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Thema: Erst Verdacht auf Unterfunktion - jetzt Knoten und leicht erhöhte TRAK?

  1. #1
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    Standard Erst Verdacht auf Unterfunktion - jetzt Knoten und leicht erhöhte TRAK?

    Hallo ihr Lieben,

    ich hatte hier vor einigen Monaten schon mal ein Thema eröffnet, aber die Themenüberschrift passt überhaupt nicht mehr zum jetzigen Stand der Dinge und es hat auch niemand mehr dort geantwortet. Ich glaube, der Titel war echt blöd gewählt. Daher hier ein neuer Versuch.

    Und zwar ist es so, dass bei mir ein erhöhter TSH-Wert festgestellt wurde und meine Hausärztin mir direkt L-Thyroxin verschreiben wollte, da sie sich im Grunde sicher war, dass es sich um eine beginnende Unterfunktion handelte. Ich kam zu ihr, da ich zahlreiche Symptome wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit bis hin zur totalen Kraftlosigkeit und Schwäche hatte. Außerdem eine Gewichtszunahme von mehreren Kilos. Ich steckte gerade in der Klausurenphase und konnte mich auf nichts mehr konzentrieren, es war sehr extrem.

    Die Werte, die Ende Juni ermittelt wurden, waren folgende:

    TSH: 3,9 Normalwert des Labors 0.27-4.2
    FT31: 3,2 Normalwert des Labors 2.0-4.3
    FT41: 1,2 Normalwert des Labors 0.93-1.7


    Ich entschied mich dann aber dazu, einen Termin beim Endokrinologen zu vereinbaren und erst mal abzuwarten, was dabei herauskommt.
    Ich vereinbarte also einen Termin, doch leider landete ich in diesem endokrinologischen MVZ gerade bei der Fachärztin für Allgemeinmedizin, nicht beim eigentlichen Endokrinologen. Das hat mich schon ziemlich geärgert, denn ich habe ja mehrere Wochen auf den Termin gewartet. Sie war auch gar nicht so sehr auf meine Schilddrüse fixiert, sondern suchte die Gründe für die Symptome in meinen Lebensumständen.
    Schließlich nahm sie trotzdem Blut ab und dabei kamen nun vor einigen Tagen folgende Werte heraus:

    TSH: 1,85 mIE/L Normbereich: 0,30 - 2,50
    FT3: 5,20 pmol/l Normbereich: 3,53 - 6,30
    FT4: 12,40 pmol/l Normbereich: 7,00- 21,10

    Kann mir an dieser Stelle jemand erklären, weshalb sich die Normbereiche besonders für FT4 so massiv unterscheiden? Ein Vergleich der Blutwerte mit denen von Ende Juni fälltso natürlich schwer.

    Diese Ärztin sagte jedoch, dass meine Schilddrüsenwerte optimal seien und ich derzeit sicher keine Unterfunktion hätte.
    Allerdings hat sie auch auf TPO-AK und TRAK getestet und zu ihrer Überraschung ergab sich folgendes:
    TPO-AK: <0,25 IZ/ml Normbereich: 0,00 - 35,00
    TRAK: 0,24 IU/ml Normbereich: 0,00 - 0,09

    Sie sagte, sie hätte das schon bei manchen gesunden Patienten gesehen, dass die TRAK einfach trotzdem erhöht sind, aber es könnte auch sein, dass ich eine Unterfunktion hatte und nun in eine Überfunktion rutschen würde. Sie tippte aber eher auf Fall 1, also darauf, dass alles okay ist.

    Desweiteren hat sie einen normalen Ultraschall meiner Schilddrüse gemacht und dabei einen kleinen Knoten (0,6cm) gefunden, den sie in drei Monaten nochmal angucken möchte.

    Ich bin nun ernsthaft verwirrt. Arzt A sagte Unterfunktion, TSH war leicht erhöht. Arzt B sagt 4-5 Wochen später, alles super, TSH ist wieder ganz normal. Dafür nun TRAK erhöht und ein Knoten in der Schilddrüse.

    Meine Symptome sind wie gesagt eher die einer Unterfunktion: starke Erschöpfung und Kraftlosigkeit, sowie Gewichtszunahme.

