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Thema: Plötzlich Überfunktion nach Schwangerschaft?

  1. #1
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    Standard Plötzlich Überfunktion nach Schwangerschaft?

    Hallo zusammen,
    ich bin neu hier, da sich während und nach meiner zweiten Schwangerschaft gerade totales Chaos bei meinen Schilddrüsenwerten eingestellt hat. Ich versuche es mal chronologisch zusammen zu fassen.

    2009: Diagnose Hashimoto.
    TSH 4,5, fT4 unter der Norm, fT3 gerade noch in der Norm. TPO nicht erhöht, TRAK moderat erhöht 2,1 bei einer Grenze von 1,5. Die Schilddrüse stellte sich inhomogen und echoarm im Ultraschall dar. Volumen ca 9ml auf beiden Seiten.
    Ich war immer gut eingestellt mit LT100.

    2013 kam mein Sohn auf die Welt, in der Schwangerschaft blieben die Werte halbwegs stabil, auch hinterher war alles gut mit der gleichen Dosis.
    2015 wurde ich mit unserer Tochter schwanger und ca ab Mitte der Schwangerschaft rutschte ich wertemäßig in die Überfunktion. Das LT wurde schrittweise gesenkt auf LT50, die Werte waren nicht gut, aber ok. Symptome der Überfunktion hatte ich aber sonst keine.

    Im Mai 2016 wurde unsere Tochter geboren. Die Werte zeigten wieder eine Überfunktion, TSH < 0,01. Das LT auf 25 gesenkt. Weiterhin keine Symptome der Überfunktion, mit ging es im Gegenteil richtig gut.

    November 2016 plötzlich wieder deutliche Unterfunktion, TSH 4,2, die freien Werte etwas unterhalb der 50%. Also wieder LT 50 genommen.

    Seit Januar 2017 Werte wieder im Bereich der Überfunktion, TSH < 0,01, fT3 und fT4 deutlich über dem Grenzwert. Vorschlag meiner Hausärztin und des Endokrinologen LT komplett ausschleichen und Kontrolle im April.

    April 2017, aufgrund von Umzug habe ich den Hausarzt gewechselt. Der hat die Werte neu geprüft:
    TSH < 0,01 (0,35 - 3,5)
    fT3 5,6 pg/ml (2,5 - 4,1), ca 197%
    fT4 1,41 ng/dl (0,6 - 1,3), ca 115%
    Also deutliche Überfunktion ohne die Einnahme von LT. Noch immer ohne Symptome. Im Gegenteil, wenn überhaupt sind es eher leichte Symptome wie ich sie aus der Unterfunktion kenne - Verstopfungen, Müdigkeit, Antriebslosigkeit. Ansonsten geht es mir gut. Ich habe sogar das erste Mal im Leben ohne Medikamente einen regelmäßigen Zyklus.

    Mein Hausarzt schickt mich jetzt zur Sonographie und Szintigram der Schilddrüse. Er vermutet, dass es kein Hashimoto, sondern Basedow ist aufgrund des erhöhten TRAK 2009 und 2011. Aber kann das sein?
    Oder liegt es, wie mein Gynäkologe meint, noch mit der Schwangerschaft zusammen und es reguliert sich evtl noch von selbst?

    Ich bin, um ehrlich zu sein, ziemlich irritiert und weiß das ganze nicht einzuschätzen.
    Vielleicht kennt jemand von euch so einen Verlauf?

    Jetzt ist es wirklich ziemlich lang geworden. Danke an alle, die sich bis hierher durchgekämpft haben.

    Viele Grüße, julia.mari

  2. #2
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    Standard AW: Plötzlich Überfunktion nach Schwangerschaft?

    Zitat Zitat von julia.mari Beitrag anzeigen
    Mein Hausarzt schickt mich jetzt zur Sonographie und Szintigram der Schilddrüse. Er vermutet, dass es kein Hashimoto, sondern Basedow ist aufgrund des erhöhten TRAK 2009 und 2011. Aber kann das sein?
    Oder liegt es, wie mein Gynäkologe meint, noch mit der Schwangerschaft zusammen und es reguliert sich evtl noch von selbst?

    Ich bin, um ehrlich zu sein, ziemlich irritiert und weiß das ganze nicht einzuschätzen.
    Vielleicht kennt jemand von euch so einen Verlauf?
    Die Schwangerschaft liegt viel zu lange zurück, eine postpartale Thyreoiditis schlägt eher wenige, so ca. 3 Monate nach der Schwangerschaft zu. Hast du auch noch normale Werte mit 50 LT gehabt, bevor die Überfunktion kam? Ich wundere mich, dass da seit Januar einfach abgewartet wurde, ohne definitive Diagnose ... TRAK wurden nicht einmal überprüft? Ich finde das schon bemerkenswert, jemanden 3-4 Monate in Überfunktion zu lassen. Das geht auch dann an die Substanz, wenn du keine Symptome spürst. Ganz zu schweigen von eventuellen TRAK, die milchgängig sind - falls du stillst.


    Die Szintigrafie wird Gewissheit bringen (es sei denn, es ist MB, der aber bereits selbstlimitierend langsam aufhört). Frage dazu: Sind diese Werte jetzt höher als die im Januar?

    PS

    http://www.ht-mb.de/forum/showthread...m-Thyreoiditis
    Geändert von panna (10.04.17 um 20:51 Uhr) Grund: PS ergänzt

  3. #3
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    Standard AW: Plötzlich Überfunktion nach Schwangerschaft?

    Hallo,

    Danke für die Antwort, ich versuche mal alles zu beantworten.

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Die Schwangerschaft liegt viel zu lange zurück, eine postpartale Thyreoiditis schlägt eher wenige, so ca. 3 Monate nach der Schwangerschaft zu. Hast du auch noch normale Werte mit 50 LT gehabt, bevor die Überfunktion kam?
    Zwischen der Unterfunktion im November und der erneuten Überfunktion im Januar wurden keine Werte mehr genommen, daher weiß ich es nicht.

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Ich wundere mich, dass da seit Januar einfach abgewartet wurde, ohne definitive Diagnose ... TRAK wurden nicht einmal überprüft? Ich finde das schon bemerkenswert, jemanden 3-4 Monate in Überfunktion zu lassen. Das geht auch dann an die Substanz, wenn du keine Symptome spürst. Ganz zu schweigen von eventuellen TRAK, die milchgängig sind - falls du stillst.
    Es wurden nur die TPOs überprüft (anderer Arzt wie noch 2011). Die waren unauffällig.
    Stillen tue ich mittlerweile nicht mehr. Laut Hausärztin sei die Überfunktion für die Kleine irrelevant gewesen?
    Ich bin auch froh, dass da jetzt jemand genau drauf schaut. Noch länger hätte ich nicht warten wollen.

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Die Szintigrafie wird Gewissheit bringen (es sei denn, es ist MB, der aber bereits selbstlimitierend langsam aufhört). Frage dazu: Sind diese Werte jetzt höher als die im Januar?

    PS

    http://www.ht-mb.de/forum/showthread...m-Thyreoiditis
    Die genauen Werte vom Januar habe ich gar nicht, ich gehe aber davon aus, dass die jetzigen höher oder mindestens gleich sind. Der neue Hausarzt hatte die Werte angefordert und die neuesten sind im Vergleich eher schlechter.

    Viele Grüße.

  4. #4
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    Standard AW: Plötzlich Überfunktion nach Schwangerschaft?

    Zitat Zitat von julia.mari Beitrag anzeigen
    Laut Hausärztin sei die Überfunktion für die Kleine irrelevant gewesen?
    Die ÜF selbst ja, aber wenn es MB ist und die TSH-Rezeptor Antikörper (TRAK) relativ hoch, dann nicht. Ist jetzt natürlich Vergangenheit, lässt sich nicht mehr rekonstruieren.

    Für die Zukunft: Erwarte bitte keine Fachkenntnisse von einer Hausärztin, eigentlich auch nicht vom Frauenarzt. Bei einer Überfunktion geht man erstens sofort konkret der Ursache nach - und zweitens, einfach mal vom Januar bis April abzuwarten ... pfff.

  5. #5
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    Standard AW: Plötzlich Überfunktion nach Schwangerschaft?

