
    Dann bekam ich die Infusionsnadel auf die Handoberfläche gelegt, ein Blutdruckmessgerät um den Oberarm und ein Messgerät an den Zeigefinger. Ein Notfallsanitäter unterhielt sich noch nett mit mir, dann kam auch schon der Anästhesist und während mir die Atemmaske angelegt wurde, sah ich meinen Chirurgen der mir noch aufmunternd zunickte mit Daumen nach oben, dann war ich weg.

    -Ich wachte im Aufwachraum auf. Die OP dauerte 2,5 Stunden und verlief gut. (Stimmband wurde nicht verletzt und 3 Neben SD sind auch noch da)
    Nachdem ich die Augen öffnete kam sofort jemand und fragte nach den Schmerzen die man auf einer Skala von 1-10 einstufen soll. Ich antwortete:" 8" und stellte erfreut fest, dass ich sprechen konnte
    Ich blieb vier Stunden im Aufwachraum und bekam zweimal Schmerzmittel per Infusion verabreicht.
    Der Chirurg sagte mir, die OP wäre sehr gut verlaufen und berichte mir von meinem aufgelösten Mann und wie süß er seine erleichterte Reaktion fand.(Dieses persönliche Miteinander pflegte der Chirurg die ganze Zeit und mir hat es viel Sicherheit gegeben. Auch war er sehr humorvoll und wir konnten miteinander lachen.)
    Anschließend wurde ich gut gelaunt und sehr hungrig aufs Zimmer gefahren.
    Mein Abendbrot, ein weiches Milchbrötchen, Banane und Joghurt stand schon bereit, aber schon als ich den ersten Bissen nahm, musste ich mich erbrechen und ich fühlte Übelkeit. Leider ging es noch die ganze Nacht und bis zum nächsten Mittag so weiter. Ich musste zwei Infusionen Kochsalzlösung bekommen und etwas gegen Übelkeit (was leider erstmal nicht anschlug)
    Außerdem bemerkte ich folgende Schmerzen:
    - leichte Halsschmerzen
    - Schluckschmerzen und Schluckbeschwerden
    - Nackenschmerzen
    - hoher Ruhepuls (90-120)

    Mittwoch
    -Cortison Tablette und Magenschutz
    -Schmerzmittel brauchte ich nicht mehr.
    -Morgens kam der Chirurg, berichtete mir nochmal ausführlich von der OP, fragte nach Kribbelgefühlen(hatte ich nicht)und ich konnte Fragen stellen und er nahm Blut ab.
    -Das Schlucken tat nicht mehr weh. Mir ging es gut, bis auf meinen hohen Puls und einigen ÜF-Symptomen, deshalb entschloss ich mich dazu mit dem LT erst am nächsten Tag zu beginnen.
    -Eine Schwester brachte mir ein Tutorial mit krankegymnastischen Übungen, die ich ab sofort jeden Tag dreimal machen soll.
    -Nachmittags kam der Chirurg und meinte, mein PTH liegt bei 10(15-65) und Calcium bei 2,08 (2,2-2,6). Ich hätte einen postoperativen Hypoparathyreoidismus und soll 3x/d 1000 Calcium, 2x/dMagnesium und 2x/d Descriol nehmen. Der Hypopara sei wahrscheinlich nur vorübergehend, eine NSD war so verwachsen mit der Schilddrüse, die musste er rausnehmen und die anderen 3 (konnten in situ belassen werden) müssen ihre Aufgabe mit übernehmen, das könnte etwas dauern.
    Ich war am Boden zerstört, war das doch neben einer Stimmbandlähmung meine größte Sorge, hab auch gleich im Forum geschrieben, das war beruhigend und hatte mich etwas runtergeholt.
    -Übungen gemacht
    -viel Salbeitee und Kamillentee getrunken und richtig viel gegessen

    Donnerstag
    -Der Chirurg nahm morgens nochmal Blut und kündigte sich in zwei Stunden erneut an, um zu besprechen wie es weitergeht.
    - Einnahme L- Thyroxin 100(brachte der Chirurg mit, sogar die von Henning , die ich selbst im Gepäck und schon um 6.00 Uhr eingenommen hatte)
    Calcium, Magnesium, Descriol, Cortison, Magenschutz
    -großes Frühstück gegessen
    - Dann bin ich im Krankenhaus herumspaziert und in dem schönen Garten.
    - Der Chirurg erschien erneut, das Calcium lag bei 2,18, er könnte mich so entlassen, den Bericht für die Endo/HA macht er fertig, um ihn mir mitzugeben.Ich würde natürlich noch ein Mittagessen bekommen und könnte meinen Mann zu 14.Uhr bestellen.

