Seite 3 von 3 ErsteErste 123
Ergebnis 21 bis 29 von 29

Thema: Remissionsrate/Rezidivrate bei MB

  1. #21
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    11.07.06
    Beiträge
    44.472

    Standard AW: Remissionsrate/Rezidivrate bei MB

    Zitat Zitat von Ness Beitrag anzeigen
    Aber das der Wiederausbruch nach der Geburt und nicht während der Schwangerschaft kam, ist doch positiv zu sehen?
    Bedeutet nur leider nicht, dass es während der Schwangerschaft nicht kommen kann.

  2. #22
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    24.10.16
    Ort
    NDS
    Beiträge
    1.134

    Standard AW: Remissionsrate/Rezidivrate bei MB

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Bedeutet nur leider nicht, dass es während der Schwangerschaft nicht kommen kann.
    Das ist klar. Aber ist ein MB in Remission ein größerer Risikofaktor für das Kind im Bauch als andere Risikofaktoren? Aus der Studie lese ich jetzt heraus, dass ein Rezidiv postpartum wahrscheinlich ist. Für das Risiko während der Schwangerschaft bräuchte man halt andere Daten zum Vergleich. Und den Vergleich mit anderen bekannten Risikofaktoren.

  3. #23
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    21.05.16
    Beiträge
    677

    Standard AW: Remissionsrate/Rezidivrate bei MB

    Zitat Zitat von Ness Beitrag anzeigen
    Das ist klar. Aber ist ein MB in Remission ein größerer Risikofaktor für das Kind im Bauch als andere Risikofaktoren?.
    Sicher ist ein MB in Remission das nicht, finde ich.

    Nur ein Risikofaktor den ich abstellen könnte.
    Ein Rezidiv/Hemmertherapie lässt sich im Vorfeld planbar durch OP verhindern.

    Das ist vielleicht der Unterschied zu anderen Risikofaktoren, die nicht planbar verhinderbar sind und ja auch noch obendrauf kommen könnten.

    Aber klar, ist alles ein Lebensrisiko.
    Geändert von Ravi (07.07.21 um 06:22 Uhr)

  4. #24
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    11.07.06
    Beiträge
    44.472

    Standard AW: Remissionsrate/Rezidivrate bei MB

    Zitat Zitat von Ness Beitrag anzeigen
    Das ist klar. Aber ist ein MB in Remission ein größerer Risikofaktor für das Kind im Bauch als andere Risikofaktoren? Aus der Studie lese ich jetzt heraus, dass ein Rezidiv postpartum wahrscheinlich ist. Für das Risiko während der Schwangerschaft bräuchte man halt andere Daten zum Vergleich. Und den Vergleich mit anderen bekannten Risikofaktoren.
    Ich persönlich finde, dass man Vergleiche von (teilweise) Unvergleichbarem nicht unbedingt braucht, aber wer sie braucht, kann sie ja recherchieren.

    Es gibt Risiken, die man nicht ausschalten/vermeiden kann und solche, die man besser vermeiden kann, siehe auch Ravi - Vergleiche sind also für mich echt müßig. Der Fötus kann vielerlei Schaden (nicht "nur" Über- oder Unterfunktion) nehmen* sowohl von den TRAK bzw. den Hemmern, die Höhe der beiden Parameter spielt zwar klar eine Rolle, sie kann aber nicht im Voraus eingeschätzt werden, eben schon gar nicht auf Grund des Verlauf des ersten Schubs vor der Schwangerschaft. - Rechnet man hinzu, dass das postpartale Rezidiv hochgradig wahrscheinlich ist und mit jedem Rezidiv das Risiko von weiteren Rezidiven wächst, sind bei mehrfachem Kinderwunsch die Aussichten nicht so gut.

    Dass gerade im ersten Trimester, in der empfindlichen Zeit der Organentwicklung, ein Rezidiv kommt, begründet man (teils) damit, dass die HCG-induzierte Mehrproduktion, also schon ein kleiner Aufruhr in der Schilddrüse, in diesem Zeitraum stattfindet, was das Immunsystem nicht kalt lässt (ähnlich wie Jod ebenfalls Unruhe verursachen kann. Wobei man ja ab dem 2. Trimester für die Schilddrüse des Babys schon Jod nehmen sollte, davor eher nicht, aber Rezidive sind dann schon etwas seltener, wenn auch nicht unmöglich).

    *siehe:

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Eine weitere Studie, diesmal aus Dänemark, zu Schilddrüsenhemmern in der Frühschwangerschaft und Missbildungen beim Fötus.

    Studienpopolation:
    817 093 lebend geborene Kinder zwischen 1996 und 2008.

    Rate der Missbildungen bei Kindern, deren Mutter in der Frühschwangerschaft Hemmer genommen hat, je nach Wirkstoff:

    PTU (Propylthiouracil): 8%
    MMI (Methimazol bzw. Thiamazol): 9,1%
    MMI und PTU kombiniert: 10,1%
    keine Schilddrüsenhemmer in der SS: 5,4 %
    niemals Schilddrüsenhemmer: 5,7%

    http://www.thyroidmanager.org/2013/1...thyroid-drugs/

    Die explizit schwangerschaftsbezogene Diskussion sollte übrigens lieber dort, im Schwangerschaftsforum, geführt werden, hier ist es eher allgemein gehalten.

  5. #25
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    11.07.06
    Beiträge
    44.472

    Standard AW: Remissionsrate/Rezidivrate bei MB

    Langzeitbeobachtung (6-10 Jahre) von von 2430 Patienten nach Hemmertherapie, Radiojodtherapie, Totaloperation.
    64% aller Patienten erhielten eine ablative Therapie, davon 23% OP, 43% RJT, 2% RJT und OP.

    Remissionsrate nach Hemmertherapie:
    . nach 1. Hemmertherapie 45.3%, nach Rezidiv und 2. Hemmertherapie 29.4%
    . nach Radiojodtherapie 81.5%
    . Nach Operation 96.3%

    Hormonersatz notwendig:
    . 23% bei den Hemmertherapierten in Remission,
    . 77.3% nach RJT
    . 96% nach OP

    Normaler Hormonstatus ohne Thyroxin:
    . 35.7% aller Therapierten und
    . 40.3% der Hemmertherapierten

    Anteil Patienten, die sich nicht völlig wiederhergestellt fühlten:
    . 25.3%

    Fazit des Artikels: Diese Zahlen sollten allen klar sein, die sich für die eine oder andere Therapieoption entscheiden.

    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31482765/

    --------------------------------------------

    Nach einer 20 Jahre lang dauernder Langzeitbeobachtung ergab sich folgende Bestandsaufnahme:

    62% hatten wiederkehrende Rezidive,
    8% hatten subklinische Hypothyreose*,
    3% manifeste Hypothyreose (*möglicherweise infolge blockierender TRAK)
    27% Remission

    Der Titel des Artikels vom anerkannten Thyroidologen Wilmar Wiersinga lautet: "Kann Morbus Basedow geheilt werden?"
    Obige Daten bedeuten keine "Heilung", sagt er - und würde man erst dann die Bezeichnugn "Heilung" erwägen, wenn auch sämtliche Autoimmun-Antikörper dauerhaft verschwinden würden, wäre dieser Anteil der Remissionierten (27%) wohl noch wesentlich kleiner.

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6435849/
    Geändert von panna (24.06.22 um 14:13 Uhr)

  6. #26
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    13.05.22
    Beiträge
    22

    Standard AW: Remissionsrate/Rezidivrate bei MB

    Also ich finde ja inzwischen auch interessant, dass hier und da (im Netz) zu lesen ist, dass "bei der Hälfte der Erkrankten der MB vollständig ausgeheilt ist" (nach der ein bis eineinhalbj. Therapie) und ähnliche Formulierungen...
    Da wird wohl auch (nur) die von Dir, panna, erwähnte 1-Jahres-Statistik hergenommen... (wie war das noch, 125% der ADAC-Mitglieder fanden das mit den geschönten Statistiken gar nicht schlimm )

    Also soweit ich es bislang verstehe, ist MB, wie wohl die meisten (oder alle?!) autoimmunen Erkrankungen doch im Grunde eh nicht wirklich "heilbar". Zumal ja gar nicht mal ursächlich, sondern im Grunde nur mehr oder weniger symptomatisch zu behandeln.
    Da die tatsächliche Ursache (nicht Auslöser, oder Schubauslöser, ich meine wirklich Ursache) ja auch im Grunde noch gar nicht bekannt ist. Es werden genetische Dispositionen vermutet, aber der Rest bezieht sich doch eher auf die auslösenden Faktoren (Stress und Viruserkrankungen usw. usf.)
    Oder habe ich das irgendwie falsch verstanden...??
    Daher finde ich die zitierte Aussage von dem Wilmar Dingsda wirklich mal sehr zutreffend!

    Sowohl durch die medikamentöse Behandlung der SD, wie auch die endgültige (wie RJT oder OP halt) "heilt" man ja den MB im Grunde doch auch nicht... Man nimmt ihm nur das körpereigene "Primärziel".
    Und behebt oder verhindert halt damit die Folgen für den Körper.

    So verstehe ich das ganze und daher finde ich das Wort "Heilung" in diesem Fall auch völlig falsch, gebe ich zu...

    Da ich ja leider keine Glaskugel habe, versuche ich zur Zeit mal ein bißchen zu der Rezidivwahrscheinlichkeit zu recherchieren. Habe auch dieses Punkte System gefunden (Great Score oder so), kann jedoch mehrere dafür relevante Fragen gar nicht beantworten
    Das Alter durchaus schon die TRAK und ft4 Werte bei Erstdiagnose auch noch, aber da standen Dinge, die ich nicht weiß (und nicht mal das Wort kenne)
    HLA-Polymorphismen, PTPN22 (Wildtyp ) woher ermittelt man die überhaupt...? Blut? Oder was anderes??
    Da bin ich zugegeben komplett raus (und die "Fragenotiz-Liste" für den Endo - Termin wird immer länger, der arme Kerl )
    Geändert von chanda (29.07.22 um 17:14 Uhr)

  7. #27
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    11.07.06
    Beiträge
    44.472

    Standard AW: Remissionsrate/Rezidivrate bei MB

    Zitat Zitat von chanda Beitrag anzeigen
    Da ich ja leider keine Glaskugel habe, versuche ich zur Zeit mal ein bißchen zu der Rezidivwahrscheinlichkeit zu recherchieren. Habe auch dieses Punkte System gefunden (Great Score oder so), kann jedoch mehrere dafür relevante Fragen gar nicht beantworten ... da standen Dinge, die ich nicht weiß (und nicht mal das Wort kenne)
    HLA-Polymorphismen, PTPN22 (Wildtyp )
    Da hier keine Quelle stand, war ich zu faul, der Sache nachzugehen. May B. hat etwas später die Quelle anderswo geliefert. Es geht um zwei genetische Faktoren bzw. Mutationen:

    Zur Abschätzung des Rückfallrisikos nach Stopp der medikamentösen thyreostatischen Therapie entwickelte eine holländische Studiengruppe 2016 den «Graves’ Recurrent Events After Therapy»- (GREAT) beziehungsweise den erweiterten GREAT+-Score. Der Score berücksichtigt Alter (<40 Jahren), fT4-Spiegel (>40 pmol/l), TRAK-Titer und Struma-Grad vor Therapiebeginn. Beim GREAT+-Score werden die genannten Parameter noch durch zwei genetische Merkmale (HLA-Polymorphismen, PPTN22-Mutation) ergänzt.
    https://medicalforum.ch/de/detail/doi/smf.2018.03425

    Bereits die längst bekannten Risikofaktoren erlauben es, Gruppen mit höherem vs. niedrigerem Risiko herauszuarbeiten. Für Menschen, deren Risiko hoch ist, kann man (theoretisch) die genetische Untersuchung nachschieben, die hilft, diesen zusätzlichen, genetischen Risikofaktor dingfest zu machen. Aber das wird wohl nicht routinemäßig gemacht.

    Und dann kommt noch hinzu: Wer sich bereits mit seinen Rezidiv-Risiken beschäftigt, beschäftigt sich ja meist auch mit dem Gedanken an eine OP, d.h. steht ihr nicht ab ovo ablehnend gegenüber. Für so jemanden reicht oft die "Keule" der zusätzlichen Risikofaktoren, sofern sie mehrheitlich vorhanden sind. Und bei Menschen, die auf keinen Fall operiert werden wollen, hilft das Wissen um den genetischen Faktor auch nicht. Aber gut zu wissen, dass man die Einschätzung des Rezidivrisikos wenigstens in der Forschung noch ein Stückchen genauer machen konnte.
    Geändert von panna (10.08.22 um 11:04 Uhr)

  8. #28
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    06.03.13
    Ort
    anderswo - siehe Profil
    Beiträge
    6.363

    Standard AW: Remissionsrate/Rezidivrate bei MB

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Ich persönlich finde, dass man Vergleiche von (teilweise) Unvergleichbarem nicht unbedingt braucht, aber wer sie braucht, kann sie ja recherchieren.

    Es gibt Risiken, die man nicht ausschalten/vermeiden kann und solche, die man besser vermeiden kann, siehe auch Ravi - Vergleiche sind also für mich echt müßig. Der Fötus kann vielerlei Schaden (nicht "nur" Über- oder Unterfunktion) nehmen* sowohl von den TRAK bzw. den Hemmern, die Höhe der beiden Parameter spielt zwar klar eine Rolle, sie kann aber nicht im Voraus eingeschätzt werden, eben schon gar nicht auf Grund des Verlauf des ersten Schubs vor der Schwangerschaft. - Rechnet man hinzu, dass das postpartale Rezidiv hochgradig wahrscheinlich ist und mit jedem Rezidiv das Risiko von weiteren Rezidiven wächst, sind bei mehrfachem Kinderwunsch die Aussichten nicht so gut.
    Ja, richtig.

    Und ohne Schilddrüse hat man das Risiko, dass man auch bei aktiven TRAK nur nach TSH eingestellt wird, weil ja das TSH der vermeintliche Goldstandard für alle Lebenslagen ist.

    Das größte Risiko ist nicht die Entscheidung für oder gegen die OP, sondern die weit verbreitete Annahme, dass Arztpraxen das alles von sich aus richtig steuern, weil ja der Arzt Medizin studiert hat und schon wissen wird, was zu tun ist.
    Geändert von Irene Gronegger (10.08.22 um 12:45 Uhr)

  9. #29
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    11.07.06
    Beiträge
    44.472

    Standard AW: Remissionsrate/Rezidivrate bei MB

    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen
    Ja, richtig. Ohne Schilddrüse hat man das Risiko, dass man auch bei aktiven TRAK nur nach TSH eingestellt wird, weil ja TSH der vermeintliche Goldstandard für alle Lebenslagen ist.
    Mir ist jetzt echt unklar, wie du jetzt vom Thema oben, wo du das Zitat hergenommen hast, auf postoperative TRAK und Einstellung nach TSH kommst bzw. was das mit dem Thema überhaupt zu tun hat?

    Natürlich sollte niemand nach nur TSH eingestellt werden. Aber die meisten Totaloperierten bekommen ihre freien Werte und haben nach wenigen Monaten ohne Schilddrüse weder aktive, noch inaktive, noch irgendwelche positiven TRAK. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •