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Thema: Vor Jahren diagnostizierte HT, seit einigen Wochen heftige Symptome

  1. #1
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    Standard Vor Jahren diagnostizierte HT, seit einigen Wochen heftige Symptome

    Hallo,

    eigentlich gehört es sich normalerweise nicht, in ein Forum reinzuspazieren und sofort einen neuen Thread zu eröffnen. Aber ich weiß mir gerade keinen anderen Rat.

    Ich bin 64 Jahre alt, weiblich. Vor geschätzt zehn Jahren (kann aber auch schon länger her sein) wurde bei mir eine Hashimoto Thyreoiditis diagnostiziert, mit der ich ziemlich symptomfrei lebte.
    Von einem Tag auf dem anderen traten bei mir vor etwa fünf Wochen aus heiterem Himmel heftige Symptome auf, die auch meine Hausärztin (die ich sehr schätze) ratlos machen.

    Das erste Symptom war eine Blutdruckkrise mit 220/110 mmHg. Zwar bin ich seit über vierzig Jahren Hochdruckpatientin (liegt in der Familie), allerdings war der Blutdruck bis zu diesem Tag so gut eingestellt, dass man Messinstrumente damit hätte eichen können (120/80 mmHg).
    Vorher habe ich morgens 1 Nebilet, 1 CoAprovel 150 mg/12,5 mg eingenommen und hatte diese idealen Werte.
    Nun nehme ich morgens 1 Nebilet, 1 CoAprovel, 1 Nepresol 25 mg; abends 1 Aprovel 150 mg, 1 Nepresol.
    Trotzdem habe ich fast jeden Tag plötzlich nach oben schnellende Blutdruckwerte bis zu 170/110. Diese Attacken gehen praktisch immer mit starkem Frieren, Zittern (und seltsamerweise auch Stuhldrang) einher. Nach einiger Zeit (halbe Stunde, Stunde) ist der Spuk dann wieder vorbei.
    Außerdem traten in diesen letzten Wochen auch einmal unerklärliche, muskelkaterartige Schmerzen in den hinteren Oberschenkeln auf, einmal hatte ich in der Nacht ein Muskelkrampf im Oberschenkel. Außerdem hat sich mein Tagesrhythmus total verschoben, ich werde abends sehr früh müde und wache morgens entsprechend sehr früh auf.
    Da die Blutdruckattacken nicht vorhersehbar sind, kann ich zurzeit auch nicht arbeiten gehen, was ziemlich doof ist, da ich selbstständig bin.

    Was euch natürlich noch interessieren wird: Zur Behandlung der HT nehme ich jeden Tag Euthyrox 112. Umstellungen auf eine höhere Dosis waren immer problemlos.
    Außerdem nehme ich Selen, Zink, Magnesium, Vitamin D3 und B-Vitamine.
    Meine letzten Schilddrüsenwerte (vor vier Wochen) waren:
    TSH 1,71
    T3 3,32
    T4 14,6
    Laut Hausärztin sei das ziemlich normal, also auch kein Grund, in Richtung Hashimoto-Verursachung weiter zu gucken. Ich habe morgen wieder einen Termin bei ihr, aber ich denke, sie wird lediglich etwas anderes bei den Hochdruckmedikamenten versuchen. Was ja auch okay ist, da ich gelesen habe, dass man auch einen entgleisenden Blutdruck infolge eines Hashischubs nur symptomatisch behandeln kann.

    Ich wüsste nur langsam gern, was die Ursache dieser urplötzlich auftretenden Symptome ist. Ich habe auch einen Termin beim Nephrologen, um eine Nierenarterienstenose auszuschließen, aber der ist erst in vier Wochen.

    Falls jemand von euch Ähnliches erlebt hat, wäre mir damit schon sehr geholfen.

    Vielen Dank und viele Grüße
    Katzengold

  2. #2
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    Standard AW: Vor Jahren diagnostizierte HT, seit einigen Wochen heftige Symptome

    Schreibe doch bitte noch die Referenzbereiche zu den Werten. Jedes Labor hat andere.
    Dein TSH ist aber für LT-Substitution noch viel zu hoch, da könnte also schon "der Hase im Pfeffer" liegen. Hast Du alte Werte auch, an denen man sehen könnte, wann es Dir gut ging mit welchen Werten?
    LG

  3. #3
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    Standard AW: Vor Jahren diagnostizierte HT, seit einigen Wochen heftige Symptome

    Danke für die rasche Antwort!
    Die Referenzbereiche reiche ich morgen nach, wenn ich bei der Hausärztin war, die Werte hatte ich bisher nur telefonisch erhalten.
    Ich weiß, dass ein TSH von 1 mittlerweile eigentlich als ideal gilt, allerdings habe ich mit höheren Werten in der Vergangenheit trotzdem gut gelebt:

    12/14: 1,40
    08/15: 2,93
    11/15: 3,41
    04/16: 2,48
    07/16: 2,86
    10/16: 1,71

    LG

  4. #4
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    Standard AW: Vor Jahren diagnostizierte HT, seit einigen Wochen heftige Symptome

    Hallo Katzengold,
    wahrscheinlich brauchst du mehr LT, deine Blutdruckwerte und der hohe TSH-Wert sprechen dafür. Wenn die Norm für fT4 so wie bei mir ist (12-22), dann wäre der auch viel zu niedrig.