    Da die Kleine fit und gut entwickelt ist, macht es Sinn das Thema beim Kinderarzt anzusprechen?

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Für die Zukunft: Erwarte bitte keine Fachkenntnisse von einer Hausärztin, eigentlich auch nicht vom Frauenarzt. Bei einer Überfunktion geht man erstens sofort konkret der Ursache nach - und zweitens, einfach mal vom Januar bis April abzuwarten ... pfff.
    Ja, beim nächsten Mal bin ich definitiv schlauer... und jetzt suche ich mir vor dem nächsten Arzttermin erstmal Infos zur Überfunktion und MBq. Bisher hatte ich "nur" mit Unterfunktion und Hashimoto zu tun und hatte unwissend blind darauf vertraut, dass es vermutlich von einer Überdosierung mit LT kommt wie die Hausärztin vermutet hatte.

    Danke dir für deine Hilfe!



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  6. #6
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    Standard AW: Plötzlich Überfunktion nach Schwangerschaft?

    Ich sage nicht, dass du MB hast, sage nur, dass das von den Umständen her keineswegs auszuschließen ist, im Gegensatz zur PPT. Wichtig wäre jetzt: ein schneller NUK-Termin und TRAK-Wert.

  7. #7
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    Standard AW: Plötzlich Überfunktion nach Schwangerschaft?

    Der Termin beim NUK ist am 26.4. TRAK Wert frage ich beim neuen Hausarzt diese Woche noch, damit der am 26.4. vorliegt.

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  8. #8
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    Standard AW: Plötzlich Überfunktion nach Schwangerschaft?

    Hallo,

    jetzt ist ein wenig Zeit vergangen und ich war mittlerweile beim NUK... Nach den Ergebnissen ist es wohl nun amtlich: Sie hat Morbus Basedow diagnostiziert.

    Die SD Werte haben sich kaum verändert. TSH supprimiert, fT4 und fT3 deutlich erhöht wie schon Anfang April.
    TRAK 2,1. Referenzwert: < 1,6.
    Im Ultraschall zeigte sich eine inhomogene, echoarme SD. Sie sah auch entzündliche Vorgänge. Gesamtvolumen 11ml. Keine Knoten, kein Struma.
    Szintigram bestätigte ihre Diagnose durch einen erhöhten Uptake Wert mit 3,1%.

    So weit so "gut". Die Frage ist, wie geht es weiter?
    Vorschlag NUK: abwarten. Sie geht davon aus, der MB wurde durch die Schwangerschaft ausgelöst. Er wird sich auch von alleine beruhigen und ich rutsche wieder in die UF. Ein erneutes Aufflammen des MB gibt sie mit einer maximalen Wahrscheinlichkeit von 10% an - egal, ob man jetzt behandelt oder nicht.
    Wenn es mir nicht gut geht, könnte man die SD einstellen mit Hemmern und - je nach Symptomen - Betablocker geben. Aber wirklich nötig findet sie das nicht.

    Vorschlag HA: er sieht das ganz anders. Er will eine Hemmertherapie bis die TRAK in der Norm sind und die SD Werte in Ordnung sind. Er meint, mich noch länger mit der ÜF und den erhöhten TRAK rum laufen zu lassen, sei keine gute Idee.

    Bzgl der Tatsache, dass wir uns eigentlich ein drittes Kind wünschen - noch nicht dieses Jahr, es hat zeit - raten mir beide, dass der MB nach oder in der Schwangerschaft wieder aufkeimt. Ich sollte vorher über eine OP nachdenken.

    Ich habe jetzt Thiamazol 10mg vom HA hier. Da ich mit der ÜF und MB keine Erfahrung habe, weiß ich jetzt nicht, was tun... soll ich es nehmen? Kann mir einer von euch helfen?
    Ist die Aussage bzgl der OP und einer weiteren Schwangerschaft richtig?

    Danke euch jetzt schon für Hilfe!

  9. #9
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    Standard AW: Plötzlich Überfunktion nach Schwangerschaft?

    Also ... ich sehe das so:

    Du hast eine relativ schwache Überfunktion und relativ niedrige TRAK. Der NUK könnte Recht behalten, denn MB beruhigt sich *irgendwann* immer von sich aus - nur kann es passieren, dass er erst in den Startlöchern steht und ohne Medikation durchstartet. Das wäre mit Medikation (dann aber schon für ein Jahr, das hängt mit dem statistischen Rezidivrisiko zusammen) verhinderbar. Klar, man kann abwarten, ob er durchstartet oder so leise vor sich köchelnd abklingt. Dass der MB durch die Schwangerschaft kam, ist dabei egal. Es ist eine Option, abzuwarten, wenn auch eine sehr unübliche ... MB behandelt man, und wenn, dann mindestens ein Jahr lang. Das Wiederaufflammen, also das Rezidivrisiko, steht auch nach Behandlung leider bei ca. 50 %. Ich weiß nicht, warum dein Nuk einen durch Schwangerschaft ausgelösten und momentan schwachen MB anders beurteilt.

    Was der Hausdoc sagt, ist hingegen teils OK, dies tut man normalerweise nicht:

    Er meint, mich noch länger mit der ÜF ....rum laufen zu lassen, sei keine gute Idee.
    teils total ungut und sicher nicht empfehlenswert:

    eine Hemmertherapie bis die TRAK in der Norm sind und die SD Werte in Ordnung sind
    Eine Hemmertherapie muss man, wenn angefangen, dann auch durchziehen, wegen erhöhten Rezidivrisikos bei kürzer als ein Jahr.

    Kinderwunsch und OP: ja, da ist schon was dran, deutlich. Komm du doch bitte rüber ins MB-Forum (Dreieck unterhalb des Beitrags betätigen und die Mods um Verschiebung bitten), lies dort den oben angepinnten Infobeitrag, dort ist auch ein Hinweis auf MB-Infos bei Kinderwunsch und lies dir den bitte durch.

    PS
    Wenn du regelmäßig, alle 14 Tage etwa, Kontrolle machen kannst (Kontrolle der freien Werte, nicht einfach TSH), könntest du abwarten. Andererseits: Eine niedrig dosierte Hemmertherapie ist nicht weiter schlimm, zumal du ja Thyroxin kennst und bei zu niedrig gehemmten Werten welches dazu nehmen könntest.

  10. #10
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    Standard AW: Plötzlich Überfunktion nach Schwangerschaft?

    Hallo panna,

    jetzt also hier im MB Forum :-)

    Zuerst mal: Danke dir für deine Hilfe bisher. Das hat schon viel Licht in das Chaos gebracht.

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen

    Eine Hemmertherapie muss man, wenn angefangen, dann auch durchziehen, wegen erhöhten Rezidivrisikos bei kürzer als ein Jahr.
    Hier muss ich noch etwas zu dem HA sagen: er hatte von sich aus gesagt, dass es 1 bis 1,5 Jahre Therapie bedeutet. Dann könne man versuchen das Medikament ausschleichen zu lassen. Ich wusste nicht, dass 1 Jahr quasi Standard ist, sondern hatte das auf mich bezogen.

    Ich war heute noch mal beim HA. Am Donnerstag wird noch mal Blut abgenommen. Er will vor Therapiebeginn einen aktuellen Status (kleines Blutbild, TSH, fT3, fT4, TPOs, TRAKS, Eisen, Vitamin D und B12) haben, damit er besser kontrollieren kann. Und ab Freitag würde man dann mit der Therapie beginnen.

    Eigentlich klingt sein Vorgehen beim Einstellen der SD ganz ok. Bei ÜF verwendet er die fT Werte und nicht (ausschließlich) den TSH. Bei UF und Einnahme von SD Hormonen toleriert er auch einen TSH unterhalb der Norm solange die fTs in der Norm sind und der Patient sich gut fühlt.

    Was mich jetzt aber verwirrt:
    Ich hatte es hier so verstanden, dass man so viel Thiamazol gibt bis TSH und fTs in der Norm sind (vereinfacht gesagt).
    Er hatte es jetzt so beschrieben, dass man so viel Thiamazol nimmt bis man in der UF ist und dann mit LT beginnt, sodass quasi die SD ausgeschaltet ist und man die benötigte Menge an Hormonen per Tablette nimmt.

    Danke und einen schönen Abend!

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