    Das war’s!

    Nicht unerwähnt möchte ich die vielen netten Gespräche mit einigen Mitarbeitern lassen, die wirklich einen sehr harten Job im Schichtdienst machen. Ich habe mich dort sehr gut aufgehoben gefühlt und gerade diese Menschlichkeit und der persönliche Kontakt haben mir dort sehr gut getan. Da kann ich nur ein ganz großes Dankeschön aussprechen!

    Auch haben sie mir beigebracht, wie man eine Thrombose Spritze bei sich selbst setzt. Das ich mich dazu überwinden könnte, hätte ich nie gedacht!

    Nach der viertägigen Cortison-Stoßtherapie/ nach Absetzen des Carbimazol waren die Hautprobleme und das Brennen endgültig weg!
    Auch die zweite Impfung Anfang Juni mit Biontech änderte daran nichts.


    Wer wissen möchte, wie es mit dem Hypoparathyreoidismus weiterging, kann das auf meinem Thread
    “Beleidigte Nebenschilddrüsen” nachlesen.

    Nur soviel hier, es gibt ein HAPPY END.


    Für die Anteilnahme und Unterstützung hier aus dem Forum möchte ich mich auch von Herzen bedanken!


    Ich hoffe, ich konnte ein kleinen Eindruck vermitteln.
    Ganz liebe Grüße Ravi
    Geändert von Ravi (13.06.21 um 09:15 Uhr) Grund: Etwaige Rechtschreibfehler werde ich noch korrigieren, momentan ist mein Finger wund

  2. #22
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    Standard AW: OP Bericht

    Meine OP liegt jetzt fast 4 Wochen zurück.
    Das Vorgespräch in der Kinik, die auch hier auf der Liste zu finden ist, war recht ausführlich, ich konnte ohne Zeitdruck Fragen stellen, die detailliert beantwortet wurden. Die Anamnese wurde im Detail erfragt, ein Ultraschall der SD wurde gemacht und der Ablauf festgelegt (erst Entfernung der Seite, auf der ein Knoten sichtbar war). Beeindruckend war, dass ich mehrfach gefragt wurde, ob ich nicht doch eine RJT wolle. I.A. würden sie alle Pat. zu einer Beratung schicken, bevor die Op vereinbart würde. Einerseits hat mir das die Risiken einer Op wieder verdeutlicht, andererseits fand ich es gut, nicht so eine oberflächliche Umgangsweise damit zu erleben. Nachdem ich erklärt hatte, dass ich schon umfassend informiert bin und die EO-Ambulanz dringend von einer RJT abgeraten hat, wurde dann der Termin für die OP entsprechend meiner Wünsche vereinbart.
    Den Termin habe ich dann um 2 Wochen telef. vorverlegt, da sich die Augen verschlechtert hatten und ich nicht mehr so lange warten wollte. Das war auch problemlos und freundlich möglich. Die Abläufe wirkten insgesamt sehr gut eingespielt und kundenfreundlich.

    Am Vortag der Op musste ich zur BE, zur Erhebung der zwischenzeitlichen Daten sowie zu einem Covid-Abstrich kommen. Anschließend Gespräch mit der Anästhesistin. Als ich nach einem beruhigenden Medikament für die Nacht fragte, da ich zunehmend nervöser wurde, wurde mir gesagt, dass ich das über die HAin machen müsste, wofür es natürlich schon zu spät war. Ich könne aber vor der Op etwas bekommen, wenn ich das wolle, routinemäßig würde das nicht eingesetzt.
    Ich konnte dann doch zu meinem eigenen Erstauen in der Nacht recht gut schlafen. Morgens musste ich um 9:00 Uhr in der Klinik sein, einen genauen Op-Termin hatte man mir vorher nicht mitteilen können.

    Bei Ankunft nochmaliges Warten ca. 1 Stunde, dann wurde ich in ein 3-Bett-Zimmer gebracht und ich wurde aufgefordert, mich komplett auszuziehen, wobei die krnakenpflegerin direkt neben mir stehenblieb. Das war eigentlich der unangenehmste Moment, da ich ein wenig mehr Privatsphäre angemessener gefunden hätte. Noch immer konnte ich keinen konkreten Zeitpunkt bekommen. Mit dem Flügelhemd bekleidet erhielt ich dann eine Tbl. Dormicum, das mich leicht schläfrig machte.