    Allerdings hätte ich selbst noch folgende These zu bieten. Diese (zweite) Ärztin ließ auch folgende Werte bestimmen: Calcium, Kalium, Holo TC, Vitamin D, Ferritin (also den Speicherwert): Ich habe in all diesen Bereichen Mängel. Kalium und Calcium nur minimal aber sehr ausgeprägte Mängel an Vitamin B, D und Speichereisen. Mein HB-Wert war dagegen normal.

    Könnte es sein, dass ich gerade eine Überfunktion entwickle, aber aufgrund meiner ganzen Mängel so kaputt und fertig bin, dass ich dachte, es sei eine Unterfunktion? Aber wie passt das mit dem ersten TSH-Wert zusammen, der ja eher hoch war und jetzt wieder abgesackt ist? Hat hier irgendjemand schonmal sowas gesehen oder gehört? Und könnte es auch sein, dass mit meiner Schilddrüse alles okay ist und diese seltsamen Werte nur aufgrund der Mängel oder vom Stress herrühren?

    Ich habe übrigens morgen einen weiteren Facharzttermin, dieses mal endlich bei einem "echten" Endokrinologen.
    Ich bin nun unschlüssig, ob ich ihm von der letzten Untersuchung überhaupt erzählen soll, da ich ihn damit ja bereits in eine Richtung dränge. Oder ob ich einfach mit meinen Ende Juni-Werten zur Abklärung einer Unterfunktion ankommen soll (also ohne die "TSH ist doch wieder niedrig. Dafür jetzt TRAK erhöht."-Sache). Wie würdet ihr vorgehen, um ein möglichst aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten?

    Was vielleicht auch noch erwähnenswert ist, da ich es hier öfter mal lese. Ich habe Anfang 2015 ein Kind bekommen. Im Sommer 2015 wurde ebenfalls mal der TSH-Wert bestimmt und er lag damals bei 1.8656 lag und der Normbereich bei 0.3900-2.6000.

    Vielen Dank schon mal und liebe Grüße,
    SchwiSchwa

  2. #2
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    Standard AW: Erst Verdacht auf Unterfunktion - jetzt Knoten und leicht erhöhte TRAK?

    Hallo SchwiSchwa!

    Leider habe ich auch noch nicht so viel Erfahrung, aber sicher folgen noch qualifiziertere Antworten

    Die Normwerte unterscheiden sich einfach von Labor zu Labor. Es gibt Rechner, mit denen Du deine Werte in % umrechnen kannst. Das finde ich immer ganz hilfreich um die Werte unterschiedlicher Labore miteinander vergleichen zu können. Ich habe z. B. die App ThyreoCal für iOS.

    Zu dem wie du jetzt am besten vorgehen solltest kann ich dir nicht wirklich was raten. Ich würde vermutlich schon mit offenen Karten spielen
    ...und mich hinterher sicher drüber ärgern

    Es ist wie die Ärztin sagt, kann sein dass du eine UF hattest und gerade auf dem Weg in die ÜF bist. Kann sein, dass trotz TRAK "alles ok" ist. Also ich z. B. habe ja auch positive TRAK, aber anscheinend ist der MB nicht mal für meine starke ÜF verantwortlich dem Ultraschall nach, sondern eine Autonomie. Kalte Knoten habe ich übrigens auch noch.

    Ich persönlich würde behaupten, dass du jetzt nicht viel machen kannst, außer regelmäßig zu Labor- und Ultraschallkontrollen zu gehen. Ob dir der Besuch morgen beim Endo schon andere Erkenntnisse bringt wage ich zu bezweifeln, aber vielleicht findest du in diesem Arzt jemanden, bei dem du in Zukunft gut aufgehoben bist.

    Diese Mängel die du hast, können definitiv für deine Beschwerden (mit)verantwortlich sein.

    LG

  3. #3
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    Standard AW: Erst Verdacht auf Unterfunktion - jetzt Knoten und leicht erhöhte TRAK?

    Hallo Schwi, grüß dich Schwa.

    Die Werte kannst du nicht vergleichen und die Prozente täuschen nur vor, dass man dies könnte. Man kann Werte aus unterschiedlichen Labors nicht wirklich vergleichen, aus die Maus.