    Vielleicht kannst du zusätzlich mal noch die wichtigsten Nebenbaustellen bestimmen lassen: Ferritin (+CRP), B12 und Vit.D, die haben auch Auswirkungen auf die SD-Hormone.

    Liebe Grüße
    Sabinchen

  5. #5
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    Standard AW: Vor Jahren diagnostizierte HT, seit einigen Wochen heftige Symptome

    Ich habe mich auch viele Jahre nicht wirklich um meine Werte gekümmert. Einmal im Jahr Kontrolle und gut war.
    Habe auch jahrelang einen TSH um 2-3 unter LT gehabt und keine größeren Probleme.
    Aber irgendwann kommt der Körper an den Punkt wo er das nicht mehr ohne weiteres tolerieren kann.
    Auf einmal ging es mir mit einem TSH von 1,5 nur noch äusserst bescheiden und ich konnte anfangs nicht glauben, dass mir LT fehlt. Es ging ja so lange gut.

    Es wäre also gar nicht verkehrt, wirklich mal genauer auf deine Werte zu gucken.

  6. #6
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    Standard AW: Vor Jahren diagnostizierte HT, seit einigen Wochen heftige Symptome

    Zitat Zitat von Sabinchen Beitrag anzeigen
    Hallo Katzengold,
    wahrscheinlich brauchst du mehr LT, deine Blutdruckwerte und der hohe TSH-Wert sprechen dafür. Wenn die Norm für fT4 so wie bei mir ist (12-22), dann wäre der auch viel zu niedrig.

    Vielleicht kannst du zusätzlich mal noch die wichtigsten Nebenbaustellen bestimmen lassen: Ferritin (+CRP), B12 und Vit.D, die haben auch Auswirkungen auf die SD-Hormone.
    Okay, ich werde das heute bei der Ärztin ansprechen! Danke!

    Zitat Zitat von Sanne1 Beitrag anzeigen
    Ich habe mich auch viele Jahre nicht wirklich um meine Werte gekümmert. Einmal im Jahr Kontrolle und gut war.
    Habe auch jahrelang einen TSH um 2-3 unter LT gehabt und keine größeren Probleme.
    Aber irgendwann kommt der Körper an den Punkt wo er das nicht mehr ohne weiteres tolerieren kann.
    Auf einmal ging es mir mit einem TSH von 1,5 nur noch äusserst bescheiden und ich konnte anfangs nicht glauben, dass mir LT fehlt. Es ging ja so lange gut.

    Es wäre also gar nicht verkehrt, wirklich mal genauer auf deine Werte zu gucken.
    Das löst bei mir wirklich einen Knoten im Gehirn! Ich dachte ja auch die ganze Zeit, solange ich mich gut fühle und die Ärztin meint, alles sei in der Norm, brauche ich mir keine Sorgen zu machen. Dass ich trotzdem schleichend in was reinrutschen könnte, was sich dann auf einmal so dramatisch darstellt, auf die Idee bin ich nicht gekommen.
    Da ich bisher mit Erhöhungen von LT gut zurecht gekommen bin, sollte das also einen Versuch wert sein, oder? Nicht, dass es mir dann noch schlechter geht ...

    LG

  7. #7
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    Standard AW: Vor Jahren diagnostizierte HT, seit einigen Wochen heftige Symptome

    Versuch macht klug! Alleine schon vom TSH her würde ich LT steigern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Dir dann noch schlechter geht als jetzt.
    Und aufpassen: selbst wenn der TSH bei 0 wäre, könnte es immer noch sein das die freien Werte zu niedrig sind und es Dir noch schlecht geht! Nur nach TSH einzustellen funktioniert deshalb nicht.
    LG

  8. #8
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    Standard AW: Vor Jahren diagnostizierte HT, seit einigen Wochen heftige Symptome

    Gerade im Alter schwächelt der TSH gerne mal, daher würde ich mich nicht so auf diese Aussage, "Mit TSH um 2 hatte ich nie nennenswerte Probleme", einlassen. Der TSH hat viel mehr Einflussfaktoren als momentan erfasst und berücksichtigt werden.

    Blutdruckprobleme hängen sehr häufig auch mit Eisenmangel zu sammen nicht nur mit der SD, sie ist allerdings meist der Auslöser und viele Mangelerscheinungen kommen schleichend. Daher würde ich mir an deiner Stelle auch mal die obligatorischen Nebenbaustellen anschauen.