  3. #23
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    Standard AW: OP Bericht

    2. Teil des Berichtes, da mein Text nicht komplett wiederhergestellt wurde nach Absturz...

    Nach 3 Stunden kam eine Ärztin und teilte mit, dass die OP wegen eines Notfalls nicht durchgeführt werden kann, ich würde am naechsten Tag bevorzugt drankommen. Ein paar Tränen flossen bei mir, ich konnte das gar nicht gut annehmen und entschied mich, im KH zu bleiben. Ich fand die Vorstellung, das Ganze nochmal zu durchleben schlimmer als stationär zu bleiben, außerdem war ich durch das Dormicum zu beeinträchtigt.
    Ich wurde dann auf die Station gebracht, auf der ich ein Einzelzimmer als Selbstzahler in gebucht hatte, hauptsächlich um dem Corona Thema bestmöglich zu entkommen.

    Irritierend fand ich dann, dass ich bei Nachfrage, ob ich bei Schlafstörung etwas bekommen koennte, darauf hingewiesen wurde, dass dies grundsätzlich nicht gemacht wuerde, ich koennte einen Kräutertee bekommen.
    Ich konnte dann auch so einige Stunden schlafen, war aber morgens immer angespannte, obwohl ich bereits 2 OPs hatte, die mir nicht schlimm vorkamen. Aber die Sorge vor möglichen Komplikationen war diesmal groß, insbesondere bzgl. der Stimme.

    Der Termin war dann für 8 Uhr angesetzt und konnte pünktlich stattfinden. Ich entschied mich gegen ein nochmaliges Beruhigungsmittel, weil ich mittlerweile dachte, "jetzt ist es auch egal", das wuerde ich aber nicht mehr tun. Ich war nämlich bei der Einleitung der OP so wach, und die Einleitung selber hat etwas länger gedauert als ich das früher erlebt hatte, sodass es zu einigen Sekunden kam, nachdem das Schmerzmittel gespritzt worden war, was zu starkem Schwindel und Übelkeit führte, sodass ich mich dann sehr verkrampft habe innerlich, obwohl die Anwesenden sich sehr bemüht haben, mich durch Konversation abzulenken. Fazit: Eine leichte Sedierung vorher macht diese Phase angenehmer.
    Andererseits war ich nach der OP schnell wach und klar.

    Am 2. Tag nach OP wurde ich entlassen, Stimme war wenig beeinträchtigt, nur etwas heiser, NSD konnten erhalten werden. Schmerzen hatte ich nur für einige Tage beim Schlucken, insgesamt war ich überrascht ueber die schnelle Genesung.
    Einzige Schwierigkeit: LT wollte man mir nicht geben, path. Befund kam erst 5 Tage später, ich habe mein eigenes mitgehabt und eigenständig genommen.
    Geändert von Maali (28.06.21 um 17:04 Uhr)

  4. #24
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    Standard AW: OP Bericht

    OP Bericht meiner totalen Schilddrüsenentfernung aufgrund eines Morbus Basedow Rezidivs

    2015 würde bei mir Morbus Basedow diagnostiziert, eher zufällig und ohne große körperlichen Symptome. Die Hormonwerte waren auch nie drastisch in Überfunktion, TRAK nicht übertrieben hoch. Mit relativ geringen Dosen des Schilddrüsenhemmers könnte es eingestellt werden und ging auch tatsächlich in Remission.

    Ende 2020 dann flammte es erneut auf, dieses mal mit wesentlich höheren freien Hormonwerten und höherem TRAK. Auch war Kurzatmigkeit, Muskelschmerzen, Herzklpfen deutlich ausgeprägt.

    Mit der erneuten Hemmertheraphie konnten die Werte schnell einigermaßen in Griff gebracht werden, allerdings auf Kosten deutlich höherer Dosierung.

    Rasch waren sich die Ärzte sicher, dass eine OP oder RJT zwingend sein. Letzteres lehnte ich aus persönlichen Gründen (Radioaktivität) und den Infos hier aus dem Forum ab. Nicht zuletzt durch die gute Aufklärung hier und den Erfahrungen anderer Betroffener konnte ich den Kopf frei machen und mich zu einer OP entschließen.

    Für mein Gefühl war in meinem direkten Umfeld keine qualifizierte Klinik, so dass ich den 200km weiten Weg nach Stuttgart auf mich nahm.

    Zuerst zu einem Zweitmeinungsgespräch, das mich überzeugte. Ich wartete meine zweite Corona-Impfung ab und terminierte die OP mit dem Arzt in einen für mich auch privat und beruflich passenden Zeitraum.

    Am Mittwoch, den 30.06.2021 ging es auf nach Stuttgart.

    Das Klinikum war so groß, das man eigentlich ein Navi bräuchte um alle Stationen der Aufnahme zu finden. Coronatest, Verwaltung, pflegerische Aufnahme, Blutabnahme, Arztgespräch, Narkosegespräch, Besuch in einer HNO Praxis, die sich im Gebäudekomplex befindet. Zwischendurch wurde ich tatsächlich mit einem Mittagessen versorgt. Um 15 Uhr dann endlich Ruhe im Zimmer und sich sammeln.
    Ich gönnte mir den Luxus eines Einzelzimmers und die Entscheidung war goldrichtig! Tolles Zimmer, ComfortPlus, Bad moderner und großer als in manchem guten Hotel. Es kam einfach nicht das Gefühl auf, im Krankenhaus zu sein (wenn man das Bett ignorierte). Ich bin mir sicher, dass mir das geholfen hat Ruhe zu finden und zu entspannen. Den besonderen Service des ComfortPlus war nett aber nicht notwendig und habe ich auch kaum in Anspruch genommen. Jeden Tag frische Handtücher, eine extra Speisekarte und individuellere Möglichkeit der Essensbestellung, Tageszeitung, Knabbereien. Aber auch so wurden alle Patienten in dem Haus umsorgt, es gab reichlich Mineralwasser aus Flaschen, Obst, Tee, Kaffee und das besondere: unglaublich emphatische, freundliche und fürsorgliches Personal das sogar tatsächlich trotz voller Belegung der Station Zeit für jeden hatte! Auch das Arztgespräch und Aufklärung war zeitintensiv, alle fragen wurden erklärt, es fehlte nie ein persönliches Wort, Witzchen und niemals Zeitdruck! Abends bewusst und mit bedacht die letzte Dosis meines Schilddrüsenhemmers eingenommen, das mich die letzten 7 Monate erneut begleitet hatte. Die Blutwerte im KH hatten bestätigt: Auch nach 7 Monaten hat sich der TSH bei mir nicht mehr gezeigt. Also alles richtig gemacht! Die freien Hormonwerte waren perfekt eingestellt für die OP - nicht zuletzt der Hilfe hier habe ich top mit der Dosis jongliert und bin mit einer Punktlandung und Werten im Referenzbereich zur OP aufgekreuzt!

    Donnerstag 01.07.2021

    Ich war für die 3. OP eingeplant. So gegen 10 Uhr sollte es sein. Die Klinik operiert unter Kortisonschutz bei MB Patienten, so dass es schon vor der OP am morgen um 6 Uhr 60mg Prednisolon gab. Kurz vor 10 wurde ich zu Fuß in den OP Bereich geführt, in der Schleuse zum OP abgesetzt, als „Highlight“ ein vorgewärmtes Handtuch ausgehändigt, damit ich nicht friere!
    In dem Vorbereitungsraum, der gleichzeitig Aufwachraum war, hell, lichtdurchflutet waren 14 Betten mit Vorhängen abgetrennt. Ich legte mich auf das Bett, bekam eine Infusionsnadel im Handrücken (nicht angenehm, aber o.k.) und schon mal etwas Kochsalzlösung. 20 Minuten wurden angekündigt, aus denen leider 45 wurden. Allerdings war ich selbst über mioch überrascht wie ruhig und völlig ohne Aufregung ich dalag und wartete. Eine „Scheiß-egal“ Tablette gab es nicht, wurde auch nicht angeboten. Vielleicht sah man mir die Ruhe an :-)
    Dann in den OP, nochmal Personalien abfragen und was gemacht wird, auf den OP Tisch klettern, Sauerstoffmaske und schupps ohne Vorwarnung war ich weg. Scheinbar erst in Narkose wurden mir noch einige Brusthaare rasiert und alles wunderhübsch orange desinfiziert. Danach hatte ich ein paar Tage rote Barthaare am Kinn....

    Aufwachen war ebenso plötzlich, auf einmal war ich auf der anderen Seite des mir schon bekannten Vorraums des OPs. Sofort war jemand da und fragte wie es geht. Stimme. War da, aber schwach. Ich hatte Schmerzen und es gab wohl nochmal was durch die Infusionsnadel. Der Operateur kam kurz und teilte mit, dass alles o.k wäre. Gefühlt nach einer halben Stunde und nochmals etwas Nachdosierung der Schmerzmittel wurde ich im Rollstuhl ins Zimmer zurück gebracht. 14 Uhr war ich zurück im eigenen Bett im Zimmer und mir wurde durch die Rollstuhl fahrt erst mal schlecht. Narkose oder Schmerzmittel – irgendwas rebellierte bei mir. Die Überkeit und brechen wiederholte sich beim ersten Aufstehen auf die Toilette unter Begleitung eines Pflegers und später nochmal beim Versuch mich anzuziehen. Immer wieder kamen Pflegekräfte und maßen meinen Halsumfang um eine Nachblutung auszuschließen.
    17 Uhr Abendessen und ich merkte wie hungrig ich bin, da ich seit 22 Stunden nichts mehr im Magen hatte. Die Übelkeit sollte auch besser werden, wenn man was ist – wurde mir gesagt. Also ganz vorsichtig gegessen, Bissen für Bissen. Schlucken und kauen war gar kein Problem – nur immer die Angst, dass die Übelkeit zurück kommt. Also schnell hinlegen und schauen, dass das Essen im Magen bleibt.