    Das mit den TRAK ist so:
    Es gibt stimulierende, blockierende und neutrale TRAK (und vielleicht noch mehr Arten). Es kommt auf das Mischungsverhältnis an - bei dominant stimulierenden entsteht Basedow, dominant blockierende können Hashimoto-ähnliche Zustände fördern und neutrale - die tun eher gar nichts, bzw. wir wissen nicht genau, was sie können. Bleibt die traurige Tatsache: bei niedrigen TRAK und keiner Überfunktion kann man Läuse, Flöhe oder auch gar nichts haben. Bei niedrigen oder normalen freien Werten kann es sich eigentlich auch um Basedow handeln, dessen schwach-aktive Phase irgendwann unbemerkt mal vor sich ging - und jetzt wärest du damit in Remission, was dann eben nach "normal" oder "leicht Hashi-ähnlich mit noch guten Werten" aussehen kann.

    Aus dem Grund sagte mal ein kluger Mensch: Wer TRAK hat, hat die TRAK-Krankheit - fasst manches besser als wenn man sich zwischen Hashimoto, Basedow oder Mischform entscheiden muss. Die Mischform wäre die "TRAK-Krankheit" - Basedow könnte mal manifest werden, oder auch Hashimoto, oder abwechselnd.

    Diese letzten Werte zeigen nicht wirklich eine schlechte Schilddrüsenfunktion. Wenn du dem Arzt von den TRAK nicht erzählst, verpasst du die Chance, dass er dazu seine Meinung sagt.

    Wobei, genauer besehen, bei diesem ungewöhnlichen Referenzbereich für TRAK hast du dreifach erhöhte TRAK, das ist nicht so ganz klein-klein wenig. Nicht wirklich hoch, aber doch deutlich positiv. Sicher beobachtungswürdig, das alles.

  4. #4
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    Standard AW: Erst Verdacht auf Unterfunktion - jetzt Knoten und leicht erhöhte TRAK?

    Liebe/r Schwischwa,
    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen

    Wobei, genauer besehen, bei diesem ungewöhnlichen Referenzbereich für TRAK hast du dreifach erhöhte TRAK, das ist nicht so ganz klein-klein wenig. Nicht wirklich hoch, aber doch deutlich positiv. Sicher beobachtungswürdig, das alles.
    Meine Endo nutzt auch diesen ungewöhnlichen Referenzbereich für die TRAK und er ist mit den anderen, ich sag mal "gängigen" Refererenzbereichen, schwer vergleichbar.
    Ich habe mir seinerzeit den Kopf hierüber zerbrochen.

    Bei mir waren 0,8 IU/ ml (0,00-0,09) laut ihrer Aussage lediglich diskret erhöhte TRAK.
    Jetzt in Remission liege ich bei Ihrem Labor meistens so bei 0,5 IU/ml (0,00-0,09), nicht tiefer.

    In meiner akuten MB Phase lagen meine TRAK beim HA (anderes Labor) nicht höher als 3,8 IU/L (<1,8)

    Ein Vergleich ist schwer, aber der TRAK war stets eher niedrig.

    LG Ravi

  5. #5
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    Standard AW: Erst Verdacht auf Unterfunktion - jetzt Knoten und leicht erhöhte TRAK?

    Eigentlich schließe ich mich der Meinung von panna an. Der Referenzbereich der TRAKs ist schon etwas ungewöhnlich. Normalerweise haben wir Werte <1,8 als Referenzbereich.
    Deinen freien Werte (ft3,ft4) liegen zwar im Referenzbereich aber das ist so wie bei Schuhen. Die gibt es von 36-48 aber ob Dir 36 oder 48 passen wage ich zu bezwiefel, könnte aber auch zutreffen.
    Ich würde vielleicht erst mal im Bereich der Nebenbaustellen suchen: Selen, Eisen, Vit-D3,.... Du glaubst gar nicht wie mein Körper auf den D3-Wert reagiert.

  6. #6
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    Standard AW: Erst Verdacht auf Unterfunktion - jetzt Knoten und leicht erhöhte TRAK?

    Hi,

    ich möchte dich jetzt erst mal beruhigen. Es macht in jedem Fall Sinn die Mängel aufzufüllen. Es macht genau so viel Sinn die Schilddrüsenwerte fortan regelmäßig zu überwachen. Es wäre möglich daß sich da was entwickelt; muß aber nicht unbedingt sein, auch bei gesunder Schilddrüse unterliegen die Werte Schwankungen.

    Die Kontrolle wäre sicher einfacher und zielführender, wenn künftig immer das gleiche Labor beteiligt wäre - egal jetzt wessen, wer dir halt alle paar Monate die Werte macht

    LG von helle

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