    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass du wahrscheinlich bei korrekter SD-Einstellung keine Blutdruckmedikamente mehr brauchen wirst. Das Ärzte tendenziell eher Blutdruckmedikamente verschreiben, obwohl die SD einen Hau haben könnte liegt einfach nur daran, dass der Referenzbereich für den TSH falsch links verschoben ist. Gesunde haben einen TSH um 0,8, was einen oberen Werte von 1,3 macht. Die Labore verwenden allerdings eine Obergrenze von 4,5 oder höher. Durch die einmalige tägliche Einnahme ist es normalerweise so, dass der TSH nochmal ein weniger niedriger ist als bei Gesunden.

    Warum du dich wohlgefühlt hast mit einem höheren TSH könnte einfach daran liegen, dass du viele Symptome nicht mit der SD in Verbindung gebracht hast und vlt. auf das Alter geschoben hast.

  9. #9
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    Standard AW: Vor Jahren diagnostizierte HT, seit einigen Wochen heftige Symptome

    Zitat Zitat von Janne1 Beitrag anzeigen
    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass du wahrscheinlich bei korrekter SD-Einstellung keine Blutdruckmedikamente mehr brauchen wirst.
    Das glaube ich eher nicht. Der Hochdruck liegt bei uns wie gesagt in der Familie und wird bei mir seit über vierzig Jahren behandelt, während die HD erst vor 12 Jahren diagnostiziert wurde.

    Warum du dich wohlgefühlt hast mit einem höheren TSH könnte einfach daran liegen, dass du viele Symptome nicht mit der SD in Verbindung gebracht hast und vlt. auf das Alter geschoben hast.
    Nee, ich habe mich wirklich fit gefühlt. Ich hatte erfreulicherweise auch null Wechseljahresbeschwerden.

    Zitat Zitat von Amarillis Beitrag anzeigen
    Versuch macht klug! Alleine schon vom TSH her würde ich LT steigern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Dir dann noch schlechter geht als jetzt.
    Und aufpassen: selbst wenn der TSH bei 0 wäre, könnte es immer noch sein das die freien Werte zu niedrig sind und es Dir noch schlecht geht! Nur nach TSH einzustellen funktioniert deshalb nicht.
    LG
    Mittlerweile bin ich zwar schlauer, aber nicht klüger.
    Ich habe mir alle Werte der letzten zwei Jahre ausdrucken lassen, allerdings erst zuhause gesehen, dass die Referenzwerte nicht dabei waren, obwohl ich drum gebeten hatte. Wenigstens die vom TSH habe ich jetzt: 0,35 -4,5.

    Steigern ist erstmal nicht. Die Hausärztin hat mich damit überrascht, dass Sie meinte, sie zweifle daran, dass es sich überhaupt um eine HT handele. Sie begründete das damit, dass die TPO-AK immer unter 60 gelegen hätten. Dr. Google bestätigte mir dann zuhause, dass 10 Prozent aller Hashis keine erhöhten TPO-AK haben. Sie meinte, sie habe sich damals nur der Diagnose des Endokrinologie-Profs angeschlossen, bei dem ich zur Abklärung war. Ich fragte, ob man die Diagnose nicht auch allein aufgrund der Blutwerte und des Ultraschallbefunds stellen könne, was sie verneinte. (Auch da stellte ich hinterher fest, dass Dr. Google das anders sieht.)
    Jedenfalls wollte sie das LT deshalb nicht erhöhen und begründete das auch damit, dass das in meinem Alter gefährlich werden könne. Weiß irgendjemand, was sie damit meinen könnte?

    Stattdessen war ich heute noch mal zur Blutuntersuchung dort, unter anderem Cortisol und Noradrenalin.
    Sie verwies noch einmal auf die anstehende Untersuchung beim Nephrologen. Außerdem denkt sie an eine endokrinologische Abklärung, allerdings solle da geguckt werden, ob nicht kleine Tumore mit Hormonen um sich schmeißen, die den Blutdruck erhöhen.

    Also noch kein Licht am Ende des Tunnels.
    Ich habe mir jetzt überlegt, zweigleisig zu fahren und einen Termin bei dem endokrinologischen SD-Prof auszumachen und mit ihm mal die ganze Geschichte zu erörtern.
    Seufz.

    LG
    Katzengold

  10. #10
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    Standard AW: Vor Jahren diagnostizierte HT, seit einigen Wochen heftige Symptome

    Vielleicht kann deine Hausärztin keine HT im Ultraschall sehen, dass heisst allerdings nicht, dass es auch andere Ärze nicht können...

    Wie Du ja schon selbst ergoogelt hast, müssen die AK's nicht zwangsläufig erhöht sein. Waren meine auch nie.

    Sind die obigen Werte eigentlich T3 und T4, wie es da steht oder fT3 und fT4?

    Auf jeden Fall ist es eine gute Idee, nochmal bei einem anderen Arzt vorstellig zu werden.

    LG Sanne

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