    Ab da gings dann aber aufwärts! Nach dem Essen und vor dem einschlafen jeweils eine Novalgin-Schmerztablette genommen. Die zweite hätte ich schon weggelassen, aber die nette Nachtschwester bestand darauf.

    Später noch zwei Bananen gegessen und abends super geschlafen! Selbst die Infusionsnadel im Handrücken und frische Wunde am hals störten gar nicht!

    Freitag 01.07.2021

    Kreislauf war wieder stabil, Überkeit völlig weg. Keine Schmerzen!! Und juhu!!!! Sie brachten von sich aus am Folgetag der OP gleich eine LT-Tablette, bei mir 125ug. Wie viele Betroffene schildern, ist das nicht selbstverständlich und zeigt wie auch die Kortisongabe, dass das Haus sich einfach top auskennt und ganzheitlich agiert!
    Um 10 Uhr wurden wir alle frisch operierten zusammen zum HNO gebracht, der kurz die Stimmbandfunktion überprüfte. Alles top – bei allen operierten!
    Zurück auf dem Zimmer kamen doch leichte Schmerzen durch die Bewegung und reden. Also eine Schmerztablette genommen. Der Rest des tages war warten und ausruhen. Blutabnahme um zu schauen, ob die Nebenschilddrüsen arbeiten. Das taten Sie. Der Operateur kam vorbei und schilderte dass alles perfekt gelaufen sei, alle vier Nebenschilddrüsen sind heil geblieben. Das bestätigte später auch das Blutergebnis, Calcium und Parathormon waren optimal! Ein letztes Mal alsumfang messen. Danach konnte auch die Infusionsnadel raus. Welch eine Wohltat! Das Pflaster am Hals wurde auch schon gleich wieder entfernt. Die Stripes die über der Naht sind sollten 7-10 Tage bleiben. Duschen wäre sogar direkt am Tag 1 erlaubt gewesen was ich vorsichtigerweise nicht gemacht habe. Auf die Nacht nochmal rein aus Vorsorge eine Novalgin Tablette. Wie sich herausstellt, die letzte.....

    Samstag 02.07.2021
    Sonne begrüßte mich in Stuttgart an meinem ersten Tag. Geduscht - welch Wohltat! Da die Blutwerte o.k. waren stand die Entlassung an. Der Tag bestand nur noch aus warten auf die Entlassvisite und dann gings heim! Beim reden muss ich mich noch öfters mal räuspern. In der Klinik habe ich gleich noch die restlichen Tabletten meines Schilddrüsenhemmers entsorgt: Auf nimmer wiedersehen!

    Wie geht’s weiter:
    Zuhause noch 5 Tage Heparinspritzen und bis Montag weiter Kortison.
    Dann in 6 Wochen zur Blutkontrolle der Hormonwerte.
    Solange die Narbe ohne Komplikationen verheilt, die Stripes irgendwann runter – das wars!
    Dringender Rat war mehrmals der Sonnenschutz der Narbe, das war aber auch alles. Es gab Broschüren und etwas Infomaterial. Ich fühlte mich top versorgt und der Abschied von diesen großartigen Pflegekräften die einen unglaublichen Job machen viel schon fast schwer!

    Nachtrag:

    Eine Krankmeldung gabs für eine Woche, ich war (unvernünftig?) am Montag also Tag 4 nach der OP bereits für zwei Stunden kurz im Büro. Ich fühle mich fit, merke nichts von der OP-Stelle, der Hautschnitt juckt etwas und heilt wohl bereits. Wenn überhaupt ist das Wahrnehmen wie bei einer leichten Erkältung, wo am Hals nach oben die Lymphbahnen etwas spannen. Aber auch das wird von Tag zu Tag besser.

  5. #25
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: OP Bericht

    Hier der OP-Bericht von jules_794:

    https://www.ht-mb.de/forum/showthrea...=1#post3675